Der 39-jährige Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada zählt zu den interessantesten und meistgefragten Dirigenten-Persönlichkeiten der jüngeren Generation. Längst ist er mit großen Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem London Philharmonic und den US-amerikanischen Orchestern in Philadelphia, Cleveland und Chicago aufgetreten; im Mai dieses Jahr steht sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern an. Seit der Spielzeit 2014/15 ist Orozco-Estrada Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt und Music Director beim Houston Symphony. Geboren 1977 in Medellín, kam er mit 19 Jahren als Dirigierstudent nach Wien, wo er noch heute lebt. Große Aufmerksamkeit finden seine aktuellen Plattenveröffentlichungen bei Pentatone. Mit dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt legte er zunächst Strawinskis Feuervogel und Sacre du Printemps vor. Jüngst erschien die erste CD aus seinem Richard Strauss-Zyklus mit dem hr-Sinfo¬nieorchester Frankfurt (Heldenleben und Macbeth).
Die aus Kolumbien stammende Sopranistin Juanita Lascarro erhielt ihre Gesangsausbildung in ihrer Geburtsstadt Bogotá und an der Musikhochschule Köln. Seit 2002 ist sie Mitglied im Ensemble der Oper Frankfurt, wo sie seitdem vor allem die großen Mozart-Partien, aber auch Händel, Puccini und Strauss sowie die Titelrollen in Donizettis Lucia di Lammermoor und Bergs Lulu singt. Auch in Opern von Zemlinsky und Henze, in Martinůs Oper Griechische Passion und Leoncavallos La Bohème ist die Sängerin aufgetreten. Regelmäßige Gastspiele führten sie an die Opernhäuser in Wien, London und Barcelona; an der Deutschen Oper Berlin sang sie die Daphne (Strauss). Gleichzeitig ist Juanita Lascarro eine vielgefragte Konzertsängerin, deren Repertoire von Händel-Oratorien über Strauss’ Vier letzte Lieder bis zu Kurt Weill reicht. Mit den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker führte sie die Bachiana Brasileira Nr. 5 von Villa-Lobos in Berlin, London und Salzburg auf.
„América Salvaje“ (2006)
„Morgen“ op. 27 Nr. 4 (1894)
„Traum durch die Dämmerung“ op. 29 Nr. 1 (1895)
„Liebeshymnus“ op. 32 Nr. 3 (1897)
„Cäcilie“ op. 27 Nr. 2 (1897)
Serenata „La calle está desierta“ (1977)
„Cuando lejos, muy lejos“ (1977)
„Algún día“ (1980)
„Le Sacre du Printemps“ (1913)
Szenische Choreografie der Orchestermusiker mit Videoprojektionen und Licht-Design
Dr. Ralf Kleindiek (SPD) gilt als souverän und unprätentiös. Seit er am 08.01.2014 von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zum Staatsekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ernannt wurde, waltet er seines neuen Amtes, spricht auf vielen Podien und repräsentiert das Ministerium mit großem Sympathiefaktor. Geboren in Hameln, studierte Kleindiek zunächst Rechtswissenschaft in Gießen und arbeitete in den folgenden Jahren u.a. im Bundesministerium des Inneren, in unterschiedlichen Posten im Bundesjustizministerium und zuletzt als Staatsrat bei der Hamburger Behörde für Justiz und Gleichstellung. Sein Fortgang aus Hamburg war für die Hamburger unglücklich, für ihn aber praktisch: Denn der mit seiner Familie in Brandenburg lebende Staatssekretär musste vorher viel pendeln. In einem Interview mit der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch im vergangenen Jahr sagte er: „Jugendpolitik muss international sein, muss von der gegenseitigen Erfahrung der Jugendlichen in den unterschiedlichen Ländern leben.“ Wenn diese Überzeugung mal nicht die perfekte Voraussetzung für eine Patenschaft beim Festival Young Euro Classic ist…
Nach ihrer Ausbildung am Zentralkonservatorium in Beijing und weiteren Studien in Graz kam die chinesische Schlagzeugerin Shengnan Hu nach Berlin, wo sie an der Musikhochschule Hanns Eisler als Schülerin von Rainer Seegers, Franz Schindlbeck und Li Biao 2011 ihr Konzertexamen mit Auszeichnung bestand. Anschließend wechselte Shengnan Hu ans Mozarteum Salzburg, wo sie als Meisterstudentin mit dem Schlagzeuger Peter Sadlo arbeitete. Ebenfalls 2011 gründete Shengnan Hu in Berlin ihr eigenes Ensemble „Percussion Cycle Berlin“. Außerdem arbeitete sie mit zahlreichen Orchestern in Deutschland, China und Österreich zusammen und trat bei renommierten Festivals wie dem Kissinger Sommer, den Kasseler Musiktagen und dem Tollwood Festival München auf. Ein Höhepunkt in der Karriere von Shengnan Hu war die Teilnahme als Schlagzeugsolistin der Abschlusszeremonie bei den Olympischen Spielen von Peking im Sommer 2008.
Thomas Ludes studierte an der Musikhochschule Saarbrücken Fagott bei Alfred Rinderspacher. Im Anschluss an sein Studium wurde er 1983 als Solo-Fagottist im Sinfonieorchester Wuppertal engagiert. Seit 1994 ist er in gleicher Position im Beethoven Orchester Bonn tätig. Seit dem Wintersemester 2006 hat er eine Professur für Kammermusik an der Folkwang Hochschule in Essen inne. Er ist Dozent bei verschiedenen Bonner Orchestern, der internationalen Sommerakademie für Kammermusik in Nordhorn und der Jungen Deutschen Philharmonie. Außerdem ist er Leiter des Bläserensembles an der Kreuzkirche Bonn und hat bei zahlreichen interkulturellen Musikprojekten von Young Euro Classic in Indien, China und Brasilien mitgewirkt.
Young Euro Classic auf Abenteuerwegen – die bildende Kraft der Musik: Begegnung, Verstehen, Freundschaft! Ein deutsch-chinesisches Kammermusikprojekt u.a. mit Werken von Bach, Mozart und chinesischen Komponisten.
Prof. Monika Grütters wurde in Münster geboren und studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Münster und Bonn. Ihre beruflichen Erfahrungen sammelte sie an der Oper, im Verlagswesen und im Museumsbereich, bevor sie in großen Unternehmen für Kunst- und Kulturprogramme verantwortlich war. Von 1998 bis 2013 war sie Vorstand der Stiftung „Brandenburger Tor“. Seit 1999 ist sie Honorarprofessorin für Kulturmanagement an der Freien Universität Berlin. Monika Grütters ist seit 2016 Landesvorsitzende der CDU Berlin. Von 1995 bis 2005 war sie Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin und dort wissenschafts- und kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Seit 2005 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2009 bis 2013 leitete Monika Grütters als Vorsitzende den Ausschuss für Kultur und Medien. Seit Dezember 2013 ist sie Staatsministerin und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Geboren 1974 in Mecklenburg, verbrachte Dr. Klaus Lederer seine Kindheit und frühe Jugend in Frankfurt an der Oder. Nach dem Ende der DDR engagierte er sich in linken Jugendverbänden und seit 1992 in der Partei des demokratischen Sozialismus (PDS). Sein Studium der Rechtswissenschaften bis zur Promotion zum Dr. jur. an der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, die Arbeit in der PDS und für sie in der Kommunalpolitik füllten seine 1990er Jahre. Im Dezember 2005 wurde Klaus Lederer zum Landesvorsitzenden der LINKEN in Berlin gewählt. Er blieb an der Spitze des Landesverbandes bis zum Dezember 2016. Von 2003 bis Januar 2017 war Herr Dr. Lederer Mitglied der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, dem Parlament des Bundeslandes Berlin und dort rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. Seit Dezember 2016 ist Dr. Klaus Lederer Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa in Berlin.
1. Vorsitzender Deutscher Freundeskreis europäischer Jugendorchester e.V.
Seit fast zwei Jahrzehnten ist Christoph Eschenbach dem Schleswig-Holstein Musikfestival eng verbunden. Immer wieder hat der Pianist und Dirigent spannende Programme mit dem Festivalorchester, dessen Chefdirigent er seit 2004 ist, erarbeitet und dann auf Tourneen präsentiert – so auch bei Young Euro Classic. Von 2010 bis 2017 fungiert Eschenbach zugleich als Leiter des National Symphony Orchestra und des Kennedy Center for the Performing Arts in Washington. Außerdem ist der 76-Jährige unermüdlich auf den Podien in aller Welt im Einsatz. In der Spielzeit 2016/2017 dirigiert er in Deutschland u. a. die Bamberger Philharmoniker, das NDR Elbphilharmonie Orchester, das SWR Symphonieorchester sowie das Deutsche Symphonie-Orchester. In London, Paris und Madrid gastiert er ebenso wie in ganz Nordamerika und Asien. Last but not least tritt Eschenbach nach wie vor als Klaviersolist und im Lied-Duo mit dem Bariton Matthias Goerne auf.
Der französische Cellist Bruno Philippe, geboren 1993 in Perpignan, erhielt seine Ausbildung am Konservatorium in Paris bei Jérôme Pernoo. Weitere Studien führten ihn zu Meisterkursen bei bedeutenden Cellisten wie David Geringas, Steven Isserlis und Pieter Wispelwey. Seit 2014 studiert Philippe an der Kronberg-Akademie im Taunus bei Frans Helmerson. Im selben Jahr wurde er mit dem 3. Preis und dem Publikumspreis beim ARD-Wettbewerb in München sowie mit einem Sonderpreis beim Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin ausgezeichnet. Philippe ist bei unzähligen Festivals in ganz Europa aufgetreten; zu seinen Kammermusikpartnern zählen Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Tabea Zimmermann und Antoine Tamestit. 2015 erschien seine erste CD mit den Cellosonaten von Johannes Brahms.
Die chinesisch-amerikanische Pianistin Di Wu kam 1999 in die USA, um an der Manhattan School of Music, später am Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Gary Graffman und an der New Yorker Juilliard School bei Yoheved Kaplinsky, Joseph Kalichstein und Robert McDonald zu studieren. 2016 machte sie noch ihren Master of Business Administration an der Columbia Business School. In der Saison 2016/17 gab Di Wu erstmals Konzerte in Minsk und Moskau. Sie spielte drei Konzerte in Mexiko und unternahm eine umfangreiche Asien-Tournee mit 20 Konzerten in den großen Musikmetropolen. Di Wu begann ihre professionelle Karriere im Alter von 14 Jahren mit einem Konzert zusammen mit dem Beijing Philharmonic. 2009 gab sie ihr US-Debüt mit dem Philadelphia Orchestra. Mit amerikanischen Orchestern war sie u.a. in Washington D.C., Pittsburgh, Boston, Seattle und Cincinnati zu hören und arbeitete dabei u.a. mit Charles Dutoit, Ludovic Morlot, Yu Long und Christoph Eschenbach. Mit Recitals war sie in der New Yorker Carnegie Hall und der Alice Tully Hall im Lincoln Center sowie in Chicago, Houston, Los Angeles, San Francisco sowie beim Gilmore International Keyboard Festival, dem Ravinia Festival und dem Portland Piano Festival zu hören.
