Daniela Sammler

PD Dr. Daniela Sammler
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig

Warum Jazz und Klassik sich so selten treffen
Miles Davis oder Mozart: Von der Idee zur musikalischen Handlung in Klassik und Jazz

1800 Noten pro Minute in Liszts „Grandes études de Paganini, Nr. 6“– Höchstleistung für das Gehirn des Musikers, die das Publikum in Staunen versetzt. Keith Jarretts Köln Concert – 66 Minuten und 5 Sekunden kreativer Improvisation, die das Publikum bruchlos mit Euphorie und Melancholie erfüllt. Wie sind diese Präzision motorischer Koordination und Magie musikalischer Expression möglich? Die Neurowissenschaften der letzten 10 Jahre hat begonnen, mit modernen bildgebenden Verfahren gezielt den Hirnabläufen und Anforderungen des Musikspielens nachzugehen und erstaunliche Effekte des Musizierens auf Hirnstruktur und -funktion belegt. Nicht nur die Art des Instruments, auch das musikalische Genre der Ausbildung hinterlässt Spuren im Gehirn, formt kognitive Stile und bahnt Aktivierungspfade, die Musiker zu Höchstleistungen in ihrem Fach bringen. Die Neurowissenschaftlerin Daniela Sammler lädt Sie ein zu einer Reise durch das Gehirn – von der musikalischen Idee zur Handlung und Faszination der Klassik und des Jazz.


Zur Person

Wie funktioniert das Gehirn an den Schnittstellen zwischen Musik und Sprache? Das erforscht PD Dr. Daniela Sammler als Neuropsychologin und Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Satzmelodie, Songs und Harmonie gehören ebenso zu ihrem Arbeitsfeld wie die Einflüsse musikalischer Höchstform bei Profimusikern oder Hirnschädigung bei Schlaganfallpatienten auf deren motorisch-kognitive Leistungen. Forschungsaufenthalte am Hôpital de la Pitié-Salpêtrière in Paris, der Université Nord-de-France in Lille, der University of Glasgow sowie der University of Western Sydney führten zu zahlreichen Publikationen in international anerkannten Fachzeitschriften, die ihr umfangreiches Repertoire auf dem Gebiet der Musik- und Sprachkognition dokumentieren. Ihre Dissertation zur vergleichenden Neuroanatomie der Musik- und Sprachverarbeitung bei Patienten mit Hirnläsion oder pharmakoresistenter Epilepsie wurde 2009 mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet. In ihrer Habilitation an der Universität Leipzig untersuchte sie neuronale Grundlagen von Intonation in Sprache und Musik.

In Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft im Werner-Otto-Saal
Einlass mit Konzertticket um 18:15 Uhr, Beginn 18:30 Uhr

Veranstaltung in deutscher Sprache