19:00 Uhr
Pit Brosius Dirigent
Joseph Moog Klavier
Hy-Khang Dang Komponist
HY-KHANG DANG · Neues Werk (2026, Deutsche Erstaufführung)
SERGEJ RACHMANINOW · Rhapsodie über ein Thema von Paganini, a-Moll op. 43 (1934)
IGOR STRAWINSKI · „Zirkuspolka: Für einen jungen Elefanten“ (1942/44)
IGOR STRAWINSKI · „Der Feuervogel”, Ballett-Suite für Orchester (1918-1919)
Das Orchestre National des Jeunes du Luxembourg, kurz ONJL, besteht erst seit fünf Jahren – und feiert in diesem Sommer sein Debüt bei Young Euro Classic. Nicht weniger als 25 Nationen sind im ONJL vertreten, das sich zweimal im Jahr zu intensiven Probenphasen trifft. Für ihr Berliner Konzert tauchen die jungen Musikerinnen und Musiker ganz in die atmosphärische Orchesterwelt russischer Komponisten ein. Für Sergej Rachmaninows selten zu hörende Rhapsodie über ein Thema von Paganini, entstanden 1943 in den späten Jahren seines amerikanischen Exils, wird der vielgefragte Pianist Joseph Moog als Solist in die Tasten greifen. Nach der Pause gibt es die Feuervogel Suite von Igor Strawinski zu hören, eine der farbgewaltigsten Ballett-Partituren überhaupt, mit welcher der Komponist vor dem Ersten Weltkrieg für Furore sorgte. Doch auch die Heimat des ONJL, Luxemburg, bleibt nicht außen vor: Ein brandneues Werk des luxemburgischen Komponisten Hy-Khang Dang eröffnet in Deutscher Erstaufführung den Konzertabend des ONJL.
Das Orchestre National des Jeunes du Luxembourg (ONJL) ist noch ein sehr junges Ensemble. Gegründet 2021, steht es unter der künstlerischen und musikalischen Leitung des Dirigenten Pit Brosius. Im Rahmen von zwei Orchesterprojekten pro Jahr kommen jeweils rund 50-70 junge Musikerinnen und Musiker im Alter von 13 bis 30 Jahren zusammen, um neue musikalische und menschliche Verbindungen zu knüpfen. Dabei verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: gemeinsam auf höchstem Niveau zu musizieren. Das ONJL spiegelt die Vielfalt Luxemburgs wider und vereint junge Talente aus mehr als 25 verschiedenen Nationen. Betreut wird das ONJL von Tutoren, die aus professionellen Orchestern Luxemburgs und der Großregion Luxemburg/Frankreich/Deutschland stammen. Renommierte Künstler wie der Cellist Johannes Moser, die Geigerin Antje Weithaas und der Hornist Felix Klieser haben bereits mit dem jungen Orchester musiziert. Mit seinem Konzert stellt sich das ONJL erstmals bei Young Euro Classic vor.
Der gebürtige Luxemburger Pit Brosius studierte an den Konservatorien in Amsterdam und Maastricht die Fächer Orchesterdirektion und Fagott und lehrt derzeit Dirigieren am Conservatoire du Nord in Luxemburg. Bevor er 2021 das Orchestre National des Jeunes du Luxembourg gründete, sammelte er wertvolle Erfahrungen bei Produktionen an der Oper Leipzig, am Grand Théâtre de Luxembourg sowie der Opéra Saint-Étienne. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit der Kammerata Luxembourg und dem Orchestre de Chambre du Luxembourg zusammen. Brosius ist ein leidenschaftlicher Verfechter der historisch informierten Aufführungspraxis, dirigiert aber ebenso regelmäßig Ensembles, die sich auf zeitgenössische Kompositionen konzentrieren.
Geboren 1987 in Neustadt/Weinstraße, erhielt Joseph Moog schon mit vier Jahren ersten Klavierunterricht und wurde als Zehnjähriger Jungstudent an der Musikhochschule Karlsruhe. Nach weiteren Studien in Würzburg und Hannover ist der Pianist längst ein vielgefragter Gast auf vielen Konzertpodien in aller Welt, in Hamburg, München und Stuttgart genauso wie in Amsterdam und Tallinn, Istanbul, New York und Vancouver. Zu den Dirigenten, mit denen Moog musiziert hat, zählen Yannick Nézet-Séguin, Matthias Pintscher, Michael Sanderling, Antony Hermus, Markus Poschner, Elias Grandy, Toshiyuko Kamioka und Philippe Entremont. Neben dem Kernrepertoire beschäftigt sich der Pianist besonders gern mit Werken der Belle Époque, von Komponisten und Komponistinnen wie Leopold Godowsky, Ferruccio Busoni, Cécile Chaminade, Anton Rubinstein oder Moritz Moszkowski. Unter seinen CD-Produktionen ragen Aufnahmen der Klavierkonzerte von Brahms, Rubinstein und Max Reger sowie Werke für Saxofon und Klavier, gemeinsam mit dem Saxofonisten Andreas Mader, heraus.
Der luxemburgische Komponist Hy-Khang Dang studierte die Fächer Saxophon, Orchesterdirektion und Komposition an den Konservatorien in Brüssel und Paris sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London. Uraufgeführt wurden seine Werke bereits von unterschiedlichen Ensembles wie dem Luxembourg Philharmonic, dem Orchestre de Chambre du Luxembourg und dem United Instruments of Lucilin. Diese führte ihn mit bedeutenden Dirigenten zusammen, wie Duncan Ward, Marie Jacquot, Simon Proust und Chloé Dufresne. Jüngste Werke wurden von dem Ensemble EXAUDI, der Neuen Vocalsolisten Stuttgart und dem Flämischen Radio-Chor erstaufgeführt. Zuletzt war Dang „Soundhub Associate“ beim London Symphony Orchestra und Preisträger des Britten-Pears Young Artist Programme und der Académie Voix Nouvelles. Zugleich arbeitet er – neben dem in Berlin erklingenden neuen Werk – an Kompositionen für die Fondation Royaumont und die Luxembourg Philharmonic Academy.
