Gefühle, Grenzgänge und großartige Überraschungen

In diesem Sommer kehrt Young Euro Classic wieder zur einzigartigen Atmosphäre des Festivals zurück – mit großbesetzten Orchestern und ausverkauftem Saal!

Dabei gibt es eine spannende Mischung aus Publikumslieblingen wie dem Bundesjugendorchester oder dem European Union Youth Orchestra, einem hochkarätigen Eröffnungskonzert am 5. August mit dem Nationalen Jugendorchester der USA unter Daniel Harding – und besonderen Gästen am 10. August. An diesem Abend wird – allen Unwägbarkeiten des Krieges zum Trotz – das Youth Symphony Orchestra of Ukraine im Konzerthaus Berlin auftreten. Die Leitung hat die vielgefragte Dirigentin Oksana Lyniv, die parallel dazu im Monat August vier Aufführungen des Fliegenden Holländers in Bayreuth leiten wird.

Facettenreiche Neuzugänge

Auch die Jugendorchester haben in Zeiten der Pandemie ihre Aktivitäten herunterfahren müssen; um so stärker ist jetzt der Wunsch der jungen Musiker_innen , ihr Können und ihr Engagement wieder bei Young Euro Classic zu demonstrieren. Und es sind erstaunlich viele neue Namen dabei, die ganz unterschiedliche Facetten der Zusammensetzung präsentieren. Zuallererst wäre hier das Chineke! Junior Orchestra mit Sitz in London zu nennen, das talentierten jungen People of Colour eine Plattform bietet. Auch das Programm mit Komponisten wie Stewart Goodyear und Samuel Coleridge-Taylor spiegelt das Anliegen wider, mehr Vielfalt in die klassische Szene zu bringen. Am Pult steht hier die junge Venezolanerin Glass Marcano.

Aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens kommt das ebenfalls noch junge Western Balkans Youth Orchestra nach Berlin, eine Neugründung des in Albanien geborenen deutschen Pianisten und Dirigenten Desar Sulejmani. Die Orchestermitglieder entstammen den sechs Nicht-EU-Staaten des Balkans: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nord-Mazedonien und Serbien. Den weitesten Weg hat das Nationale Jugendorchester Uruguays, das seinen schon 2020 geplanten Besuch nachholt und lateinamerikanische Klänge und Rhythmen zelebriert. Fast vor der Haustür, in Szczecin, wurde dagegen 2013 das International Lutosławski Youth Orchestra gegründet, das am 17. August sein Debüt bei Young Euro Classic gibt und dabei auch das Cellokonzert seines Namensgebers im Programm hat. Nicht zu vergessen die Angelika Prokopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, die unter den Fittichen des weltberühmten Orchesters ein exquisites Klangerlebnis garantieren dürfte – mit kerneuropäischen Werken von Haydn, Kodály und Dvořák.

Groß besetzt, originell konzipiert

Mit Mahlers Fünfter Symphonie beginnt das Festival, mit dessen Vierter – interpretiert vom bekanntermaßen hervorragenden Niederländischen Jugendorchester – endet Young Euro Classic am 21. August. Die wiedererwachte Lust auf große Besetzungen lässt sich an vielen Programmen erkennen; klangprächtige Orchesterwerke von Strauss, Ravel, Rachmaninow und Bartók geben den Ton an. Das perfekte Kontrastprogramm bietet das in Schweden beheimatete Ensemble O/Modernt New Generation Orchestra mit seinem kreativen Kopf Hugo Ticciati an der Spitze, das erstmals zu einer dreiteiligen Residency bei Young Euro Classic eingeladen ist. Zwei höchst originelle Konzerte, bei denen sich der Bogen von der Renaissance über Brahms und Bartók bis zu Miles Davis spannt, werden dabei abgerundet durch ein Education-Projekt.

Europäisches Flair und viel Temperament

In der Reihe der europäischen Gäste sind die Nationalen Jugendorchester stets eine sichere Bank für exzellentes Können und viel Temperament. Das gilt nicht nur für die Portugiesen, die diesmal neben Bruckners monumentaler Neunter Symphonie die Uraufführung eines Millennials, der gerade einmal 22-jährigen Komponistin Marta Domingues, mitbringen. Nach langer Pause ist endlich auch das Orchestra Giovanile Italiana wieder mit von der Partie, das ein vom Tanz inspiriertes Programm mit den Symphonischen Tänzen von Sergei Rachmaninow abschließt, dem letzten Werk des Exil-Russen. Eine feste Größe beim Festivalpublikum ist die Nationale Jugendphilharmonie der Türkei, die Schwerpunkte bei Schumann und Tschaikowski setzt. Europäisches Flair durch und durch strahlt das European Union Youth Orchestra mit seinen Mitgliedern aus allen 27 EU-Staaten aus, das mit dem französischen Ausnahmegeiger Renaud Capuçon zu erleben ist.

Nicht ohne Germany’s Finest

Seinen 20. Auftritt bei Young Euro Classic absolviert das Bundesjugendorchester, ohne das Young Euro Classic einfach nicht denkbar ist. Als prominente Solisten interpretieren Antje Weithaas und Maximilian Hornung am 6. August das Doppelkonzert von Johannes Brahms; außerdem dirigiert Marc Albrecht Mahlers Erste Symphonie. Auch das Bundesjugendballett hat sich im Laufe der Jahre ein begeistertes Publikum ertanzt, das jeden Auftritt des Ensembles mit großer Neugierde erwartet. Bleibt noch das Bundesjazzorchester zu erwähnen, das zurecht sehr stolz darauf ist, in diesem Sommer mit einer Jazz-Legende, dem 84-jährigen Pianisten Michael Gibbs, aufzutreten.

Große Emotionen, Grenzgänge und Überraschungen sind also auch im 23. Jahr von Young Euro Classic garantiert!