19:00 Uhr
Jacomo Bairos Dirigent
Chris Muller Komponist
Diesen Sommer erwartet Sie der Energiekick südamerikanischen Sounds und ein Übermaß an Talent auf der Bühne: Jong Metropole aus den Niederlanden. Berauschende Rhythmen und herrliche Melodien, gespielt von einem hochtalentierten symphonischen Jazzorchester unter der Leitung des portugiesisch-amerikanischen Dirigenten Jacomo Bairos! Die Musik Südamerikas entstand aus jahrhundertelanger Vermischung von Traditionen. Während der Kolonialzeit wurden Millionen von Afrikaner:innen gewaltsam nach Amerika verbracht. Sie brachten ihre Rhythmen, Gesangstraditionen und religiöse Musik mit. In Ländern wie Kuba, Brasilien und Kolumbien vermischten sich diese afrikanischen Einflüsse mit europäischer Harmonie und einheimischen Melodien. Daraus entstanden Musikstile wie Son, Salsa, Samba und Cumbia. Von mitreißenden Tanzrhythmen zu lyrischem Innehalten: dieses Konzert feiert die Reichhaltigkeit eines Musikerbes, das Kontinente verbindet. Das Jong Metropole Symphonic Jazz Orchestra verbindet symphonische Fülle mit Swing, Improvisation und dem Timing einer Jazz-Bigband. Lieder wie Esperanca von Vince Mendoza und Wakafrica von Manu di Bango werden dem Publikum das Stillsitzen unmöglich machen. Mit Chris Mullers Neuem Werk haben die jungen Crossover-Spezialisten zudem eine Deutsche Erstaufführung im Gepäck.
Die niederländische Formation Jong Metropole (Junge Metropole), gegründet 2015, entstand aus einer Zusammenarbeit des Nederlands Jeugd Orkest (NJON) und des Metropole Orkest (MO) – mit dem Ziel, junge Talente der niederländischen Konservatorien aus klassischer und nicht-klassischer Musik auf dem Weg zu einer professionellen Karriere gezielt zu fördern. Dabei steht die Kombination von klassischen Traditionen mit Swing, Jazz und Improvisation im Vordergrund. Jong Metropole trifft sich zweimal jährlich zu intensiven Probenphase mit anschließenden Konzerten. Es versteht sich als hervorragende Plattform für seine etwa 60 Mitglieder, um deren künstlerischen Fähigkeiten zu entwickeln, eine Gemeinschaft zu bilden und die Welt der professionellen Musik jenseits starrer Fachgrenzen zu erleben. Getragen wird Jong Metropole vom niederländischen Cultuurfonds und der Stiftung „Keep an Eye“.
Zum zweiten Mal nach 2024 kehrt der portugiesisch-amerikanische Dirigent Jacomo Bairos zu Jong Metropole zurück. Ausgebildet als Tubist an der Juilliard School, wechselte er später ins Dirigierfach und machte am Peabody Institute und am Aspen Institute seinen Abschluss, wo Robert Spano, Jorma Panula und Kurt Masur zu seinen Mentoren zählten. Seitdem hat Bairos namhafte Symphonieorchester in San Francisco, St. Louis, Detroit, Atlanta und Houston, aber auch in Island, Malaysien und Singapur geleitet. Er arbeitet eng mit namhaften Grammy-Preisträgern und preisgekrönten Solisten wie J'Nai Bridges und Conrad Tao sowie zeitgenössischen Musikern wie Wyclef Jean, PJ Morton, Jon Batiste und Angélique Kidjo zusammen. Vor allem als Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Nu Deco Ensembles in Miami hat Bairos nicht nur spannende Akzente durch genreübergreifende Kooperationen gesetzt; er definierte auch die Rolle eines künstlerischen Leiters für sein Ensemble neu, indem er seine Erfahrung als zertifizierter Meditationslehrer durch Anleitung zu Yoga und Meditation in seine Arbeit einfließen lässt.
Der 28-jährige Niederländer Chris Muller ist gleichzeitig als Pianist, Komponist und Arrangeur tätig. Er begann als klassischer Pianist, 2020 machte er seinen Bachelor an der Eindhoven University of Technology und wechselte anschließend an das Konservatorium Amsterdam, wo er 2023 seinen Abschluss in den Fächern Jazzklavier und Arrangement machte. Schon 2021 hatte er die Chris Muller Big Band gegründet, die nach einer Vielzahl von Auftritten in den Niederlanden 2023 ihr Debüt-Album Turning Thoughts herausbrachte. Als Komponist/Arrangeur ist Chris Muller nicht nur mit diversen Bands aufgetreten, sondern auch mit internationalen Solisten wie Randy Brecker, Dick Oatts und Bill Laurance. Im Rahmen der Jong Metropole Summer Tour 2025 wurde er mit dem Rogier van Otterloo-Preis der Stiftung Cultuurfonds ausgezeichnet, die jährlich einen Preis an junge Künstlerinnen und Künstler in grenzüberschreitenden Genres verleiht.