Chineke! Junior Orchestra

© Orlando Gili

Das schönste Lob bekam das Orchester von Sheku Kanneh-Mason, jenem jungen Cellisten, der durch seinen Auftritt bei der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle ins weltweite Rampenlicht katapultiert wurde: „Das Chineke! Orchestra hat mich wahnsinnig inspiriert, weil ich plötzlich von Musikern umgeben war und deren Geschichten gehört habe, die mich auf eine Art und Weise ansprachen, wie es mir vorher noch nie passiert ist“ 2015 wurde das Chineke! Junior Orchestra – gleichzeitig mit dem Chineke! Orchestra – gegründet, um Musiker_innen of Colour eine Plattform für ihre musikalische Ausbildung zu geben. Intensive pädagogische Betreuung gehört ebenso dazu wie Auftritte in der Royal Festival Hall, der Queen Elizabeth Hall und die erfolgreiche Teilnahme an dem TV-Wettbewerb „Britain’s Got Talent“. Die jungen Orchestermitglieder kommen aus ganz Europa und sind 11 bis 22 Jahre alt. Gründerin und Künstlerische Leiterin der Chineke Foundation ist die Ex-Sprinterin und Kontrabassistin Chi-Chi Nwanoku, die zuvor 30 Jahre im Orchestra of the Age of Enlightenment wirkte.

www.chineke.org

International / Großbritannien
11. August 2022 20:00 Uhr

Konzerthaus, Berlin

Glass Marcano

© privat

Die Dirigentin Glass Marcano stammt aus Venezuela, wo sie im Rahmen des nationalen Musikprogramms El Sistema auch ihre ersten Schritte als Geigerin tat. 2006 wurde sie in das Yaracuy Symphonieorchester und das Yaracuyana Jugendsymphonieorchester übernommen, wo sie bis 2012 blieb. Nach einem zwischenzeitlichen Jurastudium begann Glass Marcano 2015 ihre Ausbildung als Dirigentin an der Nationalen Akademie der Künste in Caracas. Außerdem nahm sie an zahlreichen Dirigierkursen teil, so bei  François-Xavier Roth, Giancarlos Guerrero, Claire Gibault und Maxime Pascal. 2019 erreichte sie bei der ersten Ausgabe des Dirigentinnen-Wettbewerbs La Maestra das Halbfinale. Derzeit setzt Marcano ihr Studium in Paris fort; in letzter Zeit dirigierte sie unter anderen das Gulbenkian Orchester Lissabon, das Symphonieorchester Bogotá und das Mozart-Orchester Paris.

Dirigentin

Gerard Aimontche

© Emil Matveev

Der russische Pianist afrikanischer Herkunft erhielt in Moskau seine exzellente Ausbildung, die von der berühmten Gnessin-Schule bis zum Tschaikowski-Konservatorium alle wichtigen Etappen durchlief. Inzwischen ist Gerard Aimontche nicht nur in vielen Städten Russlands aufgetreten; er wurde auch zum Mozarteum Salzburg, dem Jazz Festival Montreux und in die Carnegie Hall eingeladen. Außerdem gewann er den Internationalen Grieg-Wettbewerb sowie die internationalen Wettbewerbe Maria Yudina und Nikolai Rubinstein für junge Pianist_innen. 2016 gab er sein Orchesterdebüt mit Rachmaninows 3. Klavierkonzert beim Festival Color of Music in Charleston, South Carolina. Dasselbe Konzert nahm Aimontche auch 2017 mit dem Chineke! Orchestra in der Royal Festival Hall in London auf. „Die wohlbekannten Schwierigkeiten scheinen für die bewegliche und klangvolle Interpretation des jungen russischen Virtuosen kein Problem darzustellen“, urteilte das BBC Magazine. 2018 unternahm der Pianist auf Einladung von Steinway & Sons eine ausgedehnte Chinatournee.

Piano

SAMUEL COLERIDGE-TAYLOR

„Othello Suite“ op. 79 (1909)

STEWART GOODYEAR

„Callaloo – Caribbean Suite“ (2016)

PJOTR I. TSCHAIKOWSKI

Symphonie Nr. 4 f-Moll op. 36 (1877)

Über das Konzert

Gestatten Sie uns einen Selbstversuch: Wie viele Schwarze Klassikinterpreten fallen Ihnen auf Anhieb ein? Die Chineke! Foundation will das Privilegiengefälle, das zu dieser Einseitigkeit führt, durchbrechen: Seit 2015 fördert die britische Stiftung Schwarze Künstler_innen im Klassikbereich und schafft Chancen für musikalisch begabte People of Colour, die sich nicht selten als karriereentscheidendes Sprungbrett in die Klassikwelt entpuppen. Auch das Konzertprogramm des Chineke! Junior Orchestras spiegelt die Mission wider, mehr Diversität in den Konzertbetrieb zu bringen. Am Anfang steht mit Samuel Coleridge-Taylor ein Londoner Komponist sierra-leonischer Herkunft, der schon vor über 100 Jahren ein hervorragendes Beispiel musikalischer Integration abgab. Den solistischen Mittelteil bestreitet der Pianist Gerard Aimontche mit dem Klavierkonzert von Stewart Goodyear, das sich der Kanadier 2016 für die eigenen virtuosen Finger komponiert hat. Und nach der Pause gibt es dann große romantische Gefühle – mit Tschaikowskis vierter Symphonie, deren Qualitäten nicht hinter dem populäreren Doppel der Fünften und Sechsten zurückstehen. Am Pult steht mit Glass Marcano ebenfalls eine spannende Künstlerin: Beim Dirigentinnen-Wettbewerb „La Maestra“ 2019 gewann die Venezolanerin nicht nur den Orchesterpreis. Sie triumphierte auch als absoluter Publikumsliebling. Sie werden Ohren machen!

 

Mitschnitt

Das Konzert wird LIVE auf ARTE CONCERT gestreamt und sind danach in der
Mediathek abrufbar: arteconcert.com.

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