© Michaela Strumberger
© Michaela Strumberger

Woher kam die Inspiration für die Klangwelt von „Der Ring des Nibelungen – Peking-Oper trifft auf Musiktheater“?

Aziza Sadikova: Die Klangpartitur wurde sowohl durch westliche, als auch durch traditionelle chinesische Instrumenten angeregt. Inspirierend waren dabei beispielsweise die leisen Klänge der Bogenbewegungen der Erhu, was wie Atem klingt, oder die klangfarbenreichen chinesischen Glocken und die tiefen Schwingungen verschiedener Gongs. Die Gesangstradition der Peking-Oper stelle ich in meiner Komposition anschaulich in Form von Glissandi (gleitende Veränderung der Tonhöhe) und Vierteltönen dar, indem die westlichen Instrumente, z.B. Bass- und Glissando-Flötenlinien oder Cello mit Flagolet Glissando. in hoher Lage spielen.

Was erwartet die Zuhörer

Aziza Sadikova: Den Zuhörenden erwartet ein kompletter Kontrast zur konventionellen westlichen Opernbesetzung.
Ich wählte dabei einen sehr experimentellen Ansatz bezüglich der Verwendung der Instrumente. In meiner Komposition richtet sich die Darstellung des Wagner-Libretto auf die Emotionen, angelegt in einer intimen Kammermusikatmosphäre. Soli, Trios und reine Gesangsparts sind eingesetzt, die sehr tiefen intimen Gefühle der Charaktere heraus zu stellen. Den einzigen vielleicht „visuelleren“ Ansatz bringe ich in den Szenen mit den Riesen und in der Illustration der Götterburg Walhall ein.

Welche waren die wichtigsten Orientierungspunkte beim Komponieren dieses Werkes?

Aziza Sadikova: Der Kompositionsprozess wurde durch die musikalischen Ideen, die sich in meiner Erfahrung angesammelt hatten, getrieben: Instrumentaltechniken und ungewöhnlich volltönende Kombinationen zwischen europäischen und chinesischen Instrumenten, darunter einige außergewöhnliche „Instrumente“, wie z.B. eine Box mit Glasscherben, Psalterikum, Zither, Glasharmonika, Steine, ein Glasglockenspiele und viele mehr nutze ich für die Vermittlung der Ideen.