Thomas Bloch lebt in Paris und ist ein weltweit begehrter Spezialist seltener Instrumente wie der Ondes Martenot, der Glasharmonika, des Cristal Baschet und des Waterphone, daneben Komponist und Produzent. Er arbeitet im Bereich der klassischen Musik, aber auch der Rock- und Popmusik, darüber hinaus in den Genres Oper, Improvisation, Filmmusik und Ballettmusik. Er gab über 3000 Konzerte in 40 Ländern und war an rund 150 CDs beteiligt. Er arbeitete u.a. mit Radiohead, John Cage, Tom Waits, Marianne Faithfull, Robert Wilson, Milos Forman, Daft Punk, Valery Gergiev, Pierre Boulez, Michel Plasson, Myung-Whun Chung, Christoph Eschenbach, Paul Sacher, Isabelle Huppert, Manu Dibango, Fred Frith, Phil Minton, Nana Mouskouri, und Vanessa Paradis. Thomas Bloch hat CDs bei renommierten Labels wie EMI, Deutsche Grammophon und Sony eingespielt, und er produziert eigene CDs bei Naxos. Thomas Bloch absolvierte seinen Masterstudiengang im Fach Musikwissenschaft an der Université de Strasbourg. Er unterrichtet Ondes Martenot am Conservatoire de Strasbourg. Im Musée de la Musique de Paris ist er verantwortlich für die Präsentation der Ondes Martenot. Im Januar 2017 wirkte Thomas Bloch beim Eröffnungskonzert der Hamburger Elbphilharmonie mit.
Konzert für Violoncello Nr. 1 C-Dur Hob. VIIb.1 (1765)
„Turangalîla-Symphonie“ für Klavier und großes Orchester (1948)
Der US-Amerikaner John Neumeier zählt zu den bedeutendsten Choreografen der Gegenwart. In seiner Tätigkeit als Ballettdirektor und -intendant machte er das Hamburg Ballett zu einer der führenden deutschen Ballettcompagnien. Internationale Anerkennung erwarb sich John Neumeier durch die Zusammenführung der Ballett-Tradition mit neuen, zeitgenössischen Formen. Mit großem Engagement widmet sich John Neumeier der Nachwuchsförderung. 1978 gründete er die Ballettschule des Hamburg Ballett. 2011 übernahm John Neumeier die Position des Intendanten im neu gegründeten Bundesjugendballett. John Neumeier ist zweifacher Träger des Bundesverdienstkreuzes und seit 2003 Ritter der Ehrenlegion. Für Young Euro Classic choreografierte er bereits 2012 ein eigenes Ballett, und auch 2013 und 2014 stand das Bundesjugendballett in zwei seiner Choreografien auf der Bühne des Konzerthauses.
Geboren in Miami, hat Kevin Haigen als Tänzer, Choreograf, Ballettpädagoge und Ballettmeister gearbeitet. Er erhielt seine Ausbildung u.a. an der School of American Ballet unter der Leitung von George Balanchine, wo er seine ersten Choreografien kreierte. 1976 trat Kevin Haigen dem Hamburg Ballett bei, an das er 1991, nach mehreren internationalen Engagements, als Ballettmeister der Compagnie und Ballettpädagoge zurückkehrte. Seither assistiert er John Neumeier bei der Inszenierung zahlreicher seiner Ballette weltweit. Seit der Gründung des Bundesjugendballetts ist Kevin Haigen dessen Künstlerischer und Pädagogischer Leiter.
Choreografie und Text: Bundesjugendballett, John Neumeier, Maša Kolar, Bundesjugendballett
Musik: frei nach Leonard Cohen (Halleluja); Ludwig van Beethoven, Streichquartett Nr. 13 D-Dur op. 130; Carlos Gardel, Melodía de arrabal (Arr.: James McFadden-Talbot); Beatbox: Anton »The Kid« Stender
Choreografie: Ricardo Urbina Reyes
Choreografie: Kevin Haigen
Musik: Jules Massenet, Meditation aus Thaïs (Oper)
Choreografie: Paul Hess
Musik: TV-Mitschnitt mit Musik von Paul van Dyk, Kommentar von Carsten Sostmeier
Choreografie: Sasha Riva (Auszüge)
Musik: Peteris Vasks, Quartett - III. Canti Dramatici und V. Canto Principale
Choreografie: Wubkje Kuindersma
Musik: Arnold Schönberg
Darauf kann er stolz sein: Dietmar Bär, der „Freddy Schenk“ vom Kölner Tatort, wurde 2014 zum beliebtesten TV-Ermittler der Deutschen gewählt. Als Kommissar ist er seit 1997 im Kölner Tatort in über 60 Fällen im Einsatz und wurde 2000 mit den Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Klaus J. Behrendt wurde er 2015 von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt. Die Nähe zu den Menschen ist dem gebürtigen Dortmunder extrem wichtig. So oft wie irgend möglich steht er als BVB-Mitglied beseelt in schwarz-gelbem Outfit im Stadion unter den Fans. Und ist im Alltag doch ziemlich anders als der polternde Dicke mit der Vorliebe für Currywurst, den er im Tatort gibt. Dietmar Bär liest viel, hört Musik aller Stilrichtungen und hat sich zum Feinschmecker mit vegetarischen Neigungen entwickelt: „Für billigen Wein und schlechtes Essen bin ich zu alt“. Nicht zu alt ist er für ein umfangreiches soziales Engagement: Bär ist Gründungsmitglied des Tatort – Straßen der Welt e.V., der sich für Kinderrechte vor allem auf den Philippinen, in Swaziland und Deutschland einsetzt. Young Euro Classic unterstützt er nicht nur als Pate, sondern auch als Mitglied im Deutschen Freundeskreis europäischer Jugendorchester e.V.
Von Berlin aus begann der Dirigent Patrick Lange seine internationale Karriere. Hier war er ab 2008 als Erster Kapellmeister an der Komischen Oper tätig, bevor er 2010-2012 als Chefdirigent die vakante Stelle des Generalmusikdirektors ausfüllte. In dieser Zeit dirigierte er wichtige Premieren wie Wagners Meistersinger, Dvořáks Rusalka und Mozarts Idomeneo. Zugleich gab Lange 2010 sein Debüt an der Wiener Staatsoper, wo er bis heute regelmäßig am Pult steht, zuletzt 2016 mit Puccinis Tosca und Tschaikowskis Eugen Onegin. In Dresden und Hamburg hat er seitdem ebenso dirigiert wie an den Opernhäusern in Zürich, London, Paris, Seoul und Toronto. Ab Herbst 2017 übernimmt er den Posten des Generalmusikdirektors in Wiesbaden. Einst Assistent Claudio Abbados beim Gustav Mahler Jugendorchester ist Lange auch ein vielgefragter Konzertdirigent, der schon mehrfach mit dem BJO zusammengearbeitet hat.
Spätestens mit der Verfilmung seines Comics Der bewegte Mann von 1994 (mit Katja Riemann und Til Schweiger) ist Ralf König einem breiten Publikum bekannt geworden. Bis dahin hatte sich der aus Soest/Westfalen stammende Zeichner vor allem als Chronist des schwulen Alltags eine begeisterte Fangemeinde geschaffen, so mit Comics wie Silvestertuntenball und Sahneschnittchen. Später folgten Bände wie Superparadise (zum Thema Aids) und Sie dürfen sich jetzt küssen (zum Thema Homoehe). Damit avancierte Ralf König mit einer Gesamtauflage von fast sieben Millionen Exemplaren zum weltweit populärsten Autor explizit homosexueller Geschichten. Seine Bücher wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt, zuletzt ins Katalanische, Gälische und Polnische. Einen anderen Schwerpunkt setzte der heute 56-Jährige mit Dschinn Dschinn (2006) zum Thema des radikalen Islamismus. Im selben Jahr erschienen auch seine Kommentare zum Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen.
„Grand Gothic Suite“ (2014)
„Die Glasharmonika“ (1968, mit gleichnamigem Animationsfilm von Andrei Chrschanowski von 1966)
„Vorspiel“, „Hexenritt“ und „Knusperwalzer“ aus „Hänsel und Gretel“ (1891) mit Zeichnungen aus Wilhelm Buschs „Bilderpossen“ (1864)
„The Pet“ (2017, Musik zum gleichnamigen Stummfilm von Winsor McCay von 1921)
Konzertfantasie „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ (Originalversion von 1867) mit Live-Zeichnungen von Ralf König
Als Jugendlicher stand Gregor Burgenmeister selbst als Pianist auf der Bühne. Nach seinem Schulabschluss jedoch entschied er sich, das Musizieren lieber anderen zu überlassen und sich mit dem Film einer anderen Kunstform zuzuwenden. Von da an beschritt er seinen Weg als Programmmacher beim Filmfest Hamburg, als Lektor bei Studio Hamburg und in verschiedensten Positionen bei Film- und Fernsehproduktionen. Dort lernte er über die Jahre zu schätzen, was wesentlicher Bestandteil für einen jeden Medienmacher ist: das gute Erzählen spannender Geschichten. Nicht zuletzt seine alte Jugendliebe, die Musik, bewegte ihn schließlich dazu, sich nun doch auch beruflich mit ihr zu beschäftigen. Und so gründete er, unerschrocken von der Printkrise, 2005 in Hamburg das Magazin concerti mit eben solchen spannenden Geschichten rund um die klassische Musik und umfassenden Kalendarien. Und die Entwicklung concertis zum führenden Klassikmagazin in Deutschland nahm einen so einfachen wie plausiblen Anfang: „Das war Eigenbedarf. Mir hat so ein Heft gefehlt.“
Das musikalische Wirken des schwedischen Violinisten Hugo Ticciati ist von grenzenloser Neugier geprägt. Der 37-Jährige, Bruder des designierten DSO-Chefdirigenten Robin Ticciati, schließt Literatur, Philosophie, Spiritualität und Meditation gleichermaßen ein wie Tanz und kinetisches Malen. Er spielt die klassischen Violinkonzerte, aber er stürzt sich auch mit großer Vehemenz in die zeitgenössische Musik. Ticciati hat Werke von Takemitsu, Schtschedrin, Glass und Lera Auerbach in seinem Repertoire, außerdem brachte er in letzter Zeit Konzerte von Albert Schnelzer, Sergej Jewtuschenko und Tobias Boström zur Uraufführung. Er macht leidenschaftlich gern Kammermusik, so mit der Schlagzeugerin Evelyn Glennie, den Pianisten Angela Hewitt und Olli Mustonen oder dem Posaunisten Nils Landgren. Darüber hinaus ist Hugo Ticciati Künstlerischer Leiter des O/Modernt Kammarorkester, das seinen Sitz am Konzerthaus Musikaliska in Stockholm hat.
