19:00 Uhr
Živa Ploj Peršuh Dirigentin
Lauri Porra Komponist und Bass-Gitarrist
Matija Krečič Komponist
MATIJA KREČIČ · „Fast Break” (2019, Deutsche Erstaufführung)
LAURI PORRA · „Entropia“ Konzert für E-Bass und Orchester (2015, Deutsche Erstaufführung)
LUDWIG VAN BEETHOVEN · Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (1804-1808)
Ein weiteres Debüt bei Young Euro Classic: Neben mehreren anderen Orchestern ist auch das Slowenische Jugendorchester zum ersten Mal beim Festival zu erleben. 2019 von der slowenischen Dirigentin Živa Ploj Peršuh gegründet, hat es sich schnell einen guten Namen gemacht – kein Wunder bei der musikalischen Tradition dieses Landes in Nachbarschaft zu Italien und Österreich. Ein außerordentlich vielseitiger slowenischer Komponist, Matija Krečič, der bei Film und Theater genauso zuhause ist wie bei zeitgenössischer Klassik, eröffnet den Abend mit seinem neuen Werk Fast Break. Noch eine Portion vielseitiger ist der finnische E-Gitarrist und Komponist Lauri Porra, der mit großer Könnerschaft Heavy Metal und Symphonik mixt. Er selbst ist der Solist in seinem halbstündigen Konzert für E-Bass und Symphonieorchester – solche Klänge gibt es im Konzerthaus Berlin nur selten zu hören! Aber das Slowenische Jugendorchester kann auch konventionellere Klassik: Den Beweis werden die jungen Musiker und Musikerinnen mit Beethovens Fünfter antreten, die über das berühmte Anfangsmotiv hinaus so viel mehr an großartigen Einfällen, lyrischen Momenten und temperamentvollen Ausbrüchen zu bieten hat.
Konzerteinführung und Fragerunde um 18:00 Uhr mit Frederik Hanssen im Werner-Otto Saal. Einlass mit Konzertticket.
Das Slovenian Youth Orchestra (SMO) ist Sloweniens nationales Jugendsinfonieorchester und bringt talentierte Musikerinnen und Musiker im Alter von 12 bis 26 Jahren in Projekten zusammen, die künstlerische Exzellenz, Berufsausbildung und kulturelles Engagement verbinden. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 hat das Orchester enge Kooperationen mit international renommierten Künstlern wie Gidon Kremer, Ute Lemper, Lauri Porra und Robert Lakatoš sowie mit zahlreichen prominenten slowenischen Künstlern aufgebaut und gemeinsam konzertiert. Das SMO versteht sich als dynamische Plattform, die die aufstrebende Generation slowenischer Berufsmusikerinnen und -musiker – ob im In- oder Ausland studierend – vernetzt und sie dabei unterstützt, höchste künstlerische Standards zu erreichen und gleichzeitig ihre kulturellen Wurzeln zu bewahren. Jede Saison entwickelt das Orchester ein vielfältiges Programm, von traditionellen Symphoniekonzerten für ein anspruchsvolles Publikum bis hin zu speziellen integrativen und innovativen Projekten, die verschiedene Zielgruppen einbeziehen und dauerhafte kulturelle und soziale Brücken bauen sollen.
Die slowenische Dirigentin Živa Ploj Peršuh absolvierte nach dem Abschluss ihres Studiums der Musikwissenschaft in Ljubljana weiterführende Studien in Orchester- und Chorleitung in Mannheim. Nach ihrer Rückkehr nach Slowenien war sie als Gastdirigentin bei verschiedenen Orchestern und Opernhäusern ihres Landes tätig; von 2014 bis 2022 arbeitete sie als Erste Kapellmeisterin am Slowenischen Nationaltheater Ljubljana und dirigierte dort ein breites Opernrepertoire von Mozart bis Philip Glass sowie klassische und zeitgenössische Ballette. Neben ihrer Tätigkeit in der Heimat trat Živa Ploj Peršuh auch international als Gastdirigentin auf und leitete Konzerte in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, Großbritannien sowie in weiteren Ländern Europas und Nordafrikas. Ihre Vision, Kultur gemeinsam zu gestalten und lebendiger sowie offener zu machen, führte 2012 zur Gründung des Ljubljana International Orchestra. Im Jahr 2019 folgte dann, ebenfalls auf Initiative von Živa Ploj Peršuh in Zusammenarbeit mit internationalen und lokalen Organisationen, die Gründung des Slowenischen Jugendorchesters.
Grenzüberschreitungen in musikalischer Hinsicht sind das große Thema für den finnischen Multi-Künstler Lauri Porra – zwischen Volks- und zeitgenössischer Musik, zwischen Orchester und Rockband. Zum einen komponierte der 48-Jährige, ein Urenkel des Komponisten Jean Sibelius, großformatige Orchesterwerke, die von bedeutenden Orchestern wie dem BBC Symphony Orchestra, dem Iceland Symphony Orchestra und dem Orchester der Finnischen Nationaloper aufgeführt wurden. Sein Werk BASSO, komponiert für 150 Bässe, erlebte 2024 seine Premiere vor 26.000 Zuschauern auf dem Senatsplatz in Helsinki. Darüber hinaus schrieb Porra auch Partituren für Filme, TV-Serien und andere audiovisuelle Projekte. Ein multi-disziplinäres Projekt brachte ihn mit dem Astrophysiker Esko Valtaoja und dem Autor Stephen Fry zusammen. Ein weiteres spektakuläres Werk war die Komposition von Ääniä – Finland’s Official Soundscape, also der „offiziellen Klanglandschaft Finnlands“, in Auftrag gegeben vom finnischen Außenministerium. Der Bass-Gitarrist ist außerdem Mitglieder der Power Metal-Band Stratovarius, mit der er eine Vielzahl von Alben eingespielt hat, und Leiter mehrerer finnischer Musikfestivals.
Matija Krečič ist einer der vielseitigsten Komponisten und Arrangeure in seiner Heimat Slowenien. Ausgebildet am Staatlichen Konservatorium im österreichischen Klagenfurt (Kärnten), ist er in verschiedensten Genres zuhause, komponiert Kammer- und Orchestermusik sowie Chorwerke. Seine Werke wurden auf zwei Alben publiziert, Architexture (2014) und Cut/Rez (2020). Im selben Jahr präsentierte der Geiger Daniel Hope seine Komposition In a Melting Pot in seiner Online-Konzertreihe Europe@Home. Darüber hinaus schrieb Matija Krečič Musik für Kurzfilme und Theaterstücke, so für das Puppentheater Maribor. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem slowenischen Gitarristen und Songschreiber Magnifico, dessen Musik zu dem serbischen Film Montevideo, vidimo se! er arrangierte, außerdem mit den Weltmusik-Gruppen Terrafolk, Mar Django, Skarabej, Orkestrada und verschiedenen slowenischen Jazz-Größen. Für die Musik zu dem Film Inventory von Darko Sinko gewann Krečič 2021 beim Slowenischen Filmfestival den 1. Preis.

