Ševčík Academy Orchestra

© privat

Das Ševčík Academy Orchestra wurde 2019 als Teil einer Akademie gegründet. Sie erinnert mit ihrem Namen an Otakar Ševčík (1852-1934), einen der bedeutendsten Geigenpädagogen seiner Zeit, der in aller Welt unterrichtet hat, aber auch eine vielbenutzte „Schule der Violintechnik“ verfasste. Die Akademie hat ihren Sitz in Horažďovice, einer kleiner südböhmischen Stadt, dem Geburtsort von Ševčík. Hier findet sich ein internationales Team von Lehrenden zusammen, dem renommierte Solisten und Orchestermusiker angehören, darunter Mitglieder der Tschechischen Philharmonie und der Berliner Philharmoniker. Sie arbeitet nach den Traditionen von Ševčíks Unterrichtsmethode, die eine technisch perfekte Beherrschung des Instruments verfolgte, um daraus die nötige Freiheit der Interpretation entwickeln zu können. Ehren-Chefdirigent des Ševčík Academy Orchestra ist Jakub Hrůša, der Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und designierter Music Director des Royal Opera House Covent Garden in London.

Tschechien
17. August 2024 20:00 Uhr

Konzerthaus Berlin

Alena Hron

© Michal Bares

Die tschechische Dirigentin Alena Hron erhielt ihre Ausbildung zuerst am Prager Konservatorium und der Akademie für darstellende Künste; später wechselte sie nach Oslo und zuletzt nach Zürich, wo sie an der Akademie der Künste kürzlich ihren Masters-Abschluss machte. Als einzige derzeitige Stipendiatin der Taki Alsop Conducting Fellowship erhält die Musikerin über zwei Jahre hinweg intensive Förderung und Coaching durch die Dirigentin Marin Alsop. 2023 feierte Alena Hron ihr Debüt beim Prager Frühling, außerdem dirigierte sie die Bohuslav Martinů Philharmonie sowie die Janáček Philharmonie, darunter bei Konzerten in Berlin und Paris. Erste Opernerfahrungen sammelte Alena Hron am Schlesischen Theater in Opava/Oppau mit Verdis Rigoletto und dem Musical Funny Girl. Parallel zu Jakub Hrůša, dem Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker und zukünftigen Music Director an der Covent Garden Opera in London, leitete sie in den vergangenen beiden Jahren die sommerlichen Konzerte des Ševčík Academy Orchestra. Ab der Spielzeit 2024/25 wird sie neue Chefdirigentin der Südtschechischen Philharmonie mit Sitz in Ceske Budejovice.

www.alenahron.cz

Dirigentin

Tomáš Jamník

© Marek Novotný

1985 in Prag geboren und heute in Berlin lebend, hat sich der tschechische Cellist Tomáš Jamník als Interpret sowohl klassischer als auch zeitgenössischer Kompositionen in der internationalen Klassikszene etabliert. Er studierte u. a. bei Josef Chuchro an der Prager Akademie der darstellenden Künste, später in Leipzig bei Peter Bruns und an der Universität der Künste Berlin bei Jens Peter Maintz. 2006 gewann er den Internationalen Musikwettbewerb des Festivals Prager Frühling, seitdem ist der Musiker mit international renommierten Orchestern in Europa, den USA und Asien aufgetreten, darunter auch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Robin Ticciati. Zu seinen Kammermusik-Partnern zählen der Pianist Leif Ove Andsnes, der Geiger Josef Špaček, die Mezzosopranistin Magdalena Kožená und das Pavel Haas-Quartett. Im Rahmen seines Engagements für zeitgenössische Musik brachte er Werke der tschechischen Komponisten Miroslav Srnka, Michal Nejtek, Slavomír Hořínka und Ondřej Kukal zur Uraufführung. Seit 2015 ist er Künstlerischer Leiter der Tschechischen Kammermusikakademie, seit 2019 amtiert er in derselben Position an der Ševčík-Akademie.