Der britische Cellist Matthew Barley, Jahrgang 1965, ist wie Hugo Ticciati ein musikalischer Grenzgänger, der engagiert zwischen Klassik und Improvisation, elektronischen Klängen und pädagogischen Projekten hin und her wechselt. Dabei arbeitete er mit so unterschiedlichen Künstlern wie Jon Lord (von Deep Purple), Sultan Khan, Django Bates und den Jazzpianisten Julian Joseph und Nikki Yeoh zusammen. Barley brachte zahlreiche Cellowerke, darunter von Detlev Glanert, John Metcalfe, John Woolrich oder James McMillan, zur Uraufführung. 2013 widmete er sich dem 100. Geburtstag Benjamin Brittens mit etwa 100 Auftritten und Workshops. 1997 gründete der Cellist sein Ensemble „Between the Notes“, mit dem er seitdem über 60 Education Projekte mit jungen Musikern realisiert hat. Mit seiner Ehefrau, der Geigerin Viktoria Mullova, und „Between the Notes“ nahm er 2000 die CD „Through the Looking Glass“ mit Stücken von Alanis Morissette über Miles Davis bis George Harrison auf.
Aufgewachsen in der heiligen Stadt Sri Bhaini Sahib im Punjab, begann Sukhvinder Singh schon früh, das Trommel-Instrument Dholak zu spielen. Durch seine Mischung aus Virtuosität, Spontanität und musikalischer Ausstrahlung begeistert er als Tabla-Spieler seit langem sein Publikum in Indien, Europa und den USA. Dabei hat er mit namhaften Landsleuten wie Ravi Shankar, Ustad Vilayat Khan und Ustad Amjad Ali Khan musiziert. 1994 erhielt Sukhvinder Singh einen Grammy für das Musikprojekt „A Meeting by the River”.
Der britisch-indische Sarod-Spieler Soumik Datta versteht sich als musikalischer Brückenbauer zwischen klassisch-indischer und zeitgenössischer Musik. Dabei hat er mit Künstler wie Beyonce, Jay-Z, Bill Bailey und Akram Khan zusammengearbeitet. 2015 schrieb er für den belgisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbei Cherkaoui die Musik zu dessen international gefeiertem Tanztheaterstück „Fractus V“; zuletzt realisierte er das Filmprojekt „Lost Musicians of India“.
„Silouan’s Song“ für Streichorchester (1991)
„Fernes Licht“ Konzert für Violine (1997)
und Improvisationen mit Tabla, inspiriert von Werken von Pēteris Vasks, Sultan Khan und den Beatles – und vieles mehr.
„Geflügelzucht und Pfadfinderlager“ – so begann die Journalistenkarriere von Jo Schück bei der Lokal-Postille Bergsträßer Anzeiger im südhessischen Lorsch. Auf der Suche nach „Kultur und Politik“ landete er dann u.a. bei Zeit Online, Hit Radio FFH (Frankfurt) und SBS Radio in Sydney. Nach der australischen Hauptstadt folgte die deutsche: 2004 wurde er Reporter und Moderator bei Radio Fritz vom RBB (Berlin/Potsdam). Nach einem ZDF-Volontariat setzte er sich 2009 in der Politik-Redaktion fest und wagte erste Moderationsversuche im TV-Digitalen. Als dann zwei Jahre später zdf.kultur gegründet wurde, stand Jo Schück als einer der Hauptmoderatoren fest. Parallel lieferte er als Autor und Presenter politische Dokumentationen fürs ZDF-Hauptprogramm. „Kultur und Politik“ – seit 2014 bringt er beide Leidenschaften in einer einzigen Sendung unter den Hut: Als Moderator von aspekte im ZDF, gemeinsam mit Katty Salié. Jo Schück lebt mit seiner Familie in Berlin. Studiert hat er übrigens auch: Publizistik, Philosophie und BWL in Mainz und Sydney.
Der 26-jährige ungarische Trompeter Tamás Pálfalvi sticht als einer der innovativsten und kreativsten Trompeter unserer Zeit heraus. Seine erstklassige Technik, Bühnenpräsenz und sein dramaturgisches Geschick brachten ihm 2015 den ersten Platz des Fanny Mendelssohn Förderpreises ein. Sein daraus entstandenes Debüt-Album Agitato mit dem Franz Liszt Chamber Orchestra verbindet wie selbstverständlich Werke von Vivaldi, Telemann und Händel mit Zeitgenossen wie Ligeti, Kagel oder Dubrovay. Pálfalvi möchte sowohl das Repertoire als auch die Spieltechnik der Trompete erweitern. Dieses Ziel verfolgt er nicht nur durch den Einsatz für neue Komponisten, sondern auch durch Transkriptionen von historischem Repertoire. In New York und Tokyo ist Pálfalvi ebenso aufgetreten wie in Hongkong, London und Beirut, mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Matthias Pintscher, Peter Eötvös und Zoltán Kocsis.
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Die 23-jährige Vera Karner ist vielfache Preisträgerin bei nationalen und internationalen Wettbewerben, Auszeichnungen und Stipendien, darunter der Fidelio Wettbewerb Wien, Ad Infinitum Lübeck oder der Lions Musikpreis 2015. Neben zahlreichen eigenen Konzerten sammelte die Klarinettistin Orchestererfahrung im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Symphonikern. Privat engagiert sie sich vor allem in dem Projekt „Live Music Now“ von Yehudi Menuhin mit kostenlosen Konzerten in sozialen Einrichtungen. 2016 gewann sie zusammen mit Dominik Wagner den Fanny Mendelssohn Förderpreis.
Der 20-jährige Wiener Dominik Wagner ist als Kontrabassist bereits um die halbe Welt gereist und kann auf Auftritte in Asien, Südamerika und Europa zurückblicken. Darüber hinaus gewann er beim Golden Bass Wettbewerb 2013 in Lviv (Ukraine) als jüngster Teilnehmer und 2014 beim internationalen Osaka Wettbewerb. Dominik Wagner ist Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung und Mitglied bei Mutters Virtuosi. 2016 gewann er zusammen mit Vera Karner den Fanny Mendelssohn Förderpreis.
Der 25-jährige Pianist Maciej Skarbek stammt aus dem polnischen Rzeszów. 2011-14 studierte er an der Wiener Musikhochschule bei Stefan Vladar, seitdem an der Privatuniversität der Stadt Wien bei Roland Batik. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, so bei Musica Juventutis (Wien), Gina Bachauer-Gesellschaft (Griechenland), „A Feast for Duos“ (Schweiz). Außer in Polen, Deutschland und Österreich ist Maciej Skarbek auch in der Schweiz, Italien, Portugal sowie in Israel aufgetreten.
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Der Geiger Matthias Well, jüngerer Bruder von Maria Well, gewann wie seine Schwester mehrere Preise auf Regional-, Landes- und Bundesebene des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Schon 2011 gründete er zusammen mit weiteren Familienmitgliedern die Musikgruppe „nouWell cousines“. Mit dem Duo „twoWell“ gewann er den Sonderpreis des Kulturkreises Gasteig für die „mitreißende Bühnenpräsenz bei Ondrej Kukals ,Present’“. 2017 wurde er mit dem Fanny Mendelssohn Förderpreis geehrt, welcher ihm und Maria Well bei der Realisierung des Debüt-Albums „Kein Grund zur Trauer“ half.
Die Münchner Cellistin Maria Well, Tochter des Kabarettmusikers Michael Well (Biermösl Blosn) und Schwester von Matthias Well, bestand schon mit 16 Jahren die Aufnahmeprüfung zum Jungstudium an der Musikhochschule in München. Zudem gewann sie beim Wettbewerb „Jugend Musiziert“ auf Regional-, Landes- sowie Bundesebene mehrfach erste Preise. 2015 schloss sie ihr Masterstudium mit Auszeichnung ab; im selben Jahr gründete sie zusammen mit ihrem Bruder Matthias das Violine-Violoncello-Duo „twoWell“. Als begeisterte Kammermusikerin arbeitet sie mit vielen Münchner Musikinstitutionen zusammen.
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Das Ensemble Olivinn steht für eine ganz spezielle Klangmischung von traditionellen türkischen und anatolischen Volksliedern bis zu klassisch-europäischen und zeitgenössischen Werken, die auch Improvisationen einschließen. In Berlin war das Quartett bereits regelmäßig in Musiktheaterproduktionen am Maxim Gorki Theater, Ballhaus Naunynstraße und Atze Musiktheater zu erleben.
Die 1983 in Istanbul geborene Künstlerin studierte Musical- und Operngesang am Staatlichen Konservatorium der Istanbuler Universität. Parallel absolvierte sie ihr Studium im Fach der Russischen Philologie und Literatur und wirkte u.a. in Antalya-Aspendos bei Musical- und Konzertprojekten mit. In Berlin setzte sie ihre Ausbildung im Klassischen Gesang und Schauspiel fort und beeindruckte in den erfolgreichen Produktionen Türkisch für Liebhaber und Tango Türk an der Neuköllner Oper. Zusammen mit Sinem Altan und Özgür Ersoy gründete sie das Ensemble Olivinn und ist neben den Konzerten als Solistin der preisgekrönten Märchenkonzertreihe Keloglan
tätig. Ihr virtuoser Umgang mit vielseitigen Gesangstechniken sowie ihr großes Repertoire in vielen Sprachen und unterschiedlichen Stilrichtungen von Klassik, Jazz und Tango bis hin zu internationalen Volksliedbearbeitungen und Interpretationen zeitgenössischer Musik ermöglichen ihr hochinteressante genreübergreifende und multimediale Performance-Projekte. Als Interpretin arbeitet sie mit zahlreichen renommierten Partnern zusammen. Neben ihren Auftritten als Sängerin überzeugt sie mit ihrem darstellerischen Einsatz in diversen Musiktheaterproduktionen auf deutschen Bühnen. Zuletzt beeindruckte sie unter anderem mit ihrem Auftritt zusammen mit Nils Landgren im Schloss Bellevue zur Abschiedsveranstaltung vom Bundespräsidenten Joachim Gauck.
Özgür Ersoy, in der Türkei geboren, ist ein Bağlama- sowie Mey- und Duduk-Spieler aus Berlin. Er ist seit 1999 an unzähligen Konzerten und Projekten beteiligt, spielte u.a. an der Seite von Fazıl Say, Dagmar Manzel, Sinem Altan und Nils Landgren. 2013 spielte er als Solist mit dem Landesjugendorchester im Konzerthaus Berlin sowie mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn. Desweiteren musizierte er u.a. in der Philharmonie Berlin, der Komischen Oper, der Neuköllner Oper und im Maxim Gorki Theater. Zu seinen aktuellen Projekten gehört die Live-Graphic-Novel „Human Traffic“ im Heimathafen Neukölln. Seine Musik beginnt mit der anatolischen Volksmusik, führt über Jazz und Klassik bis hin zur orientalischen Musik und noch darüber hinaus.
Axel Meier, Schlagzeuger und Percussionist, wurde 1990 in Berlin geboren. Seine musikalische Laufbahn begann mit 6 Jahren zunächst am Klavier, bevor im Alter von 12 Jahren sein Interesse für das Schlagzeug geweckt wurde. Schon früh begann er sich mit verschiedensten Schlaginstrumenten und Musikstilen zu beschäftigen. Irgendwo zwischen Pauke und Darbuka, zwischen Salsa und türkischer Folklore, zwischen Drumset und Vibraphon, da fühlt er sich zuhause und ist ständig auf der Suche nach neuen Wegen, diese musikalischen Welten miteinander zu verbinden und weiterzuentwickeln. Auf seinem Weg arbeitete er bisher u.a. mit Musikern wie Nils Landgren, Robyn Schulkowsky, Steve Hackett (Genesis), Karat, Keiko Abe, Jacob TV, Moritz Eggert zusammen und reiste in verschiedenen Ensembles und Orchestern bereits quer durch Deutschland, Europa und Asien. Von 2010 bis 2016 studierte Axel Meier Schlagzeug und klassisches Schlagwerk an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und ist nun als freischaffender Musiker und Musikpädagoge tätig.
