Bundesjugendorchester

© Selina Pfruener

Im vergangenen Jahr wurden sie 50, aber von nachlassender Energie und Kreativität kann keine Rede sein: Wenn es um neue Programmideen und spannende Konzertprojekte geht, hat das Bundesjugendorchester (BJO) stets die Nase vorn. Auch bei Young Euro Classic, wo das BJO seit dem ersten Festivaljahr zu den unverzichtbaren Stammgästen gehört, reicht die Palette ungewöhnlicher Konzerte von Auftritten mit dem Bundesjugendballett bis zu Filmmusik von der Stummfilmzeit bis heute. Entscheidend ist die Vielseitigkeit: Unter dem Motto „Spielen. Fördern. Begeistern“ treffen sich die jungen Musiker*innen zwischen 14 und 19 Jahren, zumeist Erste Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert, mehrmals pro Jahr zu intensiven Arbeitsphasen. Dabei erarbeiten sie Kompositionen aus allen Epochen, auch zeitgenössische Werke sowie Uraufführungen gehören zum festen Bestandteil der Programme. Seit langem zählt das BJO zu den wichtigsten Kulturbotschaftern Deutschlands, wie jüngste Reisen in die Ukraine (2017), nach Indien (2018) und Südafrika (2019) zeigen. Seit 2013 unterstützen die Berliner Philharmoniker als Patenorchester das BJO durch gemeinsame Proben, Meisterkurse und Konzerte.

www.bundesjugendorchester.de

 
World Youth Choir

© Claire Kidwell

Der World Youth Choir ist ein internationales Ensemble der besten jungen Chorsänger*innen aus der ganzen Welt. Der 1989 gegründete Chor wird jedes Jahr durch Online-Vorsingen, das von einer internationalen Fachjury betreut wird, neu zusammengesetzt. Er vereint bis zu 100 junge Talente im Alter von 17 bis 26 Jahren zu einer Proben- und Konzertphase. In den vergangenen 30 Jahren hat der World Youth Choir über 1000 Sänger*innen aus 75 verschiedenen Ländern zusammengebracht und mehr als 300 Konzerte in 37 verschiedenen Ländern gegeben. Durch die Anerkennung als UNESCO-Friedenskünstler (1996-1998), das Mitwirken bei den Olympischen Spielen (Barcelona 1992, Beijing 2008) und einer Friedensnobelpreisverleihung (2011) ist er zu einem globalen Symbol für Frieden und Einheit geworden. Getragen wird der World Youth Choir durch die European Choral Association – Europa Cantat, den Internationalen Verband für Chormusik und Jeunesses Musicales International.

Deutschland
09. August 2020 20:00

Konzerthaus, Berlin

Tan Dun

© Columbia Artists

Der chinesische Multi-Künstler Tan Dun zählt zweifellos zu den schillerndsten Persönlichkeiten im internationalen Musikbetrieb. Geboren in der Provinz Hunan, heute wohnhaft in New York, hat der 62-Jährige es immer wieder geschafft, mit Originalität und Kreativität die Grenzen der klassischen Musik, der multimedialen Darbietungen und der östlichen wie westlichen Traditionen zu überwinden. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Musik zu Ang Lees Film Tiger and Dragon (2000) bekannt, für den er mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Das Video-Musik-Projekt The Map komponierte er für den Cellisten Yo-Yo Ma,  das Schlagzeugkonzert The Tears of Nature für Martin Grubinger. Immer wieder bezieht Tan Dun Elemente wie Wasser, Papier und Steine in seine Kompositionen ein. Die von Google in Auftrag gegebene Internet Symphony Nr. 1 erreichte 2008 mehr als 23 Millionen User. Zugleich ist er ein vielgefragter Dirigent, der in dieser Saison außer beim Bundesjugendorchester bei Symphonieorchestern in Oslo, Turin, Melbourne, Shenzen und Guangzhou am Pult steht.

www.tandun.com

Dirigent

Iris Hendrickx

© Rick Stockwell

Die junge belgische Sopranistin Iris Hendrickx tritt sowohl als Opern- wie auch als Konzertsängerin auf. Ihr Repertoire reicht von Mozarts Pamina und Zerlina bis zu Bizets Micaela und der Antonia in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen. Erst kürzlich hat die Sängerin eine CD mit französischen Opernarien aufgenommen. Auf der Konzertbühne arbeitete sie mit Dirigenten wie Philippe Herreweghe, Jost van Immerseel, Frieder Bernius und Patrick Fournillier zusammen.

www.irishendrickx.com

 

 

 

Sopran

Jo-Pei Weng

© Jo-Pei Weng

Die Altistin Jo-Pei Weng erhielt ihre sängerische Ausbildung zuerst in ihrer taiwanesischen Heimat, anschließend an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, USA. Inzwischen hat sie sich vor allem auf der Opernbühne einen Namen gemacht, wo sie als Dorabella in Così fan tutte, La Zia Principessa in Suor Angelica, Suzuki in Madama Butterfly, Amneris in Aida und als Bizets Carmen erfolgreich war. 2014 sang sie die Olga in Tschaikowskis Eugen Onegin an der Pekinger Oper; außerdem trat sie als erste taiwanesische Sänger beim Festival „Weiße Nächte“ in St. Petersburg auf.

 

 

 

Alt

Xavier Moreno

© Xavier Moreno

Der aus Barcelona stammende Tenor Xavier Moreno erhielt sein erstes Engagement am Staatstheater Mannheim, wo er sich ein breites Repertoire erarbeitete. Inzwischen tritt er als Gast an vielen deutschen und europäischen Opernhäusern auf. Gefragt ist er vor allem in den Titelrollen von Verdis Don Carlos und Massenets Werther, als Cavaradossi in Tosca, Pinkerton in Madama Butterfly und Don José in Carmen. Im Konzert zählen die Tenorpartie in Verdis Requiem, das Stabat Mater von Dvořák und Elgars The Dream of Gerontius zu seinem Repertoire.

 

 

 

Tenor

Johannes D. Schendel

© Anne De Gelas

Der gebürtige Kaufbeurener Johannes D. Schendel studierte Gesang an der Musikhochschule Frankfurt am Main bei Michael Schopper und wurde als Stipendiat des Deutschen Musikwettbewerbs in die Bundesauswahl „Konzerte junger Künstler“ aufgenommen. Inzwischen ist er Mitglied des RIAS-Kammerchors Berlin, tritt aber weiterhin als Konzertsolist im In- und Ausland auf. Dabei hat er unter Dirigenten wie Sigiswald Kuijken, Paul Goodwin, Sylvain Cambreling, Lothar Zagrosek, Masaaki Suzuki und René Jacobs gesungen.

 

 

Bass

Jörn Hinnerk Andresen

© Johannes G

Der aus Schleswig-Holstein stammende Jörn Hinnerk Andresen kam über Stationen in Zwickau, Koblenz und am Gärtnerplatztheater München an die Sächsische Staatsoper Dresden, wo er 2014-19 als Chordirektor wirkte. Im Laufe seiner Kapellmeistertätigkeit hat Andresen mehr als 60 Opern, Operetten und Musicals aus verschiedensten Epochen dirigiert. Er wird regelmäßig von den führenden Chören in München, Leipzig, Kopenhagen und Paris zu Konzerten, CD-Produktionen und Einstudierungen eingeladen; außerdem war er 2008-13 als Chordirektor bei den Salzburger Festspielen tätig. Zum Wintersemester 2019/20 hat Andresen eine Professur für Chordirigieren am Mozarteum in Salzburg angetreten. Sein besonderes Interesse gilt darüber hinaus der Barockmusik; so gründete er das Barockorchester Cappella Confluentes und arbeitet als Gastdirigent mit der Lauttencompagney Berlin zusammen.

Einstudierung Chor

TAN DUN

„Nine” (2020)

LUDWIG VAN BEETHOVEN

Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 (1824)

19 Uhr: Konzerteinführung mit Anastassia Boutsko (Deutsche Welle) im Werner-Otto-Saal
Einlass mit Konzertticket um 18:45 Uhr

PROGRAMM

Wenn schon Beethoven im Beethoven-Jahr, dann mit einer besonderen Note! Dachte sich das Bundesjugendorchester und lud den chinesischen Ausnahme-Künstler Tan Dun ein, um gemeinsam mit den besten deutschen Musiker*innen zwischen 13 und 19 Jahren Beethovens neunte Symphonie aufführen. Wenn somit also Mitteleuropa auf Fernost trifft, ist ein ungewöhnliches Ergebnis garantiert. Und wenn dann auch noch der World Youth Choir, der mit seiner Besetzung seinem Namen alle Ehre macht, den Schlusschor „Ode an die Freude“ anstimmt, dann bekommen Schillers berühmte Verse noch einmal eine viel tiefere Bedeutung. Doch damit nicht genug: Tan Dun, ein Meister der kreativen Auseinandersetzung mit musikalischen Traditionen, hat auch kompositorisch den Blick auf Beethoven gerichtet. Als besonderes Geburtstagsgeschenk zum 250. des symphonischen Großmeisters steuert er einen Prolog für Chor und Orchester unter dem Titel Nine bei.

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