Nationaal Jeugdorkest

Das Nationale Jugendorchester der Niederlande (Nationaal Jeugdorkest oder NJO) ist Teil eines umfangreichen musikalischen Gebäudes, das sich in verschiedensten Sparten, vom Barockorchester bis zur Opern-Compagnie, die Förderung musikalischer Talente auf die Fahnen geschrieben hat. Seine Mitglieder sind Studierende niederländischer Konservatorien zwischen 18 und 26 Jahren. Höhepunkt der weitgefächerten Aktivitäten ist in jedem Jahr der NJO Musiksommer Gelderland, bei dem sich auch das Symphonieorchester mit zahlreichen Auftritten präsentiert, bevor es anschließend auf internationale Tournee geht. Dagegen ist die Wintertour jeweils für Konzerte in den wichtigsten Städten der Niederlande reserviert. Derzeit fungiert Antony Hermus als Künstlerischer Berater und Erster Gastdirigent. Daneben haben immer wieder renommierte Gäste wie Philippe Herreweghe, Jaap van Zweden, Ivan Fischer und Oliver Knussen das Orchester geleitet. Nicht zuletzt wirkten renommierte Komponisten wie Steve Reich, John Adams, Kaaja Saariaho und Wolfgang Rihm als „Composer in Residence“ beim NJO.

www.njo.nl

Niederlande
15. August 2024 20:00 Uhr

Konzerthaus Berlin

Antony Hermus

© Marco Borggreve

Der Niederländer Antony Hermus hat seine bisherige Laufbahn als Dirigent zu großen Teilen in Deutschland absolviert. In seiner sechsjährigen Tätigkeit als Generalmusikdirektor des Anhaltischen Theaters Dessau (2009-15) machte er nicht nur durch die Produktion des kompletten Wagner-Ring auf das Theater aufmerksam, sondern ebenso durch Open-Air- und Twitter-Konzerte. Gasteinladungen führten den 50-Jährigen zu den Bamberger Symphonikern und dem Philharmonia Orchestra London, nach Melbourne und Seoul. Seit der Saison 2022/23 ist Hermus Chefdirigent des Belgischen Nationalorchesters in Brüssel; außerdem hat er alle wichtigen niederländischen Symphonieorchester wie das Concertgebouw-Orchester, das Residenz-Orchester und die Rotterdamer Philharmoniker geleitet. Auch die Liste seiner CD-Produktionen zeigt seine künstlerische Neugier. So nahm Hermus mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau Werke von August Klughardt sowie mit den Bamberger Symphonikern Kompositionen der Spätromantiker Alphons Diepenbrock und Siegmund von Hausegger auf. 2019 erschien außerdem eine CD mit Violinkonzerten von Eduard Lassen, Rued Langgaard und Philipp Scharwenka.

www.antonyhermus.com

Dirigent

Boris Giltburg

© Sasha Gusov

Noch in der Sowjetunion erhielt der junge Boris ersten Klavierunterricht bei seiner Mutter, später setzte er seine Ausbildung in Israel fort. Heute zählt der 40-Jährige zu den vielgefragten Pianisten seiner Generation; so musizierte er mit namhaften Dirigenten wie Zubin Mehta, Neeme Järvi, Jukka-Pekka Saraste, Leif Segerstam und Yannick Nézet-Séguin. Als Solist hat sich Giltburg in den vergangenen Jahren immer wieder Schwerpunkte gesetzt: Zum Beethoven-Jahr 2020 nahm er sämtliche 32 Klaviersonaten als Audio und Video auf; außerdem spielte er alle fünf Klavierkonzerte mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Vasily Petrenko. 2021-23 widmete sich Giltburg dem kompletten Soloklavierwerk von Maurice Ravel, das er im Bozar Brüssel, im Muziekgebouw Amsterdam und in der Londoner Wigmore Hall aufführte. 2023 stand darüber hinaus eine intensive Beschäftigung mit dem Klavierwerk von Sergej Rachmaninow aus Anlass von dessen 150. Geburtstag auf dem Programm. Mit großem Engagement betreibt der Pianist auch seinen Blog „Classical music for all“ und schreibt Beiträge für britische und deutsche Musikmagazine.

www.borisgiltburg.com

Klavier

Joey Roukens

© Friso Keuris

Der niederländische Komponist Joey Roukens, Jahrgang 1982, hat sich nach seinem Studium an der Universität Leiden, das er 2006 abschloss, zu einem der interessantesten Komponisten seines Landes entwickelt. Nahezu alle wichtigen Ensembles der Niederlande haben Werke von ihm aufgeführt; neben der großbesetzten Kantate Rising Phenix (2014), dem Violinkonzert (2015) und dem Orchesterwerk Morphic Waves (2015) sticht vor allem Boundless (2016) heraus, das als Auftragswerk des Concertgebouw Orkest zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein entstand. Für das Klavierduo Artur und Lucas Jussen komponierte Roukens das Doppelkonzert In Unison. In seinen Werken sucht der Niederländer höchst unterschiedliche Stile miteinander zu verbinden – von Strawinski und Ravel über Mahler und Sibelius bis zu den Rhythmen des US-amerikanischen Minimalismus und der Klarheit der Renaissance-Polyphonie, nicht zu vergessen Jazz und Pop. Mit Distorted Fantasie (after J. P. Sweelinck) erinnerte Roukens 2021 an den 400. Geburtstag seines Landsmanns Jan Pieterszoon Sweelinck.

www.joeyroukens.com

Komponist (Wettbewerbsbeitrag Europäischer Kompositionspreis 2024)

JOEY ROUKENS

„Night Flight“ (2021, Deutsche Erstaufführung) 🏆

SERGEJ RACHMANINOW

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40 (1926)

IGOR STRAWINSKI

„Petruschka“ (1947)

Über das Konzert

Das Niederländische Jugendorchester – kurz: NJO – blickt auf fast 70 Jahre Geschichte zurück. Und es hat schon mehrfach seine hohe künstlerische Qualität bei Young Euro Classic unter Beweis gestellt! Denn zu der reichen musikalischen Tradition des Landes kommt die zielgerichtete Ausbildung junger Musiker:innen, die hier reiche Früchte trägt. Insofern kann sich das NJO ohne Bedenken an ein hochvirtuoses Orchesterwerk wie Igor Strawinskis Ballett-Suite Petruschka heranwagen, eine farbensprühende, mitreißende Komposition, die alle Orchestergruppen zu ihrem Recht kommen lässt. Auch das solistische Werk stammt von einem Exil-Russen, Sergej Rachmaninow, der in seinem selten zu hörenden 4. Klavierkonzert Rückschau auf Leben und verlorene Heimat hielt – hier ist der vielfach ausgezeichnete Boris Giltburg der virtuose Solist an den 88 Klaviertasten. Last but not least bringen die Niederländer auch ein zeitgenössisches Werk mit: Night Flight, komponiert 2021 von ihrem Landsmann Joey Roukens.

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