Geboren 1985 in Ankara, studierte Sinem Altan Komposition an der Universität der Künste und Tonsatz an der HfM „Hanns Eisler“. In ihren jungen Jahren gewann sie mehrere Preise in der Türkei und in Deutschland. Zu ihren größeren Werken gehört das Konzert für Baglama und Orchester. Ihr Märchenkonzert „Keloglan und die Räuberbande“ bekam den Junge Ohren Sonderpreis in 2011. Neben ihrer im Juni 2015 erfolgreich uraufgeführten Stadtoper „Die Gute Stadt“ im Theater Freiburg feierte sie im August die Uraufführung ihres von Young Euro Classic in Auftrag gegebenen Orchesterwerkes im Konzerthaus Berlin, für das sie mit dem Europäischen Komponistenpreis 2015 ausgezeichnet worden ist. Zu ihren aktuellen Auftritten gehören Konzerte im Konzerthaus Berlin, dem Cemal Resit Rey Konzertsaal in Istanbul und zuletzt die Abschiedsveranstaltung des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue, wo ihre jüngsten Uraufführungen gefeiert wurden.
Ein Konzert – vier Programme: atemberaubende Trompetenvirtuosität aus Barock und Moderne. Ohrwürmer aus aller Welt: „Gassenhauer – Gassenbauer“. Trauermusik muss nicht traurig sein: Matthias Well belebt die alte Zunft der „Trauergeiger“ neu. Das Ensemble Olivinn unter der musikalischen Leitung von Sinem Altan präsentiert seine brillante Fusion aus traditioneller türkischer Musik und Klassik. Schließlich treffen sich diese hervorragenden jungen Musiker auf geographisch „halbem Wege“, nämlich bei der Musik Ungarns, die zum Sprungbrett für ganz eigene Höhenflüge wird.
Im deutschen Filmbusiness kaum zu übersehen: In bisher mehr als 170 Film- und Fernsehproduktionen hat Gesine Cukrowski mitgespielt. Vor genau 20 Jahren feierte die gebürtige Berlinerin Ihren Durchbruch mit der preisgekrönten Krimiserie „Der letzte Zeuge“ an der Seite von Ulrich Mühe. Internationale Aufmerksamkeit erregte sie mit ihrer Rolle im für den International Emmy nominierten Drama „Das Wunder von Berlin“ und stellte ihre große Wandelbarkeit unter anderem in dem Politdrama „Die Spiegel Affäre“ unter Beweis. Als Schauspielerin mit Leib und Seele findet man sie auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Dort fing schließlich alles an: Im Studententheater sammelte sie ihre erste Bühnenerfahrung. Seitdem war sie u.a. auch bei den Salzburger Festspielen, als Ensemblemitglied des Theaters Basel und am Renaissance Theater Berlin zu erleben. Ihr soziales Engagement? Sie ist die buchstäblich ausgezeichnete Stiftungsvorsitzende des Projekts „Findelbaby“ und wurde ins Kuratorium der Welthungerhilfe berufen.
Der russische Dirigent, geboren 1957 in Leningrad, ist seit vielen Jahren regelmäßig am Pult der Berliner Orchester zu erleben. Ausgebildet in der damaligen Sowjetunion, kam er über Polen nach Deutschland, wo er wichtige Posten in Jena, Stuttgart und bei den Düsseldorfer Symphonikern bekleidete. Gleichermaßen ist Boreyko in ganz Europa und in den USA gefragt; Einladungen führten ihn in jüngster Zeit nach Göteborg, Stockholm, Bamberg, zum Orchester des Maggio Musicale Fiorentino und zum Orchestre Philharmonique de Radio France. In Nordamerika tritt er 2016/17 mit dem Chicago Symphony Orchestra bei den Festivals in Aspen und Ravinia auf. 2014 dirigierte er die Uraufführung und amerikanische Erstaufführung von Henryk Goreckis 4. Symphonie. Seine Diskographie umfasst Werke von Gorecki, Tschaikowski, Lutosławski und Silvestrow. Derzeit arbeitet Boreyko an einem Schostakowitsch-Zyklus mit dem Orchestre national de Belgique, dessen Chefdirigent er seit 2012 ist. Des weiteren ist er Musikdirektor des Naples Philharmonic in Florida und erster Gastdirigent des Orquesta Sinfónica de Euskadi.
Der 43-jährige Julian Rachlin zählt zu den interessantesten Musikerpersönlichkeiten seiner Generation – als Geiger und Bratscher, aber auch als Dirigent. Geboren im litauischen Vilnius, kam Rachlin 1978 nach Wien, wo er 1988 sein Debüt als Solist bei den Wiener Philharmonikern unter Riccardo Muti feierte. In der vergangenen Saison musizierte er mit Herbert Blomstedt, Vladimir Ashkenazy, Daniele Gatti und Mariss Jansons, in der Saison 2017/18 eröffnet er die Spielzeit der St. Petersburger Philharmonie mit Yuri Temirkanov, unternimmt eine Tournee mit dem Orchester der Scala Milan und Riccardo Chailly und kehrt unter Zubin Mehta zum Maggio Musicale Fiorentio zurück. Er hat zudem seinen eigenen Konzertzyklus im Wiener Musikverein und eine Residenz beim Festival Prager Frühling. Rachlin ist Erster Gastdirigent der Royal Northern Sinfonia engagiert sich überdies als Leiter des Festivals „Julian Rachlin & Friends“ in Mallorca. Er spielt die Stradivari „ex Liebig“ von 1704 und eine Bratsche von Lorenzo Storioni aus dem Jahr 1785, die ihm die Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung zur Verfügung stellt. Seine Saiten werden gesponsort von Thomastik-Infeld.
„Der Bote“ für Synthesizer, Klavier und Streichorchester (1997)
Konzert für Violine D-Dur op. 61 (1806)
„The Smile of Maud Lewis“ (1998)
Konzert für Orchester (1954)
Von Berufs wegen ist Hermann Parzinger mit dem Auge fürs Detail und Geduld ausgestattet. Er studierte Archäologie und Geschichte und bemerkt dazu eben doch ziemlich bescheiden: „Auch wenn es vielleicht etwas unbescheiden klingt, aber dass ich in der Archäologie meinen Weg machen würde, war mir irgendwie schon im ersten Semester klar.“ Damit sollte er Recht behalten. Nach Promotion und Habilitation in München war er über 13 Jahre hinweg als Direktor und weitere fünf Jahre als Präsident am Deutschen Archäologischen Institut in Berlin tätig und führte zahlreiche Ausgrabungen im Nahen und Mittleren Osten durch, besonders jedoch in verschiedenen Teilen Russlands mit Schwerpunkt Sibirien. Seine Forschungen wurden mehrfach ausgezeichnet. Und der Blick fürs große Ganze, mit dem kann er ebenfalls dienen: Seit 2008 ist er Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und damit als Bauherr verantwortlich für den Masterplan Museumsinsel und viele andere Bauvorhaben im Kulturbereich der Stadt. Zudem wurde er 2015 in die Gründungsintendanz des Humboldt Forums berufen. Und den Blick für das Schöne … ein druckfrisches Exemplar eines neuen Buchs aus seiner Feder in den Händen halten zu dürfen – das ist immer ein Genuss!
Der Dirigent Bruno Weil blickt auf eine lange Karriere als Opern- und Konzertdirigent zurück, seit er 1988 in Salzburg als Einspringer für den erkrankten Herbert von Karajan drei Don Giovanni-Aufführungen leitete. 1949 im pfälzischen Hochstätten geboren, war Weil Generalmusikdirektor an den Opernhäusern in Augsburg und Duisburg; außerdem leitete er 1993-2011 das im Kloster Irsee stattfindende Festival Klang & Raum. Vor allem als Dirigent der Wiener Klassik hat er sich weltweit einen Namen gemacht. So ist er nicht nur Spezialensembles wie dem Orchester Tafelmusik in Toronto und dem Orchestra of the Age of Enlightenment seit langen Jahren verbunden. Auch seine CD-Aufnahmen der späten Symphonien Haydns, der Klavierkonzerte Beethovens und Messen Schuberts wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zwischen 2011 und 2015 dirigierte Bruno Weil Mozarts drei Da Ponte-Opern bei Jeunesses Musicales in Weikersheim. Seit 2015 hat er eine Professur für Dirigieren am Mozarteum in Salzburg.
2015 katapultierte sich der russische Pianist Dmitry Masleev in die internationalen Schlagzeilen, als er den renommiertesten Klavierwettbewerb überhaupt, den Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau, gewann. Seitdem erhält der 28-Jährige Einladungen in alle Welt: Im Januar 2017 spielte er erstmals in der Carnegie Hall in New York; im März folgte Masleevs gefeiertes Berlin-Debüt mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Außerdem steht im Frühjahr neben vielen Solo-Recitals eine China-Tournee mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France an. Als Artist in Residence wird er beim SWR Symphonieorchester zu Gast sein. Dabei reicht Masleevs Repertoire von Scarlatti, Mozart und Beethoven über das spätromantische russische Repertoire bis zu Sonaten (mit Boris Berezowski) und Klavierquintetten von Schostakowitsch und Weinberg. Aufgewachsen in Ulan-Ude, einer sibirischen Stadt zwischen dem Baikalsee und der Grenze zur Mongolei, studierte er am Moskauer Konservatorium sowie an der International Piano Academy am Comer See.
"Summa" für Streichorchester (1991)
Konzert für Klavier Nr. 1 b-Moll op. 23 (1874-1875)
Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1812)
Prof. Dr. Sebastian Nordmann, geboren 1971 in Kiel, studierte Musikwissenschaften und Neuere Geschichte, zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, später dann an der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin. Im direkten Anschluss an seinen Magister promovierte er bei Prof. Dr. Christian Martin Schmidt über das Thema „Der Einfluss des Schleswig-Holstein Musik Festivals auf die Musiklandschaft Schleswig-Holstein“. Während seines Studiums sammelte Sebastian Nordmann praktische Erfahrungen im Kulturbereich beim Edinburgh Festival, der Kulturabteilung der Bayer AG, als Orchestermanager des Landesjugendorchesters Schleswig-Holstein und als Intendanzassistent bei den Festspielen Mecklenburg- Vorpommern. Im Anschluss an die Promotion arbeitete er für zwei Jahre bei der strategischen Unternehmensberatung The Boston Consulting Group in Berlin. Von Oktober 2002 bis Dezember 2008 war er Intendant und Geschäftsführer der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Von 2008 bis 2013 unterrichtete er als Professor das Fach Musikmanagement / Karriereplanung an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. In dem Fach geht es um die Entwicklung von Eigeninitiative, Kreativität, Selbsteinschätzung und unternehmerischem Denken der Studenten. Seit September 2009 ist Sebastian Nordmann Intendant des Konzerthauses Berlin und des Konzerthausorchesters Berlin.
