O/Modərnt Kammarorkester

 

© Susan Pöschl

Das O/Modərnt Kammarorkester hat in den vergangenen Jahren bei Young Euro Classic schon mehrfach unter Beweis gestellt, wie kreativ es mit dem Begriff der „klassischen“ Musik umgeht. Ausgehend von ihrem Namen O/Modərnt – der sich mit „Un/Modern“ übersetzen ließe – machen es sich die Musiker zur Aufgabe, die Beziehungen zwischen den Werken alter Komponisten und den künstlerischen und intellektuellen Produkten der modernen Kultur neu zu erforschen. In diesem Sinne entstehen Programme von großer stilistischer Vielfalt – von Arrangements mittelalterlicher Motetten über Bach und Vivaldi bis zu Auftragswerken zeitgenössischer Komponisten und freien Improvisationen. Regelmäßig arbeitet das Orchester mit prominenten Solisten wie Evelyn Glennie, Steven Isserlis, Anne Sofie von Otter und Nils Landgren zusammen, ebenso mit Jazzmusikern, Rappern, Choreografen, Performance-Künstlern und anderen.  Im Juni 2019 unternimmt es O/Modərnt, die reiche und vielschichtige Rezeption von Beethovens musikalischem Werk in einem eigenen Festival „Mis / Reading Beethoven“ auf den Prüfstand zu stellen. Das Festival findet im Ulriksdal-Theater in Stockholm, dem ältesten Rokokotheater des Landes, statt.

https://omodernt.com/ 

Schweden
23. Juli 2019 20:00

Konzerthaus, Berlin

Dietrich Mattausch

© Gerhard Kassner

Schauspieler

Burgtheater Wien, Schauspielhaus Hamburg, Residenztheater München – Dietrich Mattausch war auf allen wichtigen Bühnen im deutschsprachigen Raum zu Hause. Und natürlich auf dem Bildschirm: „Der Fahnder“, „Traumschiff“, „Tatort“, viele Krimis, aber auch jede Menge ernste Rollen wie in der „Wannsee-Konferenz“. Mattausch zählt zu den bekannten Schauspielern Deutschlands – im Fernsehen und auf den Brettern, die gerade auch für ihn die Welt bedeuten. Dabei kam er erst auf Umwegen zu seinem Traumberuf, quälte sich durch eine Lehre als Speditionskaufmann, nahm nebenbei Schauspielunterricht, tingelte dann relativ lange auf Provinzbühnen herum und schaffte erst mit Mitte dreißig den Durchbruch. Dann aber richtig! Hochgewachsen, mit schütterem Haar gilt er als Idealbesetzung für Banker, Ärzte, Direktoren oder hohe Beamte. Da gibt er dann oft den eiskalt berechnenden Typ oder den zynischen Intellektuellen. Im Privatleben ist er ganz anders: amüsant, neugierig, offen, engagiert und sehr nachdenklich. Neben dem Theater gilt seine Liebe der Musik. Gut für Young Euro Classic: Das Festival begleitet er von Anfang an, seit 20 Jahren, mit großem Engagement und tiefer Freundschaft. 

Pate des Abends

Hugo Ticciati

© Marco Borggreve

Das musikalische Wirken des schwedischen Violinisten Hugo Ticciati ist von grenzenloser Neugier geprägt. Der 39-Jährige, Bruder des neuen DSO-Chefdirigenten Robin Ticciati, schließt Literatur, Philosophie, Spiritualität und Meditation gleichermaßen ein wie Tanz und kinetisches Malen. Er spielt die klassischen Violinkonzerte, aber er stürzt sich auch mit großer Vehemenz in die zeitgenössische Musik. Ticciati hat Werke von Takemitsu, Schtschedrin, Glass und Lera Auerbach in seinem Repertoire, außerdem brachte er in letzter Zeit Konzerte von Albert Schnelzer, Sergej Jewtuschenko, Erkki-Sven Tüür und Judith Weir zur Uraufführung. Er macht leidenschaftlich gern Kammermusik, so mit der Schlagzeugerin Evelyn Glennie, den Pianisten Angela Hewitt und Olli Mustonen oder dem Posaunisten Nils Landgren. Darüber hinaus ist Hugo Ticciati Künstlerischer Leiter des O/Modərnt Kammarorkester, das seinen Sitz am Konzerthaus Musikaliska in Stockholm hat. In diesem Jahr ist er zum Musikalischen Leiter des Kammerorchesters Perugia ernannt worden.