www.tomasjamnik.cz

Violoncello

Matteo Hager

© privat

Der tschechisch-amerikanische Geiger Matteo Hager erhielt nach seinem Abitur am Musikgymnasium in Prag ein Stipendium für die Royal Academy of Music in London, wo er derzeit bei Rodney Friend studiert. Der 21-Jährige hat bereits mehrere internationale Wettbewerbe gewonnen, so den Violinwettbewerb Josef Micka, den Wettbewerb France Musique, den Augustin Aponte Musikwettbewerb und die „Note di Talento“. 2023 wurde Matteo Hager vom BBC Music Magazine als „Rising Star“ ausgezeichnet. Außerdem trat er mit allen wichtigen Orchestern Tschechiens unter Dirigenten wie Tomáš Netopil, Tomáš Brauner, Radek Baborák, Petr Vronský und Jan Kučera auf. 2023 erhielt der Geiger die ehrenvolle Aufgabe, die Royal Academy of Music als Solist in New York City zu repräsentieren. Sein großes Interesse gilt neben der Violine der Komposition; mehrfach ist Hager schon mit eigenen Werken aufgetreten.

Violine

Jiří Teml

Der tschechische Komponist Jiří Teml, Jahrgang 1935, kann auf eine überaus lange und fruchtbare Schaffenszeit zurückblicken; nahezu unüberschaubar ist die Vielzahl seiner Kompositionen. Große Bekanntheit erzielte Teml auch durch seine Jahrzehnte lange Tätigkeit beim Radio, zuerst in Pilsen, später bei Radio 3 in Prag. Seinen ersten großen Erfolg als Komponist erzielte Teml 1972 bei Festival Prager Frühling mit seiner Fantasia appassionata für Orgel. Stand in den frühen Jahren, beeinflusst vor allem von der polnischen Avantgarde, das zeitgenössische Idiom im Vordergrund, wechselte Teml später zu einem persönlichen Stil, der stärker melodische und rhythmische Elemente der tschechischen Volksmusik aufnahm. Neben symphonischen Werken steht vor allem Kammermusik im Mittelpunkt, in der Teml immer wieder mit neuen Kombinationen vom Duo bis zum Sextett experimentierte. Des Weiteren finden sich Solo-Kompositionen für Orgel und Cembalo neben Vokalwerken und Chormusik. Teml komponierte außerdem die beiden Opern für Kinder Des Kaisers neue Kleider (2006) und Der gestiefelte Kater (2008) sowie mehrere Liederzyklen für Kinderchöre.

Komponist (Wettbewerbsbeitrag Europäischer Kompositionspreis 2024)

 

BEDŘICH SMETANA

„Die Moldau“ aus „Mein Vaterland“ (1874)

JIŘÍ TEML

Konzert für Violoncello und Orchester (Uraufführung) 🏆

BOHUSLAV MARTINŮ

Ouvertüre für Orchester H 345 (1953)

ANTONÍN DVOŘÁK

Romanze für Violine und Orchester f-Moll op. 11 (1873-1877)

VÍTĚZSLAVA KAPRÁLOVÁ

„Suita Rustica“ op. 19 (1938)

ANTONÍN DVOŘÁK

Slawischer Tanz Nr. 7 C-Dur op. 72 (1886/87)

Über das Konzert

Dieses Programm passt perfekt zu Young Euro Classic! Denn was die jungen Musiker:innen vom Ševčík Academy Orchestra und die ebenso junge Dirigentin Alena Hron mit nach Berlin bringen, kombiniert wohlbekannte Melodien mit wirklichen Raritäten – und das alles aus dem unerschöpflichen Fundus der tschechischen Musiklandschaft. Den populären Rahmen bieten Die Moldau von Smetana und ein Slawischer Tanz von Dvořák, aber dazwischen kommt nicht nur der vielfach unterschätzte Bohuslav Martinů zu Wort, sondern erklingt auch die Suita Rustica von Vítězslava Kaprálová, einer tschechischen Komponistin, die 1940 mit nur 25 Jahren starb. Als Uraufführung steuert Jiří Teml außerdem ein neues Cellokonzert bei, das von dem in Berlin lebenden Tomáš Jamník aus der Taufe gehoben wird. Und noch einen vielversprechenden Solisten bringt das tschechische Orchester mit: den 21-jährigen Matteo Hager, der mit der Violinromanze von Dvořák zu erleben ist.

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