Der Dirigent Kristjan Järvi gehört zu jenem eher raren Typus Musiker, die sich virtuos zwischen verschiedenen Genres hin und her bewegen. Ob Klassik, Jazz oder Hip Hop: Nicht zuletzt mit seinen verschiedenen Ensembles pflegt der 45-Jährige seine weitgefächerten Neigungen. Seit 2012 ist er Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters in Leipzig; zugleich leitet er nach wie vor das von ihm gegründete New York Absolute Ensemble. Geboren in den USA als jüngster Sohn des estnischen Dirigenten Neeme Järvi, ist der Dirigent unermüdlich im Einsatz für die zeitgenössische Musik. Er gab über 100 Werke in Auftrag, darunter an Komponisten wie Arvo Pärt, Tan Dun und Erkki-Sven Tüür. Steve Reich und HK Gruber zählen genauso zu seinen künstlerischen Partnern wie Anoushka Shankar, Hauschka und Marcel Khalife. Bisher veröffentlichte Kristjan Järvi mehr als 60 Alben, die von Filmmusik wie „Cloud Atlas“, „Hologram for the King“, „Sense 8“ bis hin zu seiner gleichnamigen Serie „Kristjan Järvi Sound Project“ reichen.
Seine erste CD mit Violinkonzerten von Chatschaturjan und Barber, 2011 erschienen, trug bezeichnenderweise den Titel „Two Souls“. Zwei Seelen schlagen in der Tat in der Brust des 32-jährigen Geigers Mikhail Simonyan. Geboren in Nowosibirsk als Sohn armenisch-russischer Eltern, kam er schon früh in die USA, wo er als 15-Jähriger in der New Yorker Carnegie Hall debütierte. Sein Lehrer am Curtis Institut in Philadelphia war der Russe Victor Dansherenko, der noch direkt mit Prokofjew, Schostakowitsch und Chatschaturjan zusammengearbeitet hatte. Seit 2013 engagiert sich Simonyan neben seiner Konzerttätigkeit zusätzlich als Künstlerischer Leiter des neugegründeten Kaluga Youth Symphony Orchestra in Moskau sowie als Präsident der Open Sea Foundation. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr als ein Dutzend musikalische Projekte vor allem in Russland zu unterstützen, so in den letzten Jahren konzertante Aufführungen der Opern Jewgeni Onegin und Carmen in Russland und Litauen.
„Water Possessed Afresh“ (2017)
Wassermusik (1717)
„Drenched“ (2014)
Konzert für Violine Nr. 2 „The American Four Seasons“ (2009)
„Aguas da Amazonia“ (2016, arr. Charles Coleman)
Feiern Sie mit uns! Beim traditionellen PUBLIKUMSFEST im Anschluss an das Konzert.
Seit November 2013 ist Gerda Meuer Programmdirektorin der Deutschen Welle (DW). Damit verantwortet sie das Informationsangebot des deutschen Auslandssenders für TV, Internet und Radio in 30 Sprachen. Ihre Karriere startete Gerda Meuer vor drei Jahrzehnten als Volontärin der DW. Auslandsstationen führten sie unter anderem nach Tokio und Brüssel. Als stellvertretende Chefredakteurin des deutschen Programms und als langjährige Direktorin der DW-Akademie prägte sie die Deutsche Welle maßgeblich mit. In der Programmdirektion sieht Gerda Meuer ihre wichtigste Aufgabe darin, den Wandel der Deutschen Welle in ein digitales Medienunternehmen entscheidend voranzutreiben.
Vor allem als Dirigent zeitgenössischer Opernpartituren hat sich der US-amerikanische Musiker Jonathan Stockhammer in den letzten Jahren international einen Namen gemacht. Direkt nach dem Musikstudium in seiner Heimatstadt Los Angeles kam Stockhammer nach Deutschland, wo er vielfältige Erfahrungen mit dem Ensemble Modern, der MusikFabrik und dem Ensemble Resonanz sammelte. Aus den jüngsten Produktionen ragen die Aufführungen von Peter Eötvös’ Tri sestri an der Wiener Staatsoper und von Georg Friedrich Haas’ Koma bei den Schwetzinger Festspielen hervor. In Berlin trat Stockhammer bei den Festivals Ultraschall und MaerzMusik auf. Nahezu grenzenlos ist seine Neugier auf andere Musikgenres. So dirigierte der in Berlin lebende Dirigent das Ensemble Modern für eine CD mit Werken von Frank Zappa und arbeitete mit den Pet Shop Boys für eine neue Filmmusik zu Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin zusammen. Die Liveaufnahme The New Crystal Silence mit Chick Corea, Gary Burton und dem Sydney Symphony Orchestra erhielt 2009 einen Grammy.
Yoshiko Kobayashi ist Absolventin der Elisabeth University of Music. Anschließend besuchte sie das Prayner Konservatorium in Österreich und absolvierte den postgradualen Studiengang „Lied und Oratorium“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Außerdem gewann sie den ersten Preis beim 10. Osaka International Music Competition und erhielt den Grand Prix beim Grand Final. Zu ihrem Opernrepertoire zählen die Königin der Nacht (Zauberflöte), Susanna (Die Hochzeit des Figaro) und Frasquita (Carmen). Yoshiko Kobayashi lehrt heute als Dozentin an der Elisabeth University.
Die Mezzosopranistin Miyuki Fujii studierte Gesang an der Osaka University of Arts. Während ihres Studiums debütierte sie bereits als Fürstin in Puccinis Suor Angelica und war später u.a. als Carmen und Suzuki in Madama Butterfly zu erleben. Beim „Festival di Milano Musica“ war Miyuki Fujii Solistin in der Aufführung des Orchestra sinfonica nazionale della RAI mit Toshio Hosokawas Voiceless voice in Hiroshima.
Die gebürtige Hamburgerin Nina Petri zählt zu den bekanntesten Fernsehgesichtern in Deutschland. Seit sie 1990 in ihrem ersten „Tatort – Schimanskis Waffe“ (einem der letzten mit Götz George) auftrat, sind viele weitere „Tatort“-Folgen und unzählige Serien und TV-Filme gefolgt: zuletzt „Sibel & Max“, „Soko Kitzbühel“, der ZDF-Zweiteiler „Tod eines Mädchens“ und die Vorabend-Krimiserie „Heiter bis tödlich – Zwischen den Zeilen“. Am Filmset arbeite Nina Petri mit Regisseuren wie Doris Dörrie („Happy Birthday, Türke“), Peter Lichtefeld („Zugvögel… Einmal nach Inari“), Adolf Winkelmann („Junges Licht“) und Tom Tykwer („Die tödliche Maria“) zusammen. Für ihre Nebenrolle in Tykwers Kino-Hit „Lola rennt“ erhielt die Schauspielerin 1999 den Deutschen Filmpreis. Doch auch abseits der Kamera ist die 53-Jährige vielseitig aktiv: Für die SPD Hamburg nahm sie zweimal als Delegierte an der Bundespräsidentenwahl teil. Und in einem Wohltätigkeitsturnier des FC St. Pauli Hamburg kickte sie als erste Frau in einer Prominentenelf mit. Außerdem ist sie Schirmherrin des Klingenden Museums Hamburg.
Heikko Deutschmann, geboren 1962 in Innsbruck, ist als Schauspieler gleichermaßen auf den Theaterbühnen, im TV und Kino aktiv. Außerdem arbeitet er als Autor und Filmemacher. Zuletzt war er in Harold Pinters Betrogen im Berliner Renaissance-Theater und mit Tankred Dorsts letztem Stück Das Blau in der Wand bei den Ruhrfestspielen und am Düsseldorfer Schauspielhaus zu erleben. Im Fernsehen startete er 1985 seine Karriere; seitdem war Deutschmann in vielerlei Rollen zu sehen, mit Gastauftritten in Tatort und Polizeiruf 110, in Ein Hausboot zum Verlieben oder in der Kinderserie Tiere bis unters Dach. Zuletzt wirkte Heikko Deutschmann 2016 in der Märchenverfilmung Schlaraffenland sowie der Lindström-Verfilmung Zurück ins Morgen mit. Groß ist auch die Zahl der von ihm gesprochenen Hörbücher, die von Klassikern wie Geschichten aus 1001 Nacht und Rot und Schwarz bis zu Romanen von Martin Suter, Jörg Fauser und Frank Schätzing reichen.
„Meeresstille und glückliche Fahrt“ op. 112 (1815)
Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Die Unvollendete“ (1822)
„Sternlose Nacht“ für zwei Soprane, zwei Sprecher, Chor und Orchester (2010)
Boris Aljinovic geht es wie so vielen begnadeten Bühnen- und Theater-Schauspielern: Richtig bekannt geworden ist der Sohn einer Deutschen und eines Kroaten vor allem durch das Fernsehen. 14 Jahre lang gab er an der Seite von Dominic Raacke (alias Till Ritter) den Berliner Tatort-Kommissar Felix Stark. Damit ist seit drei Jahren Schluss – und im Gegensatz zu manchen anderen hat Aljinovic die Handschellen souverän an den Nagel gehängt, ohne diesem Schauspielamt in der Boulevardpresse nachzuweinen. Nach langen Tatort-Jahren und vielen Filmen, z.B.an der Seite von Otto Waalkes, kennt den vielseitigen Schauspieler, der ebenso albern und verspielt wie nachdenklich und tiefgründig sein kann, ohnehin fast jeder in Deutschland. Leise und nachdenklich ist er auch als Mensch – mit feinem Humor begabt. Kein Wunder: Ursprünglich wollte Boris Aljinovic Comic-Zeichner werden. Zurzeit tobt sich der 50-Jährige vornehmlich wieder auf der Bühne aus, produziert erfolgreiche Hörbücher – und kämpft gern monatelang und häufig ganz allein in seinem Segelboot mit Wind und Wellen statt mit imaginären Verbrechern.
Der junge rumänische Dirigent Gabriel Bebeselea machte 2010 seinen Bachelor-Abschluss im Fach Dirigieren an der Musikakademie Cluj-Napoca, 2012 folgte sein Master-Examen an der Musikuniversität in Bukarest. Gleichzeitig erhielt er ein Stipendium, um als Dirigierassistent am renommierten Concertgebouw-Orchester in Amsterdam zu arbeiten. 2015 gewann er den Lovro-von-Matacic-Dirigierwettbewerb in Zagreb, 2016 stand er im Halbfinale beim Gustav Mahler-Dirigierwettbewerb in Bamberg. Einen großen Erfolg feierte Bebeselea im Sommer 2016 mit Rossinis Il viaggio a Reims beim Rossini-Festival in Pesaro. Im Dezember 2017 wird er mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin eine CD mit Werken des rumänischen Komponisten George Enescu aufnehmen. Derzeit wirkt der 29-Jährige als Chefdirigent des Nationalen Rumänischen Opernhauses und der Transsilvanischen Philharmonie in Cluj-Napoca sowie als Künstlerischer Leiter des moldawischen Jugendorchesters.
