21. September 2020 - Mitgespielt - Anna Gyapjas

Beinahe wäre unser Festival-Publikum Zeuge davon geworden, wie klangvollendet Perkussionskünstler David Moliner die Körperlichkeit der Musik kompositorisch zu erkunden weiß. Auf die Deutsche Erstaufführung seines Werks “Figuratio I” mussten wir aufgrund des Lockdowns verzichten.  Wir haben den spanischen Komponisten und Schlagwerk-Spezialisten gefragt, wie es ihm und seiner Kreativität seither ergangen ist und worauf sich die Gäste freuen dürfen, die ihn diese Woche bei Hope@9pm im Konzerthaus erleben.

 

David Moliner, haben Sie sich in der neuen Normalität in Zeiten von Corona einrichten können?

Während der Isolierung habe ich mich auf mein neues Musiktheaterwerk, „Masquerade in 7 scenes“, konzentriert. Natürlich beeinflusst jede äußere Veränderung die Art, wie unsere kreativen Sinne miteinander interagieren. Auf der Suche nach der musikalischen Farbe „schwarz“ , mit all ihrer Rohheit, war diese Veränderung sehr nützlich.

Wie wirken sich die außergewöhnlichen Umstände konkret auf Ihre Arbeit als Komponist aus?

Die gegenwärtige Realität erlaubt uns nicht, so intensiv wie vorher zu reisen. In meinem Fall haben die neuen Erfahrungen die Suche nach Emotionen, Eindrücken und Gefühlen bereichert, die ich aus dieser Situation ziehen kann. Jetzt, da ich viel mehr zuhause im Studio arbeite, ohne so viel reisen zu können, habe ich mich viel mehr auf die psychologischen Aspekte konzentriert um sie  in meiner Ästhetik aufzugreifen.

Wie verändert die Pandemie die Rolle der Musik?

Wir müssen uns schnell an diese neue Normalität anpassen. Die kulturellen Wünsche der Öffentlichkeit verdienen es, erfüllt zu werden! Auch wenn das Medium der musikalischen Vermittlung sich verändert hat, da nun digitale Plattformen den Mangel an musikalischer Aktivität ausgleichen: Der semantische Gehalt der Musik muss zu unserer persönlichen Bereicherung intakt gehalten werden.

Sie werden Jörg Widmanns Auftritt bei Hope@9PM musikalisch begleiten; wie kam es dazu?

Jörg Widmann ist Professor für Komposition an der Barenboim-Said Akademie in Berlin. Einst hatte er mich eingeladen, meine Kompositionsstudien bei ihm abzuschließen. Daraus entstand eine musikalische Freundschaft, die sich während dieser zwei Jahre bei ihm verstetigte.

Und worauf darf sich das am Publikum am 24. September freuen?

Ich hoffe, dass alle Gäste eine ästhetische Sprache vorfinden, die sich vor allem auf die primären Empfindungen poetischer Suche konzentriert.

 

Die Veranstaltung  “Hope@9pm mit Jörg Widmann” Musik und Talk mit Daniel Hope, wo David Moliner auftritt, ist bereits ausverkauft.

Weitere Informationen zu Moliners Schaffen finden Sie hier.

 

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