Young Euro Classic
24. Juli bis 10. August 2020
Konzerthaus Berlin

Auch nach dem großen Fest zum 20. Geburtstag im vergangenen Jahr kann bei Young Euro Classic von Atemholen keine Rede sein. Kaum zu glauben, wie viele Jugendorchester nach wie vor in aller Welt entstehen – und darauf brennen, sich dem Festivalpublikum im traditionsreichen Konzerthaus Berlin vorzustellen. Von Usbekistan bis Uruguay reicht die lange Liste der Newcomer in diesem Sommer. Und auch mit dem Greek Youth Symphony Orchestra, das Young Euro Classic am 24. Juli mit einem anspielungsreichen Programm unter dem Motto „Mythos – Erinnerung – Zukunft“ eröffnet, stellt sich ein hoffnungsvolles Orchester aus Südeuropa erstmals beim Festival vor.

Jugendorchester sind in – das zeigt nicht nur das Nationale Jugendorchester aus Usbekistan, das von höchsten staatlichen Stellen gefördert wird und längst zum musikalischen Botschafter seines Landes aufgestiegen ist. Kaum anders geht es dem ebenso jungen Nationalen Russischen Jugend-Symphonieorchester, in dem die besten Studierenden aus dem ganzen Land vereint sind. Höchste Qualität in einem rein russischen Konzertprogramm ist hier garantiert. Einen wundervollen südamerikanischen Kontrapunkt bietet das Nationale Jugendorchester Uruguays, das bei seinem Young Euro Classic-Debüt zusammen mit dem großen Bandoneonisten Héctor Ulises Passarella auftritt. Und aus Kubas Hauptstadt Havanna kommt ein weiteres ehrgeiziges junges Orchester, das sich mit lateinamerikanischem Temperament mehreren Werken Mozarts widmen wird.

Die großen Komponistennamen der Spätromantik, die von jungen Orchestern besonders gerne aufgeführt werden, fehlen natürlich genauso wenig: Tschaikowski und Rachmaninow, Strawinski und Strauss. Nicht zu vergessen auch der Däne Carl Nielsen mit seiner Symphonie „Das Unauslöschliche“, die das Orkester Norden, ein nordisch-baltisches Ensemble, mit nach Berlin bringt. Gustav Mahler wiederum dürfte bei dem Internationalen Orchesterinstitut Attergau in den besten Händen sein, wird es doch von Mitgliedern der traditionsreichen Wiener Philharmoniker unterrichtet und betreut.

Wer nach dem großen Beethoven-Zyklus bei Young Euro Classic 2019 auch im Jubiläumsjahr des Komponisten Lust auf noch mehr Beethoven hat, wird in jedem Fall auf seine Kosten kommen: Das Bundesjugendorchester bringt sich für die Neunte mit dem Schlusschor „An die Freude“ Unterstützung durch den World Youth Choir mit. Besonders spannend ist der Mann am Pult: Dirigieren wird der weltweit gefeierte Komponist Tan Dun, von dem außerdem eine musikalische Reflektion über die Neunte den Konzertabend eröffnet. Ganz und gar auf Beethoven fixiert ist auch eines der Lieblingsorchester des Berliner Publikums, das international besetzte Schleswig-Holstein Festival Orchestra, das Beethovens „Pastorale“ mit seinem selten zu hörenden Tripelkonzert kombiniert.