Die gerade einmal 30-jährige Sopranistin Valentina Nafornița katapultierte sich 2011 ins internationale Rampenlicht, als sie den prestigereichen Gesangswettbewerb der BBC Singer of the World im walisischen Cardiff gewann. Seitdem ist sie Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, wo sie wichtige Mozartrollen wie Susanna und Pamina, aber auch die Norina in einer Neuproduktion von Donizettis Don Pasquale an der Seite von Juan Diego Florez gesungen hat. Der peruanische Tenor war neben Joyce DiDonato auch ihr Partner in Massenets Werther in Paris. An der Staatsoper Berlin war Valentina Nafornița als Oscar in Verdis Ballo in maschera zu erleben; an der Mailänder Scala trat sie unter Gustavo Dudamels Leitung als Gilda in Rigoletto auf. Die moldawische Sopranistin lebt mit ihrem Mann, dem Bariton Mihail Dogatari, in Wien. Mit ihrem sozial engagierten Verein CCF hilft sie Heimkindern in ihrem Heimatland bei der Wiedereingliederung in ihre Familien.
Rhapsodie über moldawische Themen op. 47/1 (1949)
Konzertarie „Ah, lo previdi! - Ah, t’invola - Deh, non varcar" KV 272 (1777)
Konzertarie „Bella mia fiamma, addio“ C-Dur KV 528 (1787)
„Pastorale - Fantaisie“ (1899, Deutsche Erstaufführung)
„Bilder einer Ausstellung“ (1874/1922 instrumentiert von Maurice Ravel)
Schwere Zeiten in Brüssel! Nach dem Votum der Briten für den Brexit hatte die Hauptstadt Europas Ende Juli 2016 auch noch den Krexit zu verkraften: Rolf-Dieter Krause, jahrzehntelang der „Mr. Europa“ der ARD, wurde mit wahrlich wohlverdienten Lobeshymnen in den Ruhestand verabschiedet. „Kompetent in der Sache, kritisch in der Analyse, klar im Wort“, beschrieb ihn das „Medium Magazin“, als es ihn 2012 zum Journalisten des Jahres kürte. Inzwischen ist er ein Berliner. Krause, in Lüneburg geboren, begann als Lokalredakteur in Unna, Kamen und Hamm, wechselte 1982 zum WDR-Landesstudio in Düsseldorf und arbeitete von 1985 bis 1990 als ARD-Korrespondent in Bonn. 1990 landete er dann da, wo er hingehörte: in Brüssel, und das mit erfrischender Offenheit: „Damals hatte ich noch keine besondere Sicht auf die Europäische Gemeinschaft. Ich war einfach jung und neugierig.“ Nach einem Intermezzo als Stellvertretender Studioleiter in Bonn und als Programmchef des WDR-Fernsehens in Köln 2000 hatte Brüssel ihn 2001 wieder – für weitere 15 Jahre, den Rest seines Berufslebens.
Die persönliche und künstlerische Biographie von Cem Mansur könnte kosmopolitischer nicht sein: Der englisch-türkische Doppelbürger kam 1957 in Istanbul, in einer multi-nationalen und vielsprachigen Familie zur Welt. Er studierte in London und anschließend am Los Angeles Philharmonic Institute bei Leonard Bernstein. Nach der erfolgreichen Aufführung von Edward Elgars unvollendeter Oper The Spanish Lady 1986 in London folgten Engagements bei international bedeutenden Orchestern und Opernhäusern, in Europa und den USA wie auch in Israel und Südafrika. 2009 leitete Mansur die Europäische Erstaufführung von Arvo Pärts vierter Symphonie in Helsinki, 2010 die Uraufführung von dessen Komposition Veni Creator in Polen. Als Chefdirigent der Nationalen Jugendphilharmonie der Türkei dirigierte er Gastspiele bei Young Euro Classic und leitete mehrere binationale Projekte, u.a. das Young Euro Classic Festivalorchester Türkei – Deutschland und das Armenisch-Türkische Jugendorchester. 1998-2011 war er außerdem Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Akbank Chamber Orchestra.
Die türkische Geigerin Hande Küden stammt direkt aus der Nationalen Jugendphilharmonie der Türkei, in der sie 2008-2012 Konzertmeisterin war. Geboren 1992 in Adana (Türkei), studierte sie zuerst am Staatskonservatorium der Universität Cukurova, bevor sie zu Stephan Picard an die Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin kam. Mit Preisen und Stipendien wurde Hande Küden mehrfach in der Türkei wie in Deutschland ausgezeichnet, auch ihre ersten solistischen Auftritte hatte sie mit türkischen Orchestern in ihrer Heimat wie in Deutschland. Besonders folgenreich war für sie das Ferenc-Fricsay-Stipendium des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin: Dort ist die Geigerin seit 2016 als Stellvertretende Konzertmeisterin unter Vertrag.
„Don Juan“ op. 20 (1888)
Konzert für Violine D-Dur op. 35 (1878)
„Haydar Haydar“ (2015, Deutsche Erstaufführung)
„Eine Steppenskizze aus Mittelasien“ (1880)
Symphonische Variationen op. 78 (1877)
Als ARTE Koordinator im ZDF und Geschäftsführer von ARTE Deutschland ist Wolfgang Bergmann der Kultur im Fernsehen verpflichtet. Der Vorsitzende der Musica-Gruppe, die über die Musikprogramme des Europäischen Kulturkanals ARTE berät, ist auch Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschen Bühnenvereins und Initiator und Redakteur zahlreicher Fernsehproduktionen im Bereich Theater und Musik, darunter Theaterfilme, ARTE Lounge, Die schönsten Opern aller Zeiten und L’Epoque – Epochen der Musik. Dem ZDF ist er seit über 30 Jahren verbunden, als freier Mitarbeiter war er dort nämlich schon während seines Studiums tätig. Das wiederum absolvierte er in Mainz: Ethnologie, Publizistik und Germanistik – ein Geisteswissenschaftler und Kulturmensch. Als 1999 der ZDFtheaterkanal gegründet wurde, macht man Wolfgang Bergmann gleich zum stellvertretenden, kurz darauf zum Leiter. Zehn Jahre später baute er als Koordinator des ZDF-Kulturkanals den ZDFtheaterkanal zu ZDFkultur um. Nebenbei war Wolfgang Bergmann auch Gründungsdirektor der Akademie der Darstellenden Künste in Baden-Württemberg, bevor er 2012 zum Koordinator ARTE im ZDF berufen wurde.
Nils Landgren ist zweifellos einer der erfolgreichsten Jazzmusiker Europas. Schon jetzt rätseln die Fans und Beobachter des 61-jährigen Schweden, ob seine Tage vielleicht mehr als 24 Stunden lang sind. Kritiker haben ihm den Ehrentitel hardest working man in showbusiness verliehen. Wenn „Mr. Redhorn“, der Mann mit der roten Posaune, nicht mit seiner legendären Funk Unit oder anderen Projekten unter eigenem Namen tourt, ist er als Produzent und Talentscout tätig oder vermittelt sein Knowhow an Studenten. In der Bundeshauptstadt hat er sich als künstlerischer Leiter des JazzFest Berlin ausgezeichnet. Bewunderung erregt nicht zuletzt die Vielseitigkeit dieses Musikers, der schon mit sechs Jahren Schlagzeug zu spielen begann und mit 13 die Posaune für sich entdeckte: Neben knallhartem Jazz pflegt er die schwedische Folklore oder spielt bei Christmas With My Friends romantisch-eigenwillige Weihnachtslieder ein. In Kooperation mit Ärzte ohne Grenzen unterstützt Nils Landgrens Funk Unit ein Projekt zur musikalischen Förderung von Kindern und Jugendlichen in einem der größten Slums in Kenias Hauptstadt Nairobi. Nach der Leitung des erfolgreichen „Klassic meets Jazz“ Projekts im letzten Jahr kehrt Nils Landgren 2017 im vierten Jahr in Folge zu dessen Fortsetzung zurück.
Der aus Tbilisi (Georgien) stammende Pianist Giorgi Mikadze hatte mit zwölf Jahren seinen ersten öffentlichen Aufritt. Schon als Gymnasiast entdeckte er seine Liebe zum Jazz; während des Studiums am staatlichen Konservatorium Tbilisi gründete er sein erstes Quartett. Nach seinem Abschluss 2010 erhielt er ein Stipendium für das Berklee College (USA); beim dortigen Jazz Festival spielte er ebenso wie in Montreux und beim Black Sea Jazz Festival in seiner Heimat. Er trat mit renommierten Kollegen wie Roy Hargrove, Dave Liebman, Lee Ritenour, Chris Potter, Matt Garrison, Tia Fuller oder Patti Austin auf. Erst kürzlich produzierte Mikadze ein Album mit Jack DeJohnette, dem Schlagzeuger des Keith Jarrett Trio. Im Frühjahr dieses Jahres war der Jazzer Fellow am progressiven 18th Street Arts Center in Santa Monica (Kalifornien). Als Komponist versucht er die Mikrotonalität der georgischen Volksmusik in innovativer Weise in den Jazz zu übertragen.
Die erst 20-jährige Lizi Ramishvili begann als Kind mit dem Cellounterricht in ihrer Geburtsstadt, der georgischen Hauptstadt Tbilisi. Inzwischen studiert sie an der Kronberg Academy (Taunus) bei Frans Helmerson und seit 2017 an der Musikhochschule in Genf (Schweiz). Lizi Ramishvili kann bereits auf eine Vielzahl von Auftritten zurückblicken, darunter ein Soloabend in der New Yorker Carnegie Hall, ein Konzert mit der Pianistin Khatia Buniatishvili sowie das Mitwirken an einem Prokofjew-Konzert beim Rostropowitsch Festival in Moskau. Einladungen führten die Cellistin, die auch durch ein mehrjähriges Rostropowitsch-Stipendium gefördert wurde, außerdem zum Mozart-Festival Augsburg, zum Festival Energy for Life in Wien, nach Beirut und ins russische Sotschi.
Sergo Urushadze Chianuri, Gesang
Paata Tsetskhladze Phanduri, Gesang
Zurab Tskrialashvili Chonguri, Gesang
Das Ensemble Basiani wurde im Jahr 2000 unter der Schirmherrschaft des katholischen Patriarchen von Georgien gegründet. 2013 erhielt es den Status eines Staatlichen Ensembles für georgischen Volksgesang. Der Name geht zurück auf den Ort Basiani im einstigen Südwesten Georgiens (heute Türkei), wo 1203 eine wichtige Schlacht die Vorherrschaft Georgiens in der Region stärkte. Das Ensemble Basiani schöpft aus dem reichen Erfahrungsschatz seiner Mitglieder, die oft seit ihrer Kindheit mit Vokalmusik aufgewachsen sind. Die (männlichen) Sänger haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Erbe der traditionellen georgischen Polyphonie wiederzubeleben. Einladungen führten sie zu namhaften Festivals in St. Petersburg, Aldeburgh und Kilkenny, nach Amsterdam, Lissabon und ins Lincoln Center, New York. Das in Berlin zu hörende Ensemble Basiani Trio setzt sich zusammen aus dem Sänger der Oberstimme, Sergo Urushadze, dem der Mittelstimme, Paata Tsetskhladze, und dem Bass Zurab Tskrialashvili, die alle seit vielen Jahren dem Ensemble angehören.
