19:00 Uhr
Hirvo Surva Dirigent
Jaanika Kuusik Sopran
Riivo Kallasmaa Oboe
Maret Poll Schlagwerk
Ulla Krigul Orgel
Andres Lemba Schlagwerk & Komponist
EDUARD TUBIN · „Ave Maria” (1952, rev. 1964)
ANDRES LEMBA · „Ubi caritas“ (2019, Deutsche Erstaufführung)
ANDRES LEMBA · „Dona nobis pacem” (2025, Deutsche Erstaufführung)
VELJO TORMIS · „Arrival of the wedding guests” aus „Votic Wedding Songs” (1971)
CYRILLUS KREEK · „Lullaby“ (1915)
VELJO TORMIS · „Rumours are flying” (1973/1991)
MART SAAR · „Song of the Birds” (1935)
RASMUS PUUR · „We are Fragile Under our Shell” aus „Thoughts of a Young Man” (2015-2017)
EDUARD TUBIN · „Yearning” (1930)
RAIVO DIKSON · „The End of the Song” (1985, arr. von Martin Sildos)
RAIMUND VALGRE · „The Right Choice” (1968, arr. von Andres Lemba)
VELJO TORMIS · „Forget Me Not” in Gedenken an Gustav Ernesaks (1996)
ANDRES LEMBA · „Up We Go, Dear Brothers” (2014)
TOMMY CASH · „Espresso macchiato” (1968, arr. von Andres Lemba)
Es handelt sich um eine absolute Premiere im 27. Jahr von Young Euro Classic: Erstmals ist mit dem Estonian National Opera Boys‘ Choir, dem Knabenchor der Estnischen Nationaloper, ein Chor zu Gast im Konzerthaus. Und man darf mehr als gespannt sein, wenn man weiß, mit welcher Begeisterung jung und alt in den baltischen Ländern das Chorsingen pflegt – in kleinen und großen Chören, vor allem aber in den nationalen Chorfesten. Was der estnische Knabenchor auf sein Programm gesetzt hat, ist eine abwechslungsreiche Mischung aus geistlichen und weltlichen Kompositionen, mit einem Ave Maria des Nationalkomponisten Eduard Tubin und einem Dona nobis pacem des Hauskomponisten Andres Lemba zu Anfang, dem eine bunte Folge kunstvoller Arrangements von Volksliedern folgt. Hier geht es um Hochzeitslieder, Schlaflieder und den Gesang der Vögel, von den namhaftesten estnischen Komponisten für Chorgesang bearbeitet. Aber bei aller Folklore ist der Estonian National Opera Boys‘ Choir auch in der Gegenwart zuhause: Der letzte Titel des offiziellen Programms besingt – der ESC lässt grüßen! – den Espresso macchiato!
1971 als Knabenchor der Staatlichen Akademischen Männerchors gegründet, erhielt der Estonian National Opera Boys‘ Choir seinen endgültigen Namen, als er 1997 Teil der Estnischen Nationaloper wurde. 2001 übernahm der heutige Leiter Hirvo Surva den Chor., der sich aus Knabensopran, Knabenalt, Tenor und Bass zusammensetzt. Er arbeitet auf drei verschiedenen Schwierigkeitsniveaus, so dass insgesamt etwa 180 Mitglieder betreut und ausgebildet werden. Für einzelne Sänger besteht die Möglichkeit, an der Estnischen Nationaloper Knabenrollen in Opern wie Die Zauberflöte, Tosca, La Bohème, Carmen oder Der Mann von La Mancha zu übernehmen. 2017 hatte Andres Lembas Musical Chestnuts from Fire - Stories of National Opera Boys' Choir (Kastanien aus dem Feuer – Geschichten des Knabenchors der Nationaloper) Premiere, das für den Knabenchor komponiert worden war. Im Laufe der Jahre ist der Chor in vielen Ländern Europas sowie in Kanada, den USA, Israel, Japan und China aufgetreten. 2018 war er auch im Konzerthaus Berlin anlässlich der 100-Jahr-Feiern der baltischen Staaten zu Gast.
Hirvo Surva, seit 2001 Chefdirigent des Estonian National Opera Boys‘ Choir, zählt zu den erfahrensten Chordirigenten Estlands. Seit 1990 hat der 63-Jährige mehrfach bei den Nationalen Chorfesten dirigiert, in der Kategorie Gemischter Chor ebenso wie bei den Männer- und Knabenchören. 1997 und 2001 fungierte er als Künstlerischer Leiter des 8. und 9. Chorfestes sowie bei dem 26. Chorfest „Touched by the Time“. Zu den zahlreichen Chören, die Surva geleitet hat oder noch leitet, zählen der Estnische Nationale Männerchor, der Knabenchor Virumaa sowie der Revalia Kammerchor. Seit 2006 unterrichtet er an der Estnischen Akademie für Musik und Theater und der Musikschule Tallinn. Seit 2002 ist Surva außerdem Vorsitzender der Estnischen Chordirigenten-Vereinigung. 2021 wurde er vom Estnische Musikrat für seine herausragenden Verdienste um das Musikleben Estlands ausgezeichnet.
