19:00 Uhr
Teresa Satalino Dirigentin
Domenico Turi Komponist
WILLIAM WALTON · „Scapino; A Comedy Overture” (1940, rev. 1949)
DOMENICO TURI · „Ritual” (2026, Deutsche Erstaufführung)
GIUSEPPE MARTUCCI · Notturno Nr. 1 Des-Dur op. 70 (1891)
PIOTR. I. TSCHAIKOWSKI · „Capriccio italien” op. 45 (1880)
OTTORINO RESPIGHI · „Pini di Roma” P. 141 (1923-1924)
Zum ersten Mal stellt sich das italienische Jugendorchester AYSO dem Publikum von Young Euro Classic vor – und Italien ist dann auch der rote Faden, der die ganz unterschiedlichen Werke des Konzerts miteinander verknüpft. Eng verbunden war der Engländer William Walton – mit Wohnsitz auf Ischia – seiner Wahlheimat; seine Konzertouvertüre Scapino ist deutlich von der Commedia dell’arte beeinflusst. Giuseppe Martuccis Notturno steht als bekanntestes Beispiel für die wenigen symphonischen Werke, die sich im Italien des 19. Jahrhunderts neben der Oper behaupten konnten. Weltruhm errang dagegen Ottorino Respighi mit seiner vierteiligen Orchestersuite Pini di Roma, die den charakteristischen Bäumen der Hauptstadt ein farbensprühendes musikalisches Denkmal gesetzt haben. Ungezählt sind darüber hinaus die Orchesterwerke nicht-italienischer Komponisten und Komponistinnen, die sich von dem Land inspirieren ließen. Das AYSO hat sich für das populärste von ihnen entschieden: das Capriccio italien des russischen Italien-Fans Piotr Tschaikowski.
Im Rahmen des Abschlusskonzerts von Young Euro Classic 2026 wird an diesem Abend der Europäische Kompositionspreis verliehen.
Das AYSO (Accademia Youth Symphony Orchestra), Teil der „OrchestrAcademy” in Bari gegründet, setzt sich aus etwa 70 jungen Musikerinnen und Musikern zusammen, die an italienischen Konservatorien studieren, aber aus verschiedensten Ländern wie Portugal, Ukraine, Albanien, Estland, Lettland, Chile, Venezuela, China und Japan stammen. Es sieht seine Aufgabe darin, eine Brücke zu schlagen zwischen der akademischen Ausbildung und der professionellen Tätigkeit in einem Orchester. In Italien wurde das AYSO unter anderem zum Festival der Walton-Stiftung auf Ischia, vom Teatro Petruzzelli in Bari, dem Festival Como Città Classica, dem Theaterfestival Neapel und dem Maggio Musicale in Florenz eingeladen. Besondere Auszeichnungen errang das Orchester beim World Orchestra Festival 2025; 2022 und 2023 erspielte es sich den ersten Preis in der Kategorie Jugendorchester beim Summa cum Laude International Youth Orchestra Festival in Wien. Weitere Auftritte führten das AYSO in den Smetana-Saal in Prag und den Haydn-Saal auf Schloss Esterházy im österreichischen Burgenland.
Die Italienerin Teresa Satalino ist als Dirigentin, Komponistin und Pädagogin aktiv. Außerdem leitet sie seit dessen Gründung das Accademia Youth Symphony Orchestra (AYSO). Schon früh erhielt sie eine umfassende musikalische Ausbildung, später kamen Dirigierkurse bei Jorma Panula, Bruno Bartoletti, Alain Lombard und Piero Bellugi hinzu. Ihre Erfahrungen mit Filmmusik vertiefte Satalino in Siena an der Accademia Chigiana bei Ennio Morricone. Sie arbeitete mit dem Orquestra Sinfônica de Porto Alegre, dem CMS Orchestra in New York und dem Istanbul Chamber Orchestra zusammen; außerdem leitete sie die italienische Erstaufführung des Liedzyklus Ayre des argentinischen Komponisten Osvaldo Golijov.
1986 in Noci (Apulien) geboren, studierte Domenico Turi Komposition am Konservatorium von S. Cecilia in Rom. Er erhielt Kompositionsaufträge vom Teatro La Fenice in Venedig, der Accademia Filarmonica Romana, der Stiftung Paolo Grassi, Camerata Italica, Festival Nuova Consonanza und dem Internationalen Schlagzeugfestival Hallein in Österreich. Seine Kompositionen wurden bei Festivals und Konzerten in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich, aber auch in China und Japan aufgeführt. Seine erste Kinderoper Onde (Wellen) komponierte Turi 2012 für das Festival Nuova Consonanza, die einaktige Komödie Non è un paese per Veggy (Das ist kein Land für Veggy) 2017 für das Palladium Theater in Rom. Derzeit unterrichtet Turi Harmonielehre und -analyse am Konservatorium Nino Rota in Monopoli. Seit Juli 2024 ist er künstlerischer Leiter der Accademia Filarmonica Romana.