Die Bassistin Ellen Andrea Wang (*1986) hat sich als erfindungsreiche Künstlerin einen Namen gemacht, die auf neue und unerwartete Art versteht, Genres zu vermischen. Ihre Musik mischt Jazz- und Popelemente auf geschmackvolle Art und bringt Lyrisches und Raues zusammen, Akustik mit Elektrik, einzigartig Urbanes mit der traditionellen Aufstellung von Bass, Vocals, Drums und Piano. Wang gründete die hochgelobte Indie-Jazzband Pixel. Sie hat Tourneen mit Manu Katché und Marilyn Mazur unternommen und ist 2016 mit Sting aufgetreten. 2015 erhielt sie den „Great Musician Award“ des Kongsberg Jazz Festivals, den ein führender Musiker der norwegischen Jazzszene erhält. Das Ellen Andrea Wang Trio, das sie 2013 gründete, bringt einige der talentiertesten Musiker Norwegens zusammen. „[Wang ist] in jedem Ensemble, in dem sie auftritt, eine dominierende Gestalt; ihr sanfter Ton und vokale Präzision werden stets von den schweren und nachdrücklichen Grooves ihres Kontrabasses ausgeglichen, die sich perfekt mit Schlagzeug, Jazz, Pop und Groove verbinden.“ (The Guardian, 2016)
Als „Shooting Star der europäischen Jazz-Szene“ wurde Eva Klesse gefeiert; ihrem Debüt-Album Xenon attestierte die Presse „den Traumeinstand einer traumhaften Band“. Ihre Ausbildung als Jazzschlagzeugerin erhielt die aus Werl (NRW) stammende Musikerin zuerst in Leipzig, Weimar und Paris, dann während eines zweijährigen Studiums an der New York University. Obwohl offiziell noch in einer Meisterklasse an der Leipziger Hochschule immatrikuliert, ist die 31-Jährige längst in verschiedenen Formationen im Einsatz. Neben dem Eva Klesse Quartett, für das sie auch selbst Stücke komponiert, spielt sie in der Jorinde Jelen Band, im Julia Hülsmann Oktett, im Quartett Trillmann und im Trio No Kissing. Ihr 2014 erschienenes Debüt-Album „Xenon“ wurde umgehend mit dem Echo Jazz 2015 in der Kategorie „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet. 2016 folgte das ebenfalls hochgelobte zweite Album „Obenland“.
Im Alter von 6 Jahren hörte Björn Atle Anfinsen eine CD von Maynard Ferguson, und diese brachte ihn zum Trompetenspiel. Mit Eltern, die klassische Musiker sind, und Interesse an anderen Musikgebieten wie Hard Rock, Funk und Jazz hatte er schon in jungen Jahren ein breites Spektrum musikalischer Einflüsse. 2014 erhielt Björn Atle Anfinsen das Jugendstipendium des Jazzclubs seiner Heimatstadt Gävle und wurde beim Swedish Jazz Final in Stockholm zum Besten Solisten gekürt; zwei Jahre später erhielten er und seine Band die Auszeichnung „Best Band“. 2016 nahm er seine Studien bei Patrik Skogh an der Königlichen Musikakademie Stockholm auf. Im Lauf des vergangenen Jahres hatte er die Gelegenheit, mit einigen der besten Jazzmusikern Schwedens zusammenzuarbeiten, darunter Magnus Lindgren, Robert Ikiz, Nils Landgren, Svante Thuresson, Lill Lindfors und Peter Asplund. Im Frühjahr 2017 brachte Björn Atle Anfinsen seine erste Single, Långdans Från Sollerön, heraus, und im Herbst folgt sein EP-Debüt bei Stockholm Jazz Records, zusammen mit dem Schlagzeuger Robert Ikiz. Als Komponist strebt er nach einer Mischung aus Modern Jazz und dem Nahen Osten, mit einem Hauch elektronischer Musik.
In diesem Jahr lädt Jazzlegende Nils Landgren, alias Mr. Redhorn, Musiker und Sänger aus Georgien zu sich ein. Zum nunmehr vierten Mal bringt er junge Jazzmusiker nach Berlin, um gemeinsam mit ihnen auf der Konzerthaus-Bühne zu grooven. Lassen Sie sich überraschen von den spannenden Rhythmen dieses Mix’ aus Jazz, traditioneller georgischer Musik und Klassik! Stillhalten nahezu ausgeschlossen …
Wie unhöflich! „Er ist ein Mann im besten Alter, hat eine Neigung zum Übergewicht und ihm gehen langsam die Haare aus“ – so stellt der rbb einen seiner besten und profiliertesten Moderatoren auf seiner Webseite vor: Jörg Thadeusz hat genug Selbstironie, um das nicht nur zu ertragen, sondern echt prima zu finden. Schließlich sei er ja erst mal zum Radio gegangen, erzählt er selbst, weil sich in seiner Jugend „die aufregendsten Frauen für Gitarristen, Speerwerfer und Kiffer“ interessierten. Wenn er nur mit der Stimme arbeite, könnten die Hörerinnen glauben, „ich sei ein Gitarre spielender, kiffender Speerwerfer“. Das ist er nicht, sondern einer der besten Moderatoren Deutschlands, inzwischen auf allen Wellen und Kanälen zu hören UND zu sehen, vielfach ausgezeichnet, „schnell, schlagfertig und dabei noch charmant“ – so geht der Satz auf der rbb-Webseite zu Ende. Aktuell bereichert Jörg Thadeusz den Bundestagswahlkampf journalistisch mit einem neuen Format namens „Fahrbereitschaft“ (ab dem 15.8., dienstags um 22.15 Uhr im rbb-TV).
Der Brite James Judd ist ein musikalischer Weltbürger par excellence. Gegenwärtig wirkt er nicht nur als Chefdirigent des Asian Youth Orchestra, sondern leitet auch Ensembles in New York, Israel und Korea. Ab Herbst 2017 kommt noch die Slowakische Philharmonie in Bratislava hinzu. Zuvor war der Dirigent lange Jahre in Neuseeland und in Florida tätig. Darüber hinaus widmet der 67-Jährige einen wichtigen Teil seiner Zeit der pädagogischen Arbeit mit jungen Musikern, sei es an der Juilliard School in New York, dem Curtis Institute in Philadelphia oder mit den Jugendorchestern von Neuseeland und Australien. Aus den Auftritten Judds in den letzten Jahren ragen ein Konzert mit Brittens War Requiem in Bukarest, Orffs Carmina Burana in der Wüste von Masada und zwei Konzerte zur Eröffnung des Opernhauses in Dubai hervor. Auch an der Festwoche im Frühjahr 2016 zur Erinnerung an den 100. Geburtstag Yehudi Menuhins im Berliner Konzerthaus war Judd mit drei Auftritten beteiligt.
Der russische Geiger Vadim Repin hat schon als Jugendlicher internationale Karriere gemacht: Als Elfjähriger debütierte er 1982 in Moskau und St. Petersburg, als 13-Jähriger in Berlin, Tokyo und Helsinki, als 14-Jähriger in der New Yorker Carnegie Hall. Seitdem zählt der im sibirischen Nowosibirsk geborene Repin zur Elite der Geiger, der in allen großen Konzertsälen weltweit auftritt, ob in Mexico City oder Madrid, in Amsterdam, Seoul, Taipeh oder Bangkok. Abseits des klassischen Violinrepertoires engagiert sich Repin auch für neue Werke. So spielte er im Februar 2016 in Londons Royal Festival Hall die Uraufführung der von Aphrodite Raickopoulou für ihn geschriebenen Musik zum Stummfilm „Love“ (mit Greta Garbo) von 1927. Für das von ihm 2014 gegründete Transsibirische Kunstfestival in Nowosibirsk gab er Violinkonzerte bei Benjamin Yussupov und Lera Auerbach in Auftrag. Vadim Repin spielt auf einer Stradivari von 1733.
"As the Heart Soars" (2017, Deutsche Erstaufführung)
Konzert für Violine Nr. 1 g-Moll op. 26 (1868)
Symphonie Nr. 1 D-Dur (1888)
Als Journalistin war Patricia Schlesinger beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) Reporterin, Redakteurin und Moderatorin für das ARD-Magazin “Panorama”. Sie leitete das ARD-Studio Südostasien in Singapur und war USA-Korrespondentin in Washington. Nach ihrer Rückkehr übernahm sie die Leitung des Programmbereichs Kultur und Dokumentation beim NDR Fernsehen. Seit 2016 ist sie Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg. Von Patricia Schlesinger betreute Produktionen gewannen zahlreiche Auszeichnungen – darunter der Deutsche Filmpreis, Grimme- und Fernsehpreis, ein Emmy Award und ein Oscar. Patricia Schlesinger engagiert sich im Kuratorium der Freien Universität Berlin, im Hochschulrat der HfS “Ernst Busch” sowie im Deutschen Komitee für UNICEF. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.
Den Dirigenten Ingo Metzmacher braucht man in Berlin nicht besonders vorzustellen. Spätestens in seiner Zeit als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters (2007-2010) hat er mit seinen thematischen Konzertzyklen („Von deutscher Seele“, „1909“) und den von ihm moderierten „Casual Concerts“ bleibende Eindrücke hinterlassen. Der 58-jährige Metzmacher beherrscht ein riesiges Konzert- und Opernrepertoire, das besonders starke Akzente auf der Musik des 20. Jahrhunderts sowie bei zeitgenössischen Komponisten setzt. Werke von Karl Amadeus Hartmann, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm zählen ebenso dazu wie Olivier Messiaen, Luigi Nono und Edgard Varèse. Zugleich engagiert sich Metzmacher auch für romantische Raritäten von Schubert, Humperdinck oder Pfitzner; an der Genfer Oper leitete er 2013/14 eine Neuproduktion von Wagners Ring. In diesem Frühjahr finden unter Metzmachers künstlerischer Leitung zum zweiten Mal die KunstFestSpiele Herrenhausen statt.
Der französische Pianist Jean-Yves Thibaudet ist nicht nur in allen großen Konzertsälen dieser Welt, sondern auch in Berlin regelmäßig zu Gast. Zuletzt trat er als Solist in Messiaens Turangalîla-Symphonie beim Musikfest Berlin auf und spielte im November mit dem DSO Klavierwerke von Gershwin und Qigang Chen. Dies zeigt die enorme Bandbreite des Pianisten, die Saint-Saëns, Schumann und Grieg ebenso einschließt wie Tschaikowski, Chatschaturjan, Duke Ellington und Bill Evans. In dieser Saison tourte Thibaudet mit dem West Australian Symphony Orchestra durch China. Zugleich wirkt er als Artist-in-Residence beim Orchestre National de France, den Wiener Symphonikern und der Colburn School in Los Angeles; dabei stehen solistische Auftritte neben Kammermusik und Meisterkursen. Darüber hinaus pflegt Thibaudet sein Faible für Filmmusik, zuletzt mit Aaron Zigmans Musik zu Wakefield (2016). Auch in den Soundtracks von Atonement (2007) und Extremely Loud & Incredibly Close (2012) wirkte er als Solist mit.
