Rückblick Saison 2026
Am 16. August ist das letzte Konzert von Young Euro Classic 2026 verklungen. Mehr als zwei mitreißende Festivalwochen voller Musik, Begegnungen und besonderer Momente liegen hinter uns und wir sind dankbar für alles, was wir gemeinsam erlebt haben.
„Es gibt Festivals, die in erster Linie ihre eigene Tradition feiern. Und es gibt Festivals, die zeigen, wie die Zukunft aussieht. Young Euro Classic gehört schon seit Jahren zu dieser zweiten Kategorie.“
Emotionaler Auftakt
Schon beim Eröffnungskonzert und dem anschließenden Publikumsfest mit Musiker:innen des Bundesjugendorchesters und des Youth Symphony Orchestra of Ukraine war Offenheit und Begeisterung spürbar – musikalische Qualität auf großartigem Niveau und dabei die unbändige Freude am gemeinsamen Musizieren.
Die sieben Klavierkonzerte machten das Klavier zu einem besonderen Bestandteil der Festivalabende. Giorgi Gigashvili, Illia Ovcharenko, Joseph Moog, Kirill Gerstein, Sun Yutong, Özgür Ünaldı und Shaislam Komildjanov ließen denselben Flügel immer wieder in ganz neuen Klangfarben erstrahlen.
Musik, die bewegte
Lust zum Tanzen machte Jong Metropole mit groovigen lateinamerikanischen Sounds und Dirigent Jacomo Bairos, der das Publikum mit seiner positiven Energie sofort ansteckte. Diese Energie wurde am Abend des Orchestra of the Americas und des Penderecki Youth Orchestra weitergetragen als zwölf Perkussionist:innen die zweite Hälfte des Konzerts dominierten, und der Saal nicht mehr zu halten war. Ein Abend, der bei vielen als Highlight in Erinnerung geblieben ist.
Besonders berührend wurde es wiederum beim Jovem Orquestra Portuguesa und beim Youth Symphony Orchestra of Ukraine. Beide Konzerte machten den Widerstand gegen Krieg und Unterdrückung spürbar und zeigten, wie eindringlich Musik Haltung zeigen kann. Bei den gesungenen Zugaben der Portugiesen stimmte das gesamte Orchester zwei portugiesische Antikriegslieder an. Auf der Bühne wie im Publikum glänzten die Augen – ein Moment, der noch lange nachklingen wird.
Positivität, Kinderlachen und große Mitmachlust
Auch beim NEXT GENERATION Kindertag gab es fesselnde Momente – etwa als die Vokalhelden voller Energie das Publikum zum Mitsingen einluden oder Suli Puschban & die Kapelle der Guten Hoffnung den Großen Saal im Konzerthaus mit ermutigenden und bestärkenden Liedern zum Beben brachten. Dabei komponierte das junge Publikum mit Unterstützung des BlockBox Musikstudios sogar eine neue Sommerhymne. Mehr erfahren Sie hier.
Im Dialog der Kulturen
Internationale Begegnungen zogen sich als fester Bestandteil durch das Festival. Bei der deutsch-indischen Begegnung, bei der Jakob Manz mit seinem Trio sowie Karthik Mani und seinem Ensemble in die Klangsprache des jeweils anderen eintauchten, wurde dies besonders deutlich:
"Den Jazzern gelingt es herausragend, sich auf die indische Tonsprache einzulassen, während die indischen Rhythmen nochmals den Groove erhöhten. So entsteht eine gelungene Symbiose, die auch das durchweg begeisterte Publikum zum Mitwippen, Mittanzen und Mitklatschen anregt […] Fazit: Gern mehr davon!"
Marleen Hoffmann, Berliner Morgenpost 13.8.2026
Musikalische Überraschungen
Musikalische Überraschungen gab es, als das Ulster Youth Orchestra in Ihrer Zugabe auf einer Bodhrán (trad. irische Trommel) spielten, ein Musiker aus dem Orchestra of the Americas eine Muschel als Instrument nutzte, Lauri Porra sich wunderbar mit seinem E-Bass in die teils weichen, teils energischen Orchesterklänge des Slovenian Youth Orchestra mischte, das EUYO als letzte Zugabe auf der Bühne tanzend spielte oder als der Estonian National Opera Boys' Choir sein YEC-Debüt mit dem ironisch arrangierten Eurovision-Hit – und jetzt auch YEC-Hit – „Espresso Macchiato“ feierte.
Neue Perspektiven, neue Klänge
Besondere musikalische Momente ergaben sich außerdem bei den FUTURE NOW Musical Diaries Konzerten: Zwei Orchestermusiker:innen aus Luxemburg gemeinsam mit dem vietnamesischen Duo Lách Tách präsentierten ihre gemeinsame Komposition, während ni-va & Stellan Veloce das Publikum auf eine elektronische und halbakustische Klangreise mit Texten von Mercedes Sosa mitnahmen. Diese Konzerte eröffneten dem Publikum neue Klangwelten, Zukunftsmusik eben. Mehr zu den FUTUER NOW Musical Diaries Konzerten gibt es hier.
So festlich wie die Saison begann, so festlich ging sie auch zu Ende: Mit italienischem Flair zelebrierte das AYSO – Accademia Youth Symphony Orchestra aus Italien das Abschlusskonzert. Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Europäischen Kompositionspreises 2026 an César Rafael für sein Werk Saudades, só portugueses. Mit Standing Ovations verabschiedete sich das Publikum schließlich in den lauen Sommerabend.
17 Tage, 25 Konzerte
Dies waren nur einige wenige Ausschnitte aus einem Festival voller besonderer Begegnungen, bewegender Momente und unvergesslicher musikalischer Erlebnisse. Wir danken dem Bundesjugendorchester, Youth Symphony Orchestra of Ukraine, Orchestre des Jeunes du Luxembourg, European Union Youth Orchestra, Nationak Youth Orchestra of the United States of America, Orchester des Zhejiang Conservatory of Music, Jong Metropole, Jovem Orquestra Portuguesa, Nationale Jugendphilharmonie der Türkei, Suli Puschban & die Kapelle der Guten Hoffnung, Ravi Srinivasan, Vokalhelden, Youth Symphony Orchestra of Turkmenistan, MOHIRON, JISR, L´ach T´ach, ni-va& Stellan Veloce, &ñịoن, Orchestra of the Americas & Penderecki Youth Orchestra, The Jakob Manz-Karthik Mani Project, Ulster Youth Orchestra, Slovenian Youth Orchestra, Angelika Prokopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, Estonian National Opera Boys' Choir, AYSO – Accademia Youth Symphony Orchestra für diese wundervollen Abendkonzerte!