19:00 Uhr
Rasul Klychev Dirigent
Aynur Otuzova Klavier
Aidan Gold Komponist
Pierre Thilloy Komponist
CHARY NURYMOV · Konzert für Klavier und Orchester (1975)
VELI MUHATOV · „Mein Vaterland“ Symphonische Dichtung (1950)
AIDAN GOLD · „Lieder aus Turkmenistan“ Konzert für Schlagwerk und Orchester (2018, Deutsche Erstaufführung)
PIERRE THILLOY · „Diable qui danse“ op. 265 (2023, Deutsche Erstaufführung)
NURY HALMAMMEDOV · „Wind der Karakum-Wüste“ Symphonische Bilder
ARTURO MÁRQUEZ · Danzón Nr. 2 (1994)
Es gibt viel zu entdecken in diesem Konzert mit dem National Youth Orchestra of Turkmenistan! Denn was die jungen Musikerinnen und Musiker aus dem Land zwischen Kaspischem Meer, Kasachstan und dem Iran für ihren ersten Auftritt bei Young Euro Classic mitbringen, sind Komponisten, die hierzulande den wenigsten geläufig sein dürften. Wer kennt schon Chary Nurymov, Veli Muhatov oder Nury Halmammedov? Dabei sind alle drei große Namen in ihrer Heimat, die zur Musikkultur Turkmenistans viele wichtige Werke beigetragen haben. Zur Ausbildung wurden sie einst nach Moskau geschickt, um dann nach ihrer Rückkehr die großen Themen der turkmenischen Geschichte, ihrer heimischen Landschaft und Musik zu besingen. So erklingt von Veli Muhatov die Symphonische Dichtung Mein Heimatland, während die Symphonischen Bilder Wind aus der Karakum-Wüste von Nury Halmammedov den Abschluss des Konzerts bilden. Ein Klavierkonzert, eine Komposition für Schlagwerk und Orchester und – als besonderer Farbtupfer – eine neue Komposition des französischen Komponisten Pierre Thilloy runden dieses Programm ab, das es so nur bei Young Euro Classic zu erleben gibt.
Am Anfang stand ein Kammerorchester, das der junge Dirigent Rasul Klychev 2007 gegründet hatte. In kurzer Zeit machte es sich einen Namen und wurde mehrfach zum Festival für junge Talente in Bayreuth eingeladen. Um auch größer besetzte Werke aufführen zu können, kamen ab 2018 neue Mitglieder hinzu, und das Ensemble erhielt den Namen Youth Symphony Orchestra of Turkmenistan. Durch die aktive Unterstützung von Seiten der Regierung wurden die notwendigen Bedingungen für Konzerte auf hohem künstlerischem Niveau geschaffen. Ein besonderer Höhepunkt in der noch jungen Geschichte des Orchesters war die erfolgreiche Teilnahme am World Orchestra Festival in Wien, wo das Orchester sowohl 2024 als auch 2025 ausgezeichnet wurde.
Geboren 1988 in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat, begann Rasul Klychev zuerst mit dem Studium der Violine, bevor er sich ab 2009 am Nationalen Konservatorium Turkmenistans dem Dirigieren zuwandte. 2014 machte er dort seinen Abschluss und wurde schon ein Jahr später zum Künstlerischen Direktor und Chefdirigenten des Staatlichen Symphonieorchesters von Turkmenistan ernannt. Daneben engagiert sich Klychev intensiv für die Arbeit mit jungen musikalischen Talenten. Über das Youth Symphony Orchestra of Turkmenistan hinaus ist er seit 2019 auch Chefdirigent des Jugendsymphonieorchesters der CIS-Staaten, jener Vereinigung von Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, zu dem neben Turkmenistan unter anderem auch Kirgistan, Usbekistan und Kasachstan gehören.
Geboren 2007 in der Hauptstadt Turkmenistans Aschgabat, kam Aynur Otuzova schon als Sechsjährige auf eine Spezialschule für Musikerziehung, wo sie bis 2025 unterrichtet wurde. In dieser Zeit gewann sie zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe, so Erste Plätze im russischen Kasan bei „Cycle of Talents“ (2021), „From Classics to Modernity“ (2022) und „Steps to Mastery“ (2023). Inzwischen studiert die Pianistin am Nationalen Konservatorium Turkmenistans Maya Kuliyeva. Regelmäßig tritt sie mit dem Youth Symphony Orchestra of Turkmenistan auf. Ihr Repertoire umfasst turkmenische und russische Komponisten ebenso wie das klassische internationale Repertoire.
Aidan Gold ist Komponist, Dirigent, Perkussionist und Pädagoge. Seine Arbeit konzentriert sich auf musikalische Spiele, Improvisation, Theatralik und Geschichtenerzählen. Er ist fasziniert von Musik als sozialer Interaktion – ein Spiel oder Ritual, das uns erlaubt, um miteinander zu kommunizieren, Verbindungen zu schaffen, und unsere individuelle und kollektive Identität zu definieren, befragen und erweitern. Aidan Gold erwirbt gegenwärtig einen Master-Abschluss in Komposition an der Juilliard School in New York. Seine Musik ist vom Juilliard Orchestra, dem JACK Quartet, der Chelsea Symphony und anderen aufgeführt und mit Preisen wie dem Arthur Friedman und dem Palmer Dixon-Preis ausgezeichnet worden. Aidan Gold ist ein Gründungsmitglied von AFK, einem Kollektiv für zeitgenössische Musik in New York, das sich auf interaktive Musikerfahrungen spezialisiert. Seine weiteren Interessen sind Origami und Wandern. Schon immer hat ihn die Weitläufigkeit und Verbundenheit der Natur und ihrer breiten, diversen Ökosysteme fasziniert. Als Komponist ist es sein Ziel, diese Verbindungen zu stärken und neue Arten zu finden, wie wir beim Musizieren miteinander interagieren können, und wie diese vielfältigen Verbindungen unsere Gemeinschaften bereichern können.
Der französische Komponist Pierre Thilloy begann seine musikalische Ausbildung in Nancy und studierte später das Fach Komposition am Konservatorium Luxemburg und am Mozarteum Salzburg. Sein Werk umfasst inzwischen zehn Symphonien, 20 Symphonische Dichtungen, dreißig Konzerte, ein Oratorium für drei Orchester, Chöre und Solisten, zwei Opern sowie 250 weitere Werke. Seit mehr als 20 Jahren ermöglichen ihm seine zahlreichen Reisen in alle Teile des Globus, vor allem nach Indien, Zentralasien, Lateinamerika und dem Nahen Osten, seine Kunst in einem weltumfassenden Zusammenhang zu begreifen und damit einen starken Gegenpol zu einer hegemonialen und kolonialen Globalisierung zu setzen. 2002 gründete Thilloy den Musikverlag La Salamandre, der Komponisten aus aller Welt mit verschiedensten musikalischen Horizonten publiziert. In Zusammenarbeit mit dem französischen Kulturministerium ist der 55-Jährige an Musik-Projekten in Ländern wie Brasilien, Kanada, Litauen, Aserbaidschan und Turkmenistan engagiert.