Nach ihrer Ausbildung am Musikgymnasium Tallinn und der Estnischen Akademie für Musik und Theater schloss die Sängerin und Dirigentin Jaanika Kuusik ihr Studium mit einem Masterabschluss in Chorleitung bei dem renommierten Chordirigenten Tõnu Kaljuste ab. Sie ist Dirigentin des Estnischen Kinderchors und des Gemischten Estnischen Chors in Stockholm. Seit über einem Jahrzehnt singt Kuusik in dem Gesangsensemble Vox Clamantis, mit dem sich auch in ganz Europa, den USA, Südamerika und Japan aufgetreten ist. Seit September 2023 ist sie als Sängerin Mitglied des Schwedischen Rundfunkchors.
Riivo Kallasmaa studierte am Königlichen Konservatorium Brüssel und an der Musikakademie in Jerusalem. Er hat mit den drei wichtigsten estnischen Symphonieorchestern (Estnisches Nationales Symphonieorchester, Estnische Nationaloper, Vanemuine Symphonieorchester) sowie mit renommierten Ensembles wie der Kremerata Baltica zusammengearbeitet. Verschiedene estnische Komponisten wie Timo Steiner, Tõnis Kaumann, Helena Tulve, Rasmus Puur und Pärt Uusberg haben Werke für Kallasmaa komponiert. Er ist Mitbegründer des Bläserquintetts „Reval Wind“. Als Sänger wirkt er außerdem im Ensemble Vox Clamantis mit, das gregorianischen Gesang mit zeitgenössischer Musik kombiniert.
Die Dirigentin und Schlagzeugerin Maret Poll absolvierte das Musikgymnasium Tallinn und die Estnische Akademie für Musik und Theater, wo sie sich auf das Fach Chorleitung spezialisierte. Seit 2008 ist sie als Chorleiterin und Musiklehrerin am Old Town Education College und an der St. Michael's School in Tallinn beschäftigt, seit 2015 außerdem Dirigentin beim Knabenchor der Estnischen Nationaloper. Seit 2017 wirkt Maret Poll auch als Dirigentin beim Estnischen Liederfestival mit; 2028 wird sie die Abteilung Knabenchöre leiten. Außerdem ist sie als Sängerin und Komponistin aktiv.
Ulla Krigul ist Absolventin des Musikgymnasiums Tallinn und der Estnischen Akademie für Musik und Theater in den Fächern Klavier und Orgel. Weitere Studien führten sie zu dem Organisten Martin Haselböck an die Universität für Musik und darstellenden Künste in Wien. Sie arbeitet als Korrepetitorin an der Hochschule für Musik und Ballett Tallinn sowie an der Estnischen Musikakademie. Ulla Krigul tritt regelmäßig als Solistin und Kammermusikerin bei estnischen Festivals auf und hat darüber hinaus Konzerte in Lettland, Finnland, Schweden, der Ukraine und Deutschland gegeben.
Der Komponist und Dirigent Andres Lemba, geboren 1968 in der estnischen Hauptstadt Tallinn, erhielt seine Ausbildung als Chordirigent an der Musikschule seiner Heimatstadt und der Estnischen Musikakademie. Von 2000-2006 leitete er den Replamaa-Knabenchor. Seit 2003 ist er dem Knabenchor der Estnischen Nationaloper verbunden. Lemba hat hauptsächlich Chor- und Kammermusik geschrieben und zudem Werke verschiedener Genres für Chor und Orchester arrangiert. Sein Haned-luiged (Gänse und Schwäne) für Frauenchor und die Bearbeitung von Kait Tamras Lied Oma saar (Eigene Insel) für gemischten Chor standen auf dem Programm der XXII. Nationalen Chorfestes 2014. Im selben Jahr nahm Lemba am Chormusikwettbewerb des internationalen Festivals VocalEspoo teil, bei dem seine Komposition für Männerchor Sanctus den 1. Preis erhielt und sein Miserere für gemischten Chor den 2. Preis. 2015 wurde Andres Lemba mit dem Titel Chorkomponist des Jahres ausgezeichnet.