Neue Werke

Im Kontext aller Young Euro Classic-Projekte spielt die zeitgenössische Musik eine bedeutende Rolle. Young Euro Classic bietet zeitgenössischer Musik eine Plattform und vergibt darüber hinaus eine Vielzahl von Kompositionsaufträgen an junge Komponisten.

Young Euro Classic setzte sich seit Anbeginn zum erklärten Ziel der zeitgenössischen Musik eine Plattform zu geben: Und aus tiefster Überzeugung lässt das Festival der besten Jugendorchester der Welt die Nabelschnur zur zeitgenössischen Musikproduktion, zu Komponisten von morgen und zu den Neuen Werken weltweit nicht abreißen. Dem Anspruch „Hier spielt die Zukunft“ wird dieses Bestreben gerecht: Young Euro Classic zeigt Jahr für Jahr eine bemerkenswert vielfältige Kunstklangproduktion und wirft mit dem Europäischen Komponistenpreis ein ganz besonderes Scheinwerferlicht auf die schillernde Komponistenszene und die stetig wachsende Mannigfaltigkeit zeitgenössischer Musik.

Gewinner des Europäischen Komponistenpreises

2000Magnus Lindberg Finnland„Cantigas“
2001Stefán Arason
Island„10-11“
2002Anatolijus Senderovas Litauen„Konzert in Do“
2003Joachim F. W. Schneider Deutschland„Sylphidentänze“
2004Nina Šenk Slowenien„Konzert für Violine und Orchester“
2005Ülo Krigul Estland„Jenzeits“
2006Magnar Åm Norwegen„‘tisn’t the snow falling, it’s us leaving the ground“
2007Guohui Ye China„Spätherbst für Orchester“
2008Ahmet Altinel Türkei„Le Sources de la Nuit“
2009Niels Klein Deutschland„Refractions”
2010Archil Giorgobiani Georgien„Azari (Abchasische Begräbnismusik)“
2011Gonzalo Grau Venezuela„AQUA-Skizzen für Knabenstimme, Frauenstimme, Männerstimme, Erzähler und Orchester“
2012Olga ViktorovaRussland„Lux Aeterna“
2013Silvia ColosantiItalien„Responsorium”
2014Aziza SadikovaUsbekistan„Brief Scherben”
2015Sinem AltanDeutschland/Türkei„Hafriyat – Earthwork"
2016Liisa HirschEstland„Mechanics of Flying"
2017Mariana VieiraPortugal„Raíz"
2018Agata ZubelPolen„Fireworks“

Europäischer Komponistenpreis

Der Europäische Komponistenpreis wird im Rahmen von Young Euro Classic vom Regierenden Bürgermeister von Berlin ausgelobt.

Prämiert wird die beste auf dem Festival präsentierte Uraufführung oder Deutsche Erstaufführung. Die Entscheidung über die Verleihung des mit 5.000 € dotierten Komponistenpreises fällt eine ehrenamtliche Jury aus zehn musikbegeisterten Laien plus Vorsitzender/m. Wir freuen uns sehr, dass in diesem Jahr Professor Manolis Vlitakis den Juryvorsitz innehat.

Europäischer Komponistenpreis 2018

Agata Zubel gewinnt mit ihrem Werk „Fireworks“. Ein Feuerwerk für Europa mit humanistischer Botschaft

Der Europäische Komponistenpreis 2018 geht an die polnische Komponistin Agata Zubel für ihr Werk „Fireworks“, das im Rahmen von Young Euro Classic 2018 in Deutschland erstmals durch das European Union Youth Orchestra aufgeführt wurde.

 

Die Publikumsjury unter Leitung von Prof. Manolis Vlitakis, Gastprofessor für Komposition und Instrumentation an der UdK Berlin, würdigt Zubels Werk in der Laudatio: „Die Komponistin feiert in ihrem Werkkommentar das Hier und Heute des freien und lebensbejahenden Subjekts, ebenso „blitzartige musikalische Gedanken“ und einen „unvorhersehbaren Gedankenstrom“; mit all dem möchte sie das Publikum elektrisieren und überraschen!
Diese Bilder und Vorstellungen treffen durchaus den Kern der Komposition: eine überaus farbige Klanglichkeit, gewonnen unter anderem durch unkonventionelle Klangkombinationen, erweiterte Spieltechniken und reichlich eingesetzte Mikrointervallik, wird einem Prozess permanenter Transformation unterworfen. […] All dies komponiert Agata Zubel mit großer Imaginationskraft und auf sehr hohem kompositorischen Niveau, das nebenbei auch den Stand aktuellen Komponierens reflektiert. Nicht nur mit spürbarer Leidenschaft sondern auch sehr gekonnt entfesselt sie die „dämonischen“ Kräfte des großen Orchesters.“

Agata Zubel komponierte „Fireworks“ im Auftrag des Adam Mickiewicz Instituts und des EUYO anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018. Dessen Vision, Europäerinnen und Europäern den Wert der verschiedenen Kulturen des Projekts Europa bewusst zu machen, setzt Zubel mit ihrer vor Vielfältigkeit und Energie übersprudelnden Komposition berührend um: „Für mich zählt allein der Ausruf: ‚Ich bin glücklich, dass ich lebe und frei bin, hier und heute!’ […] Die Musik einer lebenden Komponistin – aus einem Land, das seine Freiheit erst vor hundert Jahren wiedererlangt hat – kann auch eine humanistische Botschaft, in ihrer ganzen Natürlichkeit und Leidenschaft, vermitteln.”, so Zubel selbst zu ihrem Werk.

Agata Zubel, Jahrgang 1978, stammt aus Breslau (Wroclaw). In ihrer Heimatstadt hat sie Gesang und Komposition studiert und diesen Weg bis heute konsequent und erfolgreich weiter verfolgt. Als Sängerin engagiert sie sich vor allem für Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts. Gleichermaßen erfolgreich ist Agata Zubel als Komponistin. Erste Werke entstanden 1997; 2007 komponierte sie ihr 1. Streichquartett für das Ultraschall Festival Berlin. Eine Vielzahl von Kompositionsaufträgen folgte. Mehrere Auszeichnungen erhielt Not I für Stimme, Instrumentalensemble und Elektronik von 2010. Im selben Jahr wurde Zubels einstündige Ballett-Oper Between an der Nationaloper in Warschau uraufgeführt.