European Union Youth Orchestra

© Andrew McCoy

Europäischer geht es nicht: Aus allen EU-Staaten kommen die 140 Musiker*innen, die jährlich durch Vorspiele aus etwa 4000 Kandidaten für das European Union Youth Orchestra ausgewählt werden. Etwa 3000 Musiker*innen haben in den nunmehr über 40 Jahren seit der Gründung 1976 das EUYO durchlaufen; nach Vladimir Ashkenazy, der 15 Jahre an der Spitze des EUYO stand, ist seit Herbst 2015 Vasily Petrenko neuer Chefdirigent des Orchesters. Tourneen führten das EUYO um den ganzen Erdball, nach São Paulo und New York ebenso wie nach Mumbai und Seoul. Die Auftritte bei Young Euro Classic – darunter mit Vladimir Ashkenazy, Herbert Blomstedt und Gianandrea Noseda – gehören seit Gründung des Festivals zu den jährlichen Glanzlichtern. 2019 setzte das EUYO mit seiner dreitägigen Residence und der Aufführung von Beethovens Neunter in und vor dem Konzerthaus Berlin ein besonders spektakuläres Highlight. Im Zusammenhang mit dem Brexit hat das EUYO 2018 seinen Sitz von London in das norditalienische Ferrara verlegt.

www.euyo.eu

Europa
10. August 2020 20:00

Konzerthaus, Berlin

Gianandrea Noseda

© Pasqualetti

Die musikalischen Posten, die der Italiener Gianandrea Noseda derzeit innehat, sind kaum zu übersehen: Schwerpunktmäßig arbeitet der 56-jährige Mailänder als Chefdirigent beim National Symphony Orchestra in Washington DC, zugleich ist er dem London Symphony Orchestra und dem Israel Philharmonic als Erster Gastdirigent fest verbunden, Chefdirigent des Orquestra de Cadaqués und künstlerischer Leiter des Stresa-Festivals in Italien. Im Juli 2018 ernannte ihn darüber hinaus das Zürcher Opernhaus zum nächsten Generalmusikdirektor ab 2021. Hinzu kommen Auftritte mit den führenden Orchestern beidseits des Atlantik. Auch als Operndirigent hat sich Noseda einen hervorragenden Namen gemacht, nicht nur in seiner Zeit als Musikdirektor am Teatro Regio in Turin (2007-18). In seiner reichen Diskografie reicht die Bandbreite von Dvořák und Liszt über Casella, Respighi und Dallapiccola bis zu Schostakowitsch und Prokofjew. Außerdem nahm er Opernalben mit Anna Netrebko, Diana Damrau, Ildebrando d’Arcangelo und Rolando Villazón auf.

www.gianandreanoseda.com

Dirigent

Renaud Capuçon

© Simon Fowler

Der französische Geiger Renaud Capuçon zählt zur Elite seiner Zunft, der auf allen wichtigen Konzertpodien in Europa, Amerika und Asien auftritt. Bei den Berliner Philharmonikern unter Bernard Haitink spielte er ebenso wie beim Deutschen Symphonieorchester unter Robin Ticciati und der Staatskapelle Berlin unter Antonio Pappano. Einer seiner wichtigsten Mentoren war Claudio Abbado, der den Geiger 1998 zum Konzertmeister seines Gustav Mahler Jugendorchesters machte. Zu den Kammermusikpartnern des 44-Jährigen zählen – neben seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon – die Pianistinnen Martha Argerich und Katia Buniatishvili sowie die Cellisten Yo-Yo Ma und Mischa Maisky. Mit dem Pianisten Kit Armstrong brachte der Geiger im Mai 2018 im Pierre Boulez Saal alle Violinsonaten von Mozart zur Aufführung. Mit Frank Braley nahm Capuçon die zehn Beethoven-Violinsonaten auf, außerdem war er maßgeblich an der Gesamtaufnahme von Faurés Kammermusik beteiligt. Zu seinen jüngsten CD-Produktionen zählen zeitgenössische Werke von Rihm, Dusapin und Mantovani. Er spielt die Guarneri del Gesù „Panette“ (1737), die früher Isaac Stern gehörte.

www.renaudcapucon.com

Violine

HANNAH KENDALL

Neues Werk (Uraufführung, Auftragswerk der European Broadcasting Union)

ERNEST CHAUSSON

„Poème“ Es-Dur op. 25 (1896)

MAURICE RAVEL

„Tzigane“ Konzertrhapsodie (1924)

HECTOR BERLIOZ

Symphonie fantastique op. 14 (1830-1832)

19 Uhr: Konzerteinführung mit Dieter Rexroth im Werner-Otto-Saal
Einlass mit Konzertticket um 18:45 Uhr

Dieses Konzert ist dank der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Teil des Kulturprogramms zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

PROGRAMM

Das wird mit Sicherheit das krönende Finale von Young Euro Classic 2020! Nachdem das European Union Youth Orchestra (EUYO), in dem Musiker*innen aus allen EU-Staaten vertreten sind, im letzten Jahr mit Beethovens Neunter den ganzen Gendarmenmarkt in Begeisterung versetzt hat, bleiben sie diesmal wieder ganz im Konzerthaus. Allerdings mit einem exquisiten Programm, das jede Menge Brillanz und Raffinesse verspricht. Im Mittelpunkt steht die Symphonie fantastique von Hector Berlioz, ein grandioses Orchesterspektakel  zwischen Liebestaumel und Hexensabbat. Hinzu kommen zwei sehr unterschiedliche Beispiele für französische Geigenkunst, das elegische Poème von Ernest Chausson und die mitreißende Tzigane von Maurice Ravel – interpretiert von dem französischen Ausnahmegeiger Renaud Capuçon. Nicht zu vergessen das aktuelle i-Tüpfelchen auf dem Programm des EUYO: Zum Abschied aus der EU erhielt noch einmal eine Britin, Hannah Kendall, von der European Broadcasting Union (EBU) den Auftrag für ein brandneues Orchesterstück, das an diesem Abend uraufgeführt wird.

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