 www.hugoticciati.com 

Violine, künstlerische Leitung

Marzi Nyman

Der finnische Gitarrist Markus „Marzi“ Nyman ist das perfekte Beispiel eines Musikers, der mit Wonne musikalische Grenzen überschreitet. Als Pianist gestartet, kam er schon als Jugendlicher mit dem Jazz in Verbindung. 1998 begann der Finne ein Studium an der Jazzabteilung der Sibelius-Akademie in Helsinki, Anfang des neuen Jahrhunderts schloss er sich den beiden Bands Lenni-Kalle Taipale Trio und Nylon Beat an. 2003 machte Marzi Nyman seine erste Tour für die Finnish Jazz Federation zusammen mit dem Anna-Mari Kähärä Orchestra – einer Band, der er bis heute angehört. Darüber hinaus ist er mit den besten Jazzmusikern seines Landes aufgetreten. Ergebnis seiner intensiven schöpferischen Arbeit sind über 40 Alben, auf denen er mit Bands wie Nylon Beat, Hemma Beast, UMO Jazz Orchestra, Husband, Iiro Rantala New Trio, GG Caravan zu hören ist, aber auch mit seinem eigenen Marzi Nyman Trio. Bekannt wurde der Finne in seiner Heimat außerdem durch TV und Film: So hat er den Soundtrack für den Film Keisarikunta komponiert und tritt regelmäßig als Gastgeber in TV-Shows auf. 

Gitarre

Priya Mitchell

Die aus Oxford stammende Britin Priya Mitchell studierte an der Yehudi Menuhin School in London und anschließend bei Zakhar Bron in Lübeck. Ausgewählt als Vertreterin ihres Landes für die Serie „Rising Stars“, gab die junge Geigerin bereits Konzerte in der Carnegie Hall New York, dem Wiener Konzerthaus, dem Concertgebouw Amsterdam und an der Cité de la Musique Paris. Später folgten Auftritte mit den führenden britischen Orchestern wie dem Royal Philharmonic, den London Mozart Players und dem Scottish Chamber Orchestra, aber auch mit Ensembles in Polen, Russland, Belgien sowie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Die Süddeutsche Zeitung lobte sie als „eine wunderbare, ebenso hochemotionale wie intellektuell neugierige Geigerin“. Außerdem konzertiert Priya Mitchell regelmäßig bei renommierten Festivals wie Schleswig-Holstein, Lockenhaus, Lugano, Ravinia und der Schubertiade Schwarzenberg. In diesem Sommer spielt sie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern das Violinkonzert Vier Jahreszeiten von Astor Piazzolla. 

www.priyamitchell.com

Violine

Hannah Dawson

Geboren in eine Musikerfamilie (die Mutter Geigerin im London Philharmonic Orchestra, der Vater Opernsänger), erhielt die Engländerin Hannah Dawson ihre Ausbildung am Royal College of Music. Seit 17 Jahren ist sie Mitglied des Sacconi Quartet, das in letzter Zeit nicht nur zeitgenössische  Streichquartette von Jonathan Dove und Graham Fitkin eingespielt hat, sondern auch sein eigenes Festival in Folkestone, Kent veranstaltet. Darüber hinaus engagiert sich Hannah Dawson in anderen Ensembles, so dem  O/Modernt Chamber Orchestra, Aurora Orchestra, 12 Ensemble, dem Donald Grant Quartet und in ihrem eigenen Klaviertrio, dem Trio Elegiaco. 

Violine

Brian O'Kane

© Kaupo Kikkas

Der irische Cellist Brian O’Kane verfolgt einen doppelten Weg: Zum einen ist er ein vielgefragter Solist auf seinem Instrument, zum anderen engagiert er sich intensiv für die Kammermusik. So ist er Gründungsmitglied des Navarra String Quartet, mit dem er in dieser Saison im Lincoln Center New York, in der Londoner Wigmore Hall und im Concertgebouw Amsterdam konzertiert. Ausgebildet an der Londoner Royal Academy of Music und der Guildhall School of Music, hat O’Kane auch mit dem Geiger Pekka Kuusisto, dem Sänger Ian Bostridge und der Trompeterin Alison Balsom musiziert. Als Solist trat er unter anderem mit dem Philharmonia Orchestra unter Vladimir Ashkenazy auf. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet den Cellisten mit zeitgenössischen Komponisten wie Lera Auerbach, Giya Kancheli oder Jörg Widmann. Auch die ausgezeichnete CD-Produktion der Streichquartette von Peteris Vasks entstand in enger Verbindung zu dem lettischen Komponisten. O’Kane spielt gegenwärtig auf einem Ruggeri-Violoncello aus Cremona von 1698.

www.briancellokane.com 

Violoncello

Nathan Braude

Nathan Braude konzertierte bereits bei vielen namenhaften Institutionen der Musikwelt, wie der Londoner Wigmore Hall, dem Théâtre de la Ville in Paris, dem Concertgebouw in Amsterdam oder dem Palais des Beaux-Arts  in Brüssel. Als Solist trat er u.a.  mit den Brüsseler Philharmonikern, dem Orchestre National de Lille, dem Orchestra della Svizzera italiana und dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège auf. Darüber hinaus spielte er bei Festivals wie u.a. dem Progretto Martha Argerich in Lugano, dem Ravinia Festival in Chicago und dem Festival Juventus. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Nathan Braude Solo-Bratschist beim Gürzenich-Orchester Köln. Zuvor war er in gleicher Position bei den Brüsseler Philharmonikern und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen tätig. Seit 2010 tritt er regelmässig mit seiner Frau, der Pianistin Polina Leschenko, als Duett auf. Seit September 2017 ist Nathan Braude Professor für Viola am Royal College of Music in London. Er spielt eine Bratsche von Pietro Giovanni Mantegazza, die 1772 in Milan gebaut wurde.

Viola

Bryony Gibson-Cornish

© Marco Borggreve

Die gebürtige Neuseeländerin Bryony Gibson-Cornish studierte am Royal College of Music in London und an der Juilliard School in New York. Sie ist Mitglied des Marmen Quartet, wirkt aber als Gastspielerin auch regelmäßig bei Orchestern wie der Manchester Camerata, den London Mozart Players und dem Royal Philharmonic Orchestra mit. In ihrer neuseeländischen Heimat tritt die Bratscherin außerdem als Solistin und Dozentin beim International Akaroa Music Festival auf. 

Viola

Daniel Xia

Der erst 18-jährige schwedische Pianist Daniel Xia studiert derzeit noch an der Musikskolan Lilla Akademien in Stockholm. Zugleich ist er schon ein vielgefragter Solist und Kammermusiker. So musizierte er zusammen mit dem Schwedischen Radiosymphonieorchester und den Göteborger Symphonikern und trat in Dänemark, Deutschland, Italien und Spanien auf. Außerdem erhielt der Pianist Einladungen zum Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Lang Lang Shenzhen Futian International Piano Festival und dem Trasimeno Music Festival in Italien. Als Preisträger wurde er beim 2. Futian National Piano Competition for Young Pianists 2017 in Shenzhen, dem Stockholm International Music Competition 2016 und dem Nordic Steinway Festival 2012 in Kopenhagen ausgezeichnet.

Klavier

LUDWIG VAN BEETHOVEN

Streichquintett C-Dur op. 29 (1801)

ARVO PÄRT

Fratres (1979/91)

LUDWIG VAN BEETHOVEN

Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2 "Der Sturm" (1801/02)

Improvisationen über Beethoven-Variationen und Vivaldi-Konzerte, kombiniert mit finnischer Rockmusik

PROGRAMM

Ludwig van Beethoven steht dieses Jahr im Zentrum von Young Euro Classic. Mit allen seinen neun Symphonien, mit Klavierkonzerten und der großen Chor-Fantasie. Da will auch das Ensemble O/Modərnt nicht zurückstehen. Und wer die Schweden und ihren kreativen Kopf Hugo Ticciati von früheren Jahren in Erinnerung hat, der weiß, dass bei diesen Musikern mühelos die Grenzen zwischen Klassik, Rock und World Music übersprungen werden. Von Beethoven haben sie sich die packende Klaviersonate mit dem Beinamen „Der Sturm“ ausgesucht, dazu sein C-Dur-Streichquintett. Doch von dort aus geht die stürmische musikalische Reise erst los: über den Esten Arvo Pärt nach Finnland und dann wieder zurück zu Vivaldi. Barock trifft auf Rock – und mittendrin immer wieder Beethoven. Dazu schart der Geiger Ticciati den finnischen Rockgitarristen Marzi Nyman, seine Kollegin Priya Mitchell an der Geige, den irischen Cellisten Brian O’Kane und weitere hochkarätige Musiker um sich. Sie alle verbindet ein Ziel: ohne stilistische Scheuklappen gute Musik zu machen!

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