Neue Werke

Im Kontext aller Young Euro Classic-Projekte spielt die zeitgenössische Musik eine bedeutende Rolle. Young Euro Classic bietet zeitgenössischer Musik eine Plattform und vergibt darüber hinaus eine Vielzahl von Kompositionsaufträgen an junge Komponisten.

Young Euro Classic setzte sich seit Anbeginn zum erklärten Ziel der zeitgenössischen Musik eine Plattform zu geben: Und aus tiefster Überzeugung lässt das Festival der besten Jugendorchester der Welt die Nabelschnur zur zeitgenössischen Musikproduktion, zu Komponisten von morgen und zu den Neuen Werken weltweit nicht abreißen. Dem Anspruch „Hier spielt die Zukunft“ wird dieses Bestreben gerecht: Young Euro Classic zeigt Jahr für Jahr eine bemerkenswert vielfältige Kunstklangproduktion und wirft mit dem Europäischen Komponistenpreis ein ganz besonderes Scheinwerferlicht auf die schillernde Komponistenszene und die stetig wachsende Mannigfaltigkeit zeitgenössischer Musik.

Europäischer Komponistenpreis

Der Europäische Komponistenpreis wird im Rahmen von Young Euro Classic vom Regierenden Bürgermeister von Berlin ausgelobt.

Prämiert wird die beste auf dem Festival präsentierte Uraufführung oder Deutsche Erstaufführung. Die Entscheidung über die Verleihung des mit 5.000 € dotierten Komponistenpreises fällt eine ehrenamtliche Jury aus zehn musikbegeisterten Laien plus Vorsitzender/m.

Europäischer Komponistenpreis 2016

Liisa Hirsch gewann mit ihrem Werk Mechanics of Flying.

Der Europäische Komponistenpreis 2016 ging an die estnische Komponistin Liisa Hirsch für ihr Werk Mechanics of Flying, das im Rahmen von Young Euro Classic 2016 in Berlin uraufgeführt wurde.

Die Jury begründet ihre Wahl mit der beeindruckenden Fähigkeit der Komponistin, das Orchester zu einem vollen und runden Klangkörper zu vereinen: „Von Musikern und Zuhörern fordert sie gleichermaßen Konzentration und Achtsamkeit. Das Werk vermeidet sowohl vordergründige Gefälligkeit als auch abstrakte Abgehobenheit – so dass es gleichzeitig avantgardistisch-modern als auch für jeden Hörer anschlussfähig bleibt. „Mechanics of Flying“ gibt der Dichte und Intensität den Vorzug vor dem Effekt und der Opulenz und das Bild des Perpetuum mobile, eines nicht enden wollenden Klangs.“

Liisa Hirsch, Jahrgang 1984, studierte an der Estnischen Musikakademie in Tallinn bei Toivo Tolev und am Königlichen Konservatorium in Den Haag bei Peter Adriaansz und Cornelis de Bondt. Hirschs musikalisches Portfolio ist vielfältig; so komponierte sie Werke für Soloinstrumente (Page One für Klavier, 2003), Musik für Film (Elisabeth von Ungern Sternmeer, 2011), Ballett (Taivaltajat, 2014) und Theater (The Sun Worshippers, 2012). 2015 erregte sie mit „Ascending…Descending“ für Violine und Streicher beim International Rostrum of Composers große Aufmerksamkeit. Ihre Musik zeichnet sich durch meditative Intensität aus, die nicht zuletzt durch die bewusste Verwendung von Mikro-Intervallen und geräuschhaften Clustern entsteht.