„Begleitmusik zu einer Lichtspielscene“ op. 34 (1930)
Konzert für Klavier in F (1925)
„Der wunderbare Mandarin“ op. 19 (1919)
„Daphnis et Chloé“ Suite Nr. 2 (1907/1912)
Die Richtung, buchstäblich, war schon vor dem Studium klar: Ab in den Süden! Zum Sozialen Dienst in Bolivien. Danach studierte Andreas Wunn Politikwissenschaft in Berlin und – hungrig auf die Welt – in Tokio. Voller Eindrücke fasste er 2002 Fuß beim ZDF, zunächst als Reporter in der Hauptredaktion Außenpolitik, dann als Moderator der Sendung heute in Europa und vertretungsweise beim auslandsjournal. Nach fünf Jahren übernahm er das Amt des Chefs vom Dienst der Chefredaktion und damit das Management der ZDF-Informationsprogramme. Inzwischen, seit Ende 2016, ist er Redaktionsleiter des ZDF-Morgenmagazins. Zuvor aber zog es ihn noch mal in die Ferne: Sechs Jahre lang leitete er als Südamerika-Korrespondent das ZDF-Studio in Rio de Janeiro. Dort berichtete er u.a. über die Rettung der 33 chilenischen Bergarbeiter in der Atacama-Wüste, die Fußball-WM 2014 in Brasilien sowie über die Olympischen Sommerspiele 2016. Sein Buch Brasilien für Insider wurde zum SPIEGEL-Bestseller. Kein Wunder bei dieser Überzeugung: „Trotz der vielen sozialen Probleme – Rio de Janeiro ist für mich die schönste Stadt der Welt.“ Das passt ja dann: Seine Frau ist nämlich Brasilianerin.
Der portugiesische Dirigent Pedro Carneiro, geboren 1975 in der Hauptstadt Lissabon, verfolgt eine zweigleisige Musikerlaufbahn. Zum einen ist er ein international gefeierter Percussionist, der in allen großen Konzertsälen zwischen den USA, Japan und Australien auftritt. Mehr als 100 Uraufführungen zeigen seinen besonderen Rang als Künstler der musikalischen Avantgarde ebenso wie die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Arditti Quartet, dem Tokyo String Quartet oder dem Chilingirian Quartet. Ein besonderes Faible besitzt der Percussionist für die musikalische Improvisation, oft in Verbindung mit Live-Elektronik oder anderen innovativen Technologien. Zum anderen verfolgt Carneiro seit einigen Jahren eine Karriere als Dirigent. Auf seine Initiative hin entstand 2007 das Portugiesische Kammerorchester (Orquestra de Câmara Portuguesa), das eine eigenen Konzertreihe im Centro Cultural de Belém (Lissabon) bestreitet. Nicht zuletzt betätigt sich der Portugiese als Komponist von Orchester- und Kammermusik und leitet das Lissaboner Percussion-Festival „Bang Crash Splash!“.
Der Klarinettist Telmo Costa studiert an der Musikakademie von Paços de Brandão und ist ebenfalls seit 2014 Mitglied des portugiesischen Jugendorchesters. Costa hat mehrere internationale Preise gewonnen; ein Stipendium führte ihn an die Guildhall School of Music London. 2016 war er überdies Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters.
Die aus Coimbra stammende Harfenistin Beatriz Cortesão befindet sich derzeit im letzten Studienjahr am Konservatorium ihrer Heimatstadt. Sie ist seit 2014 Mitglied des portugiesischen Jugendorchesters. Außerdem arbeitet Beatriz Cortesão mit professionellen Orchester wie dem Orquestra Filarmonia das Beiras, dem Orquestra do Norte und dem Orquestra Clássica do Centro zusammen.
Der Kontrabassist José Trigo begann seinen Unterricht mit elf Jahren in Vale do Ave; heute ist er Student an der Musikhochschule Mannheim. 2015 gewann er den Vasco Barbosa-Wettbewerb in Lissabon, 2016 war er 1. Preisträger beim Sergej Koussewitzky-Wettbewerb in St. Petersburg. José Trigo hat bereits in zahlreichen nationalen Jugendorchestern mitgewirkt, darüber hinaus tritt er regelmäßig mit dem Portugiesischen Kammerorchester und dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt auf.
Ouvertüre zu „Der Freischütz“ op. 77 (1820)
„Raíz“ Konzert für Oboe, Klarinette, Tuba, Harfe, Kontrabass, Marimba und Orchester (Uraufführung)
Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 „Eroica“ (1805)
Eine Berufung an den Lehrstuhl des Collège de France erfolgt auf Lebenszeit. Die gebürtige Pariserin Bénédicte Savoy hat damit im vergangenen Jahr den Gipfel der französischen Universitätslaufbahn erreicht. Promoviert wurde sie 2000 mit einer Arbeit über Napoleons Kunstraub in Deutschland. Und lehrt bereits seit 2003 an der Technischen Universität Berlin, zunächst als Juniorprofessorin, seit acht Jahren als Honorarprofessorin für Kunstgeschichte der Moderne. Das Fachgebiet ihres Herzens hat sie jedenfalls gefunden. Kaum ein Preis, mit dem sie mittlerweile nicht ausgezeichnet, kaum eine Mitgliedschaft in einem einflussreichen Gremium, die ihr nicht angetragen wurde. So ist sie z.B. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Irgendwie schafft sie es, all das mit der gleichen großen Energie zu bewältigen. Und mit der ihr eigenen charmanten Art. Mit der Verleihung des Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft letztes Jahr erklomm sie nun auch noch den deutschen Forschungsolymp und befleißigt sich ganz enorm bei der Nachwuchsförderung.
Der französische Dirigent Fabien Gabel begann seine musikalische Laufbahn als Trompeter. Er studierte zunächst am Konservatorium seiner Heimatstadt Paris, später an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Reinhold Friedrich. Ab 2002 wandte sich Gabel ausschließlich dem Dirigieren zu; 2003 gab er sein Debüt am Pult des Orchestre National de France. Seitdem ist er dort regelmäßig zu Gast, wie auch bei anderen renommierten Orchestern in Europa und den USA, etwa dem Orchestre de Paris, BBC Symphony, Toronto Symphony und Detroit Symphony Orchestra. In Deutschland stand Gabel am Pult der Staatskapelle Dresden, des hr-Symphonieorchesters und zuletzt des DSO in der Berliner Philharmonie, wo er im Dezember 2016 Werke von Berlioz, Ravel, Dukas und Florent Schmitt aufführte. 2015 leitete der 41-Jährige die Premiere von Bizets Oper Carmen an der Oper in Oslo; außerdem hat er gemeinsam mit der Mezzosopranistin Marie-Nicole Lemieux eine CD mit französischen Opernarien aufgenommen.
Die franko-russische Geigerin Alexandra Soumm nahm ihren Weg von ihrer Geburtsstadt Moskau über Wien nach Paris, wo sie heute lebt. Der 1. Preis beim Eurovisions-Wettbewerb 2004 in Luzern brachte der damals 15-Jährigen den ersten großen Erfolg. Inzwischen ist sie mit vielen namhaften Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Neeme Järvi, Leonard Slatkin und Thomas Sondergard aufgetreten. Einladungen führten sie zu den großen Orchestern in London und Paris wie auch nach Israel, Tokyo, Detroit und Los Angeles. Alexandra Soumm ist eine passionierte Kammermusikerin; Meisterklassen führten sie in die USA, nach Venezuela und Brasilien, Israel und Japan. Außerdem gründete die Geigerin 2012 mit Freunden die Non-Profit-Organisation „Esperanz’Arts“, die klassische Musik auch Menschen in Schulen, Krankenhäusern oder Gefängnissen zugänglich machen will.
„L’Absència“ (2013, Deutsche Erstaufführung)
Konzert für Violine in D (1931)
„Symphonie fantastique“ op. 14 (1831)
Michael Müller wurde 1964 in Berlin geboren und besuchte nach der Mittleren Reife die Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung. 1986 schloss er eine kaufmännische Lehre ab. Zusammen mit seinem Vater betrieb er danach, bis 2011, als selbstständiger Drucker eine Druckerei im Berliner Bezirk Tempelhof. Schon sehr früh, mit 17, trat Michael Müller in die SPD ein und engagierte sich in der Lokalpolitik. Von 1989 bis 1996 war er Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof, zuletzt als Fraktionsvorsitzender. Seit 1996 ist er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, seit 2001 als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg. Von 2000 bis 2004 war er auch Kreisvorsitzender der SPD Tempelhof-Schöneberg. Von Juni 2001 bis November 2011 war Michael Müller Vorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. SPD-Landesvorsitzender war er von 2004 bis 2012 und ist er erneut seit 2016. Im Dezember 2011 wurde Müller Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, zugleich einer von zwei Stellvertretern des Regierenden Bürgermeisters. Im Dezember 2014 und erneut im Dezember 2016 wurde Michael Müller zum Regierenden Bürgermeister gewählt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Mit 28 Jahren kann Duncan Ward bereits auf eine erstaunliche musikalische Erfahrung zurückblicken. Mit 12 komponierte er sein erstes Musical „Alice in Wonderland“ – und führte es auch gleich mit eigenem Orchester an seiner Schule im britischen Kent auf. Bald darauf gründete er seine eigene Band „The Grasshoppers“, spielte als Stummfilmpianist, wurde Mitglied des National Youth Orchestra of Great Britain und erhielt 2005 beim BBC-Wettbewerb die Auszeichnung als „Composer of the Year“. 2012 wurde Ward als erster Dirigent Mitglied der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker und Assistent Simon Rattles. Mitglieder der Philharmoniker und Akademisten dirigierte er bei zahlreichen Konzerten, so mit Musik von Webern und Boulez oder auch 2013 zum 100. Geburtstag Benjamin Brittens. In dieser Saison stehen für Duncan Ward Debüts bei den Orchestern des Bayrischen Rundfunks und des MDR Leipzig, beim Wiener Radio-Symphonieorchester und beim Ensemble Intercontemporain Paris an. Das Ensemble Modern dirigiert er bei Uraufführungen von Werken Isabel Mundrys und Manfred Trojahns.
Die 26-jährige Münchnerin Sophie Pacini gab schon mit neun Jahren ihr Konzertdebüt mit Haydns D-Dur-Konzert. Mit zehn Jahren wurde sie Schülerin von Karl-Heinz Kämmerling in Salzburg, später wechselte sie zu Pavel Gililov. Eine wichtige Förderin wurde ihr Martha Argerich, der sie überfallartig in einem italienischen Hotel vorspielte, worauf die prominente Pianistin sie 2010 zu ihrem Festival nach Lugano einlud. Beim Klavierfestival Ruhr ist Sophie Pacini ebenso aufgetreten wie beim Kammermusikfest Lockenhaus und bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. In dieser Saison ist die Tochter eines italienischen Literaturprofessors als Solistin zum Gewandhausorchester Leipzig, zur Bournemouth Symphony und zum Tonhalle Orchester Zürich eingeladen. Außerdem erschien ihre bereits vierte CD mit Werken von Beethoven und Liszt; zuvor hatte sie Solo-Alben mit Schumann, Liszt und Chopin sowie eine CD mit Klavierkonzerten von Mozart und Schumann veröffentlicht. 2015 wurde Sophie Pacini mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet.
Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus“ op. 43 (1801)
Konzert für Klavier Nr. 3 c-Moll op. 37 (1803)
„Bacchanale“ (1956)
„Kubanische Ouvertüre“ (1932)
Suite (2017) (Auftragswerk des Rheingau Musik Festivals)