Als „Baltic Sea Youth Philharmonic“ gegründet, sorgt das Baltic Sea Philharmonic seit 2008 mit seinen temperamentvollen Auftritten und abwechslungsreichen Programmen – nicht nur bei Young Euro Classic – für Furore. Nach wie vor kommen die Mitglieder des Baltic Sea Philharmonic aus den zehn Ländern des Ostseeraums, von den skandinavischen über die baltischen Staaten bis zu Russland, Polen und Deutschland. Diese Gemeinschaft von Musikern des Ostseeraums hat das Ziel, Menschen zusammenzubringen und geographische wie historische Grenzen zu überwinden; geleitet werden sie von der Vision, die kulturellen Schätze dieser Region zu bewahren und zu erneuern, so durch Auftragskompositionen. Künstlerischer Leiter beider Ensembles ist Kristjan Järvi. Das diesjährige Programm „Waterworks“ führt das Baltic Sea Philharmonic außer zu Young Euro Classic u. a. auch in die Elbphilharmonie Hamburg und in die dänische Kulturhauptstadt Aarhus.
Konzerthaus, Berlin
Prof. Dr. Sebastian Nordmann, geboren 1971 in Kiel, studierte Musikwissenschaften und Neuere Geschichte, zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, später dann an der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin. Im direkten Anschluss an seinen Magister promovierte er bei Prof. Dr. Christian Martin Schmidt über das Thema „Der Einfluss des Schleswig-Holstein Musik Festivals auf die Musiklandschaft Schleswig-Holstein“. Während seines Studiums sammelte Sebastian Nordmann praktische Erfahrungen im Kulturbereich beim Edinburgh Festival, der Kulturabteilung der Bayer AG, als Orchestermanager des Landesjugendorchesters Schleswig-Holstein und als Intendanzassistent bei den Festspielen Mecklenburg- Vorpommern. Im Anschluss an die Promotion arbeitete er für zwei Jahre bei der strategischen Unternehmensberatung The Boston Consulting Group in Berlin. Von Oktober 2002 bis Dezember 2008 war er Intendant und Geschäftsführer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Von 2008 bis 2013 unterrichtete er als Professor das Fach Musikmanagement / Karriereplanung an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. In dem Fach geht es um die Entwicklung von Eigeninitiative, Kreativität, Selbsteinschätzung und unternehmerischem Denken der Studenten. Seit September 2009 ist Sebastian Nordmann Intendant des Konzerthauses Berlin und des Konzerthausorchesters Berlin.
Der Dirigent Kristjan Järvi gehört zu jenem eher raren Typus Musiker, die sich virtuos zwischen verschiedenen Genres hin und her bewegen. Ob Klassik, Jazz oder Hip Hop: Nicht zuletzt mit seinen verschiedenen Ensembles pflegt der 45-Jährige seine weitgefächerten Neigungen. Seit 2012 ist er Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters in Leipzig; zugleich leitet er nach wie vor das von ihm gegründete New York Absolute Ensemble. Geboren in den USA als jüngster Sohn des estnischen Dirigenten Neeme Järvi, ist der Dirigent unermüdlich im Einsatz für die zeitgenössische Musik. Er gab über 100 Werke in Auftrag, darunter an Komponisten wie Arvo Pärt, Tan Dun und Erkki-Sven Tüür. Steve Reich und HK Gruber zählen genauso zu seinen künstlerischen Partnern wie Anoushka Shankar, Hauschka und Marcel Khalife. Bisher veröffentlichte Kristjan Järvi mehr als 60 Alben, die von Filmmusik wie „Cloud Atlas“, „Hologram for the King“, „Sense 8“ bis hin zu seiner gleichnamigen Serie „Kristjan Järvi Sound Project“ reichen.
Seine erste CD mit Violinkonzerten von Chatschaturjan und Barber, 2011 erschienen, trug bezeichnenderweise den Titel „Two Souls“. Zwei Seelen schlagen in der Tat in der Brust des 32-jährigen Geigers Mikhail Simonyan. Geboren in Nowosibirsk als Sohn armenisch-russischer Eltern, kam er schon früh in die USA, wo er als 15-Jähriger in der New Yorker Carnegie Hall debütierte. Sein Lehrer am Curtis Institut in Philadelphia war der Russe Victor Dansherenko, der noch direkt mit Prokofjew, Schostakowitsch und Chatschaturjan zusammengearbeitet hatte. Seit 2013 engagiert sich Simonyan neben seiner Konzerttätigkeit zusätzlich als Künstlerischer Leiter des neugegründeten Kaluga Youth Symphony Orchestra in Moskau sowie als Präsident der Open Sea Foundation. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr als ein Dutzend musikalische Projekte vor allem in Russland zu unterstützen, so in den letzten Jahren konzertante Aufführungen der Opern Jewgeni Onegin und Carmen in Russland und Litauen.
„Water Possessed Afresh“ (2017)
Wassermusik (1717)
„Drenched“ (2014)
Konzert für Violine Nr. 2 „The American Four Seasons“ (2009)
„Aguas da Amazonia“ (2016, arr. Charles Coleman)
Feiern Sie mit uns! Beim traditionellen PUBLIKUMSFEST im Anschluss an das Konzert.
19:00 Uhr: Konzerteinführung mit Anne Kussmaul im Werner-Otto-Saal — Einlass mit Konzertticket um 18:45 Uhr
PROGRAMM: „Waterworks“
Ostsee meets Amazonas: Aus allen Anrainerstaaten der Ostsee kommen die Musiker des Baltic Sea Philharmonic, und ihr diesjähriges Sommerprojekt haben sie unter den Titel Waterworks gestellt. Selbstverständlich fällt jedem Musikfreund dabei als erstes Händels Wassermusik ein – das Baltic Sea Philharmonic spielt das populäre Stück neben neuen Werken mit thematisch passenden Titeln wie Drenched (Durchnässt) von Charles Coleman und Water Possessed Afresh (Wieder vom Wasser Besessen oder auch Neu Besetztes Wasser) von Gene Pritsker. Doch beim Konzert in Berlin rauschen auch die Wellen im südamerikanischen Dschungel. Der US-Amerikaner Philip Glass, Pionier der Minimal Music, hat die Musik für seine Ballettkomposition Aguas da Amazonia den vielstimmigen Klängen und Rhythmen des Amazonas und seiner Nebenflüsse abgelauscht. Und auch hier darf sich das Publikum auf eine neuinstrumentierte Version für großes sinfonisches Orchester freuen, die Kristjan Järvi und sein Baltic Sea Philharmonic mitbringen.
Mitschnitt
Dieses Konzert wird LIVE und ON DEMAND auf ARTE CONCERT gestreamt: concert.arte.tv